Momentaufnahme: Was hat eine klingende Kugel mit Bibliothekspädagogik zu tun?

FullSizeRenderSie kann die Fantasie anregen. Sie kann Bilder wecken. Sie kann ein Gedicht begleiten. Sie kann mehrere Sinne ansprechen. Sie kann die Konzentration vertiefen….Sie kann am Anfang einer Kamishibai-Stunde ins Spiel kommen. Oder den Mittelpunkt einer selbst erdachten Geschichte bilden. Oder eine Bilderbuchgeschichte zum Schluss  abrunden.  Und: Sie passt in jede Hosentasche und ist daher immer und überall zur Hand.

Auch im Rucksack ist eine solche klingende Kugel mitgereist, als ich die vergangenen Tage mit dem Workshop „Geschichten zum Anfassen“ beim 3. Bibliothekspädagogischen Forum in Stuttgart wie auch beim  Kamishibai-Seminar für Lehrerinnen und Erzieherinnen in Ansbach (übrigens genau das 25. Seminar zu diesem Thema, das seit 2012 nun schon an 20 verschiedenen Orten stattgefunden hat) die vielfältigen Möglichkeiten des Erzählens mit Bildern und Dingen im Kreis von interessierten und fantasiebegabten Teilnehmerinnen anregen und austauschen konnte. Weiterlesen

Aus dem Buch gezaubert – Ideen für deutsch-arabische Märchenstunden

Aus dem Buch gezaubert

Das Holzbuch von Jugendlichen der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei – hier reich gespickt mit Ideen für das mehrsprachige Lesen und Erzählen…

Was heißt „Tisch“ auf Arabisch? Oder „Bett“ auf Deutsch? Was hat eine Feder damit zu tun? Und die Katze auf der Butterbrot-Tüte? Nicht aus dem Hut sondern aus dem Buch gezaubert werden am kommenden Freitag leicht umsetzbare Ideen mit ganz einfachen Materialien für deutsch-arabische Märchenstunden. Die Veranstaltung basiert auf Buchpaketen mit Kinderbüchern in arabischer Übersetzung, die vom Goethe-Institut in den vergangenen Monaten an viele Bibliotheken kostenlos weitergegeben werden konnten – verbunden mit einem Fortbildungsangebot, das die Arbeit mit diesem besonderen Buchgeschenk in der Praxis erleichtern soll und in Zusammenarbeit mit den dbv-Kommissionen Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Kinder- und Jugendbibliothek in Berlin durchgeführt wird. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht: http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/veranstaltungen/WS_Einfach_Lesen_Programm_V4.pdf Weiterlesen

Nicht nur andere „fit machen“, sondern Raum schenken zum Entdecken & „Mitmachen“

Menschenrechte, Inklusion und Teilhabe als Herausforderung für Bibliotheken – ein persönlicher Rückblick auf den Deutschen Bibliothekartag 2015 in Nürnberg

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Foto: Susanne Brandt

Bibliothekartag 2015 in Nürnberg, der „Stadt der Menschenrechte“ – das lässt sich als besondere Herausforderung und Einladung dazu verstehen, bei allen aktuellen Fragen und Entwicklungen des Medienwandels im Blick zu behalten, welche Chancen oder möglicherweise auch Barrieren sich für die Inklusion und Teilhabe von Menschen in verschiedenen Lebenslagen ergeben.

Vier Kongresstage mit einem dicht gefüllten Programm reichen sicher nicht, um darauf erschöpfend Antworten zu finden. Aber immerhin gab es reichlich Impulse zum Weiterfragen – und  die eigentliche Arbeit zu den vielen gewonnenen Eindrücken und neu geknüpften Kontakten fängt an, wenn sich die Menschen vom Kongress wieder auf den Weg nach Hause machen…

Mein persönliches Weiterfragen und -denken knüpft dabei an Gespräche und Vorträge an, in denen es darum ging… Weiterlesen

Was uns verbindet – Kinderrechte und Bibliotheken binational im Blick

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Beispiel aus der gemeinsamen kreativen Arbeit im Sister Library Project zwischen Serbien und Deutschland

Nur noch wenige Tage bis zum Bibliothekartag in Nürnberg: Zwischen Pozega/Serbien und Flensburg/Deutschland gehen E-Mails hin und her. Es geht um Kinderrechte als verbindende und verbindliche Verpflichtung nahezu aller Länder der Erde. 1989 hatten die Vereinten Nationen mit dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes erstmals ein Abkommen unterzeichnet*, das die internationale Anerkennung der Menschenrechte für Kinder festschreibt und verbindliche Mindeststandards zum Wohle der 0- bis 18jährigen definiert. Seither ist und bleibt die Konvention auch für Öffentliche Bibliotheken eine besondere Herausforderung, berührt sie doch in mehreren Punkten wesentliche Fragen der Mitbestimmung, der Bildungs- und Informationsbedürfnisse wie insgesamt des seelischen und körperlichen Wohlergehens von Kindern und Jugendlichen. Weiterlesen

„Sie liebte den Wind und die Weite…“ – Mit Geschichten auf Reisen

Zwei Tage war ich mit allerlei Büchern, Geschichten und Krimskrams im Gepäck auf Reisen nach Rendsburg und nach Husum. Immer mit dabei: die Maus im Korb! 12 Jahre alt ist das kleine Büchlein von der „Luftschaukel“ inzwischen  – aber wenn es an einem Tag um „Geschichten zum Anfassen“ geht und am anderen Tag um die „vielfältigen Seiten des Lebens“, dann gehört die Geschichte von der Maus und ihren Freunden, die beim Erzählen nach und nach aus dem Korb gezaubert werden und neugierig entdecken, dass es anderswo ganz anders sein kann, einfach mit dazu:

„…Sie liebte den Wind und die Weite / Sie liebte das weite Land / Sie hatte den Kopf voller Träume / und auch eine Menge Verstand…“

Der Schwerpunkt des ersten Tags unter dem Motto „Geschichten zum Anfassen“ lag zunächst bei den spielerischen und inspirierenden Möglichkeiten im Umgang mit Figuren, Krimskrams und vielerlei Bilderbüchern. Was alles zum Einsatz kommen kann, wenn Geschichten und Gedichte nicht „nur“ vorgelesen, sondern auf unterschiedliche Weise vor den Augen der Kinder lebendig werden, lässt sich an zahlreichen Beispielen auch in diesem Blog unter „Geschichten zum Anfassen“ nachlesen:

http://waldworte.eu/category/geschichten-zum-anfassen/

Am zweiten Tag ging es schließlich beim Fachtag der Evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Nordfriesland um die Frage, wie sich im Sinne einer vorurteilsbewussten und inklusiven Erziehung Vielfalt gemeinsam gestalten lässt.  Rund 320 Teilnehmende aus nordfriesischen Kindertagesstätten tauschten sich dazu im Nordsee-Congress-Centrum bei Vorträgen und Workshops zum Thema aus. Dabei kam auch die Bedeutung von Geschichten und Bilderbüchern an verschiedenen Stellen zur Sprache: Weiterlesen