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Kategorie: Märzlesung17 Texte und Kontexte

Der Weltgeschichtentag und der Welttag der Poesie, der Tag des Waldes und der Weltwassertag, die Internationale Woche gegen Rassismus und der Weltglückstag – eine spannende Mischung von international bedenkenswerten Tagen reiht sich in der 3. Märzwoche aneinander. Als ich 2017 in der Mitte genau dieser ereignisreichen Woche vom Förderverein der Stadtbibliothek Flensburg dazu eingeladen war, eine Lesung mit Lyrik und Prosa zu gestalten, habe ich mich bei der Auswahl von Texten aus den vergangenen Jahren gefragt, wie das vielleicht zusammengehen kann: die Kraft des Erzählens und der Poesie und die Aufmerksamkeit für die lebenswichtigen Ressourcen der Natur, die Achtung der Menschenwürde und das Glück eines guten Miteinanders in der Verschiedenheit der Lebenswege. Mit den hier in ihrem jeweiligen Kontext zu findenden Lesungstexten bin ich dieser Frage nachgegangen….

Verdichtete Stimmen in einer rissigen Welt

Verdichtete Stimmen in einer rissigen Welt

“Ein Gedicht kann Gedächtnis stiften und als tote Buchstaben vom lebendig sinnenden Denken zeugen” (Hannah Arendt, aus: “Ich selbst, auch ich tanze. Die Gedichte, München 2015) Wie und warum können Gedichte etwas bewirken? Hin und wieder stellt sich für mich diese Frage. Nicht, weil das Schreiben einen zuvor definierten Zweck bräuchte. Vielmehr steht vor dem Schreiben ein ungeplantes, ein absichtsloses Erleben, oft ein Erzählen – und beides formt sich dann in der Verdichtung. So ruhen Sinn und Anlass immer schon im Gedicht…

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“Dieser eine, aus Syrien geflohen…” – vom Nachklang der Bilder beim Bahnfahren

“Dieser eine, aus Syrien geflohen…” – vom Nachklang der Bilder beim Bahnfahren

Ich habe die Kommentare nicht gezählt, die ich nach der Kölner Silvesternacht im Netz gelesen habe. Für manche Impulse bin ich dankbar. Der Feinsinn, mit dem einige Autoren zurückhaltend geblieben sind bei der Benennung von Schuldigen, eher fragend und besonnen das beschreiben, was sich nicht auf den ersten Blick offenbart, hilft mir, genauer hinzusehen – statt schnell zu verstehen. Andere Berichte und Kommentare wiederum sind für mich Alarmsignale für eine wachsende Instrumentalisierung von Menschen und Themen, die diese Menschen existentiell betreffen – als wäre es legitim,…

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Zum Welttag der Poesie: Leipzig im Gedicht

Zum Welttag der Poesie: Leipzig im Gedicht

Zum heutigen “Welttag der Poesie” gehört natürlich die Ankündigung einer neuen Lyrik-Anthologie: O Freude. Leipzig im Gedicht! Mit über 400 Texteinsendungen von 221 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und weiteren sechs Ländern hat der Aufruf der in Leipzig ansässigen internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (www.lyrikgesellschaft.de) nach Gedichten und Prosaminiaturen über Leipzig gezeigt, wie tief die „Buchstadt“ im Bewusstsein literarisch tätiger Menschen nah und fern verwurzelt ist und zum Schreiben inspiriert. Mit einer Auswahl von 128 Autorinnen und…

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Literarisch unterwegs: Wien – Bratislava – Limburg – Eisenach

Literarisch unterwegs: Wien – Bratislava – Limburg – Eisenach

Wien – Bratislava – Limburg – Eisenach…Was lässt uns hin und wieder aufbrechen, das Weite suchen,  auf verschlungenen Wegen reisen? Eine kurze Antwort könnte lauten: Menschen und Landschaften, Gedichte und Geschichten. Etwas mehr davon erzählen Reiseimpressionen, die in Wien ihren Anfang nehmen und am Ende in Eisenach mit der Heimfahrt nach Flensburg ausklingen. 1. Station: Wien Um es gleich vorweg zu nehmen: Als Stadt strahlt das heutige Wien für mich nicht das aus, was ich im Vergleich dazu in Prag…

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Stadtspaziergänge: Knoten lösen

Stadtspaziergänge: Knoten lösen

Schwer zu sagen, was aus den Wolken wird. Der Blick zum Himmel gehört zum Morgen wie der Becher Tee und die Frage: Sandalen oder feste Schuhe? Heute fällt die Entscheidung an der Haustür schnell. Ich bin spät dran und stapfe zügig die Straße bergauf. Oben an der Ecke begegnet mir bereits der alte  Mann mit dem Dackel. Sonst treffe ich ihn immer erst einige hundert Meter weiter vor der Tür des Bäckerladens. Auf seine Pünktlichkeit ist Verlass. Auf meine nicht…

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