Zum Tag der Menschenrechte: Das alte Lied von der mutigen Freude

Magnificat / S. Brandt

Der Tag der Menschenrechte fällt in die Adventszeit. In diesem Jahr mit dem 10. Dezember direkt auf den 2. Advent. Gestern habe ich mir deshalb gemeinsam mit einem Mann aus Afghanistan die Menschenrechte angeschaut, zumindest ein Teil davon, in einer vereinfachten Sprachfassung. Wir haben uns durch den sperrigen Text gearbeitet, die großen Worte im Wörterbuch nachgeschlagen, sind hängen geblieben an den vielen Fragen, die sich dabei ergeben, wieder und wieder – ein gutes Gespräch…

„…Liebeslied vom Leben“

Irgendwann haben wir uns von den großen Worten gelöst. Es spricht sich leichter mit Tätigkeitswörtern, mit dem gemeinsamen Vorrat gebräuchlicher Vokabeln, die vom Leben erzählen. Ganz konkret.

Später habe ich noch etwas andres entdeckt – mit den Verben im Sinn: vertrauen, nachdenken, aufbrechen, träumen…mittendrin eine überraschende Assoziation zu adventlichen Bildern, zu alten Texten, zum Magnificat, zu einer Freude, die es sich nicht leicht macht in dieser Zeit: Da war sie plötzlich. Und ich glaube, ich kann ihr einiges zutrauen.

Das alte Lied von der mutigen Freude
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Vorlese-Tipp: Wenn im Winterwald Bären wären…

www.papperlapapp.co.at

Heute in der Stadtbibliothek Flensburg: Vorlesen im Advent! Noch ist nicht Weihnachten und noch liegt bei uns im Norden kein Schnee – aber begleitet von Musik, Bildern und Fantasie haben wir uns in der wie immer bunt gemischten Gruppe mit Kindern aus verschiedenen Herkunftsländern schon mal auf die winterliche Zeit eingestimmt – mit Tiergeschichten wie „Bären schlafen im Winter“ von Barbara Peters, illustriert von Jane McGuiness in dem wunderbaren Papperlapapp-Heft Nr.4. Weiterlesen

Medien-Tipp: Die Sternennacht

Liao: Die Sternennacht

Bereits vor einigen Jahren ist von Jimmy Liao die „Ballade von der großen Liebe“ in deutscher Übersetzung aus dem Chinesischen erschienen. Jetzt gibt es eine weitere Bildergeschichte von großen Gefühlen mit der magischen Handschrift des taiwanischen Künstlers. Zu wenigen Worten erzählen auf 70 Seiten vor allem die Bildtafeln mit realen, fantastischen und symbolischen Elementen eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die sich in ihren Alltagswelten einsam fühlen und vorsichtig zueinander finden.

aus: Liao: Die Sternennacht

Etwa in der Mitte des Buches brechen sie aus der Stadt aus und tauchen ein in die Wildnis einer Landschaft, in der sich Erinnerungen mit Träumen mischen. Der Sternenhimmel wird hier wie auch an anderen Stellen des Buches zum Leitmotiv für die Hoffnung auf das, was über allem leuchtet. Dabei arbeitet der Künstler bewusst mit Bildzitaten von van Gogh und anderen Künstlern. Ein Buch, das beschreibend und reflektierend kindlichen Gefühlen nachspürt, vor allem aber eine hoffnungsvolle Botschaft in eine Bildkunst von hoher Intensität legt: Weiterlesen

Zum 1. Advent: Aufbruch

Foto: S. Brandt

Ein Glitzern am Morgen
von tausend Kristallen
am Blütenrand.
Der Frost mag es festlich
und schmückt auch die Müden
mit Diamant.

Was welk und erschöpft war,
das spürt wieder Halt:
gerettete Würde,
von außen nur kalt,

von innen ein Singen,
ein mutiges Lied
vom Aufbruch der Rose.
Und was geschieht?

Susanne Brandt

Novemberausklang: In kalter Zeit ein Weilchen Wärme

In kalter Zeit ein Weilchen Wärme –
aus Glut entfacht.
Es wartet eine stille Stunde
am Tor zur Nacht.

Ein herber Duft von Zimt und Tannen
zieht durch den Raum.
Der Tag entweicht auf Zehenspitzen.
Man hört es kaum.

Er trägt das Laute, Ruhelose
nun sanft davon.
In seinen großen Manteltaschen,
da schläft es schon.

Ganz leise klingen andre Töne
im Zimmer nach:
ein Ofenlied, ein Windgeflüster
vom dunklen Dach.

Es kommt als Gast, das Weilchen Wärme –
und lässt sich Zeit.
Wir spüren seinen ruhigen Atem.
Es ist soweit.

Susanne Brandt