Leise Hoffnung

BALI

Nein
nicht ein wachsendes Misstrauen
gegen alle Geflohenen
schützt vor Gewalt
im eigenen Land
sondern
ein wachsendes Vertrauen
in die gemeinsame Sehnsucht nach Frieden
schützt vor Gleichgültigkeit
im Blick auf das Leben
weltweit

Susanne Brandt, im Juli 2016

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Wochenendlektüre-Tipp: Deutschland, ein Wandermärchen

733_17685_170889_1_xxlDie Idee der Autorin hat mir beim “ersten Anlesen” sofort gefallen: Eine Frau, diplomierte Rezitatorin von Gedichten, begibt sich auf dem Fahrrad mit minimalem Gepäck und einem kleinen gelben “Gedichte-Koffer” zwei Halbjahre lang auf eine Art “literarische Walz” durch Deutschland. Für Kost und Logis hat sie eine besondere Handwerkskunst zu bieten: das Rezitieren von Gedichten. Fremde Menschen öffnen für sie ihre Stuben – und laden andere dazu ein, sich an den Gedichten zu freuen, die sie für ihr Programm ausgewählt hat. Darüber hat sie nun ein Buch geschrieben – ein Buch über Menschen, über Deutschland mit seinen wechselnden Landschaften und Stimmungen, über das Unterwegssein, über Gedichte – und über die großen Fragen des Lebens.

Was mir daran gefällt, ist zunächst mal der unaufgeregte Grundton, mit dem sie die Begegnungen und Eindrücke ihrer Reise beschreibt. Natürlich schreibt sie dabei auch über sich selbst – aber nicht so, dass die Erinnerungen zur Nabelschau mit Selbstverwirklichungsdrang geraten. Im Fokus bleibt immer das Gegenüber – das, was ihr begegnet, was sie unterwegs hört und beobachtet, was sie mit Menschen erlebt und in stillen Landschaften wahrnimmt. Und ganz besonders schön: Jedes Kapitel, jede Reiseetappe endet im Buch mit einem passend ausgewählten Gedicht, durch das sie Momentaufnahmen – treffender als durch Fotos – feinsinnig und verdichtet auszudrücken weiß. Weiterlesen

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Zum Internationalen Tag des Kusses: Kinderbuch-Tipp “Frösche küssen”

518eZEd4DHL._AC_US160_Wie schön! Abermals ist eine deutsche Kinderbuch-Übersetzung des in Estland bereits bekannten Autors A. Kivirähk erschienen: Angesiedelt zwischen Bilderbuch und Geschichte zum Vor- und Selberlesen lebt das „Frösche küssen“ in starkem Maße von den sehr passenden, meist ganzseitigen Illustrationen der preisgekrönten estnischen Illustratorin A. Pikkov. Alles beginnt mit einem „Weihnachtsmann im Sommer”. Der verliert ausgerechnet die als Geschenke vorgesehenen Bücher und löst damit bei den Tieren, die diese finden, große Erwartungen aus. Denn glaubt man den Märchen, ist es ganz einfach, sich eine Prinzessin zu angeln und auf diese Weise selbst zu Ruhm und Ehre zu kommen. Aber….wer Bücher liest  – so könnte man daraus schließen – kommt nicht umhin, das Gelesene (richtig?) zu interpretieren.  Weiterlesen

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Ein Lied erzählt: Die Geschichte der Ukulele

Foto: Susanne Brandt

Foto: Susanne Brandt

Ein heller Ton hüpft aus dem Instrument://
Es kennt Geschichten aus der weiten Welt,
von einer Reise hat es mir erzählt:

Ein Schiff, das legte einst im Hafen an://
Es kam von Portugal bis nach Hawaii,
die Menschen hatten Lieder mit dabei.

Und manche sangen nach der langen Fahrt://
mit Saitenspiel – so hell und wunderschön,
das hatte dort noch niemand so gesehn.

Schon bald entstand aus Holz und allerlei://
ein Instrument, so munter wie ein Floh:
Die Ukulele machte alle froh!

Weit übers Meer bis nach Amerika://
bis nach Europa und auch hier im Land,
da war die Ukulele bald bekannt.

Und wenn ich heute mal auf Reisen bin://
pack ich die Ukulele gerne ein.
Die Ukulele ist ja klitzeklein!

Ein heller Ton hüpft aus dem Instrument://
Und was dann weiter klingt in dieser Welt,
das wird mit Liedern überall erzählt.

T. + M.: Susanne Brandt

Liedblatt mit Noten: Ukulele Geschichte

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Momentaufnahme: Was hat eine klingende Kugel mit Bibliothekspädagogik zu tun?

FullSizeRenderSie kann die Fantasie anregen. Sie kann Bilder wecken. Sie kann ein Gedicht begleiten. Sie kann mehrere Sinne ansprechen. Sie kann die Konzentration vertiefen….Sie kann am Anfang einer Kamishibai-Stunde ins Spiel kommen. Oder den Mittelpunkt einer selbst erdachten Geschichte bilden. Oder eine Bilderbuchgeschichte zum Schluss  abrunden.  Und: Sie passt in jede Hosentasche und ist daher immer und überall zur Hand.

Auch im Rucksack ist eine solche klingende Kugel mitgereist, als ich die vergangenen Tage mit dem Workshop „Geschichten zum Anfassen“ beim 3. Bibliothekspädagogischen Forum in Stuttgart wie auch beim  Kamishibai-Seminar für Lehrerinnen und Erzieherinnen in Ansbach (übrigens genau das 25. Seminar zu diesem Thema, das seit 2012 nun schon an 20 verschiedenen Orten stattgefunden hat) die vielfältigen Möglichkeiten des Erzählens mit Bildern und Dingen im Kreis von interessierten und fantasiebegabten Teilnehmerinnen anregen und austauschen konnte. Weiterlesen

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Sonntags(ge)danken mit Walderdbeerenduft

IMG_1274Ein Sonntag –
Zeit, sich zu bedanken
für all die Walderdbeereranken,
die unsren Garten zart durchweben,
das Beet mit wildem Wuchs beleben,
ins Grüne rote Tupfen mischen
bis wir die Ernte fein auftischen
in edler Schale zum Dessert.
Es sind nicht viele – zugegeben –
jedoch: Sie duften umso mehr!

Susanne Brandt

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Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni: “Wir stehen zusammen…mit einer reichen Sprachenvielfalt!”

Einen Monat nach dem Welttag der kulturellen Vielfalt im Mai steht nun am Montag, dem 20. Juni, der Weltflüchtlingstag im Kalender – in diesem Jahr unter dem Motto: “Wir stehen zusammen”.

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aus: Nazif Telek “Die Stärke der Löwin”, eines von wenigen deutsch-kurdischen Kinderbüchern

Um die Sprachen der Flüchtlinge ging es gestern auch bei einem  Workshoptag in Berlin, der von Goethe-Institut und den DBV-Kommissionen dank einer großzügigen Spende der Japan Art Association durchgeführt werden konnte.

Auch wenn bei der gut besuchten Veranstaltung in erster Linie die arabischen Übersetzungen von deutschen Kinderbüchern und deren praktische Vermittlung im Mittelpunkt standen, wurde mir persönlich durch den Austausch und die Erfahrungen des Tages deutlich, dass wir unseren Blick noch besser schulen und schärfen können für Sprachen, die in einigen Regionen der Welt benachteiligt oder als Minderheitensprachen angesehen werden – und für das, was gerade diese Sprachen für die Identität und Freiheit von Menschen bedeuten, wie z.B. Kurdisch. Denn hinter Sprachen wie Arabisch, die vielerorts von verschiedenen Initiativen gut mit entsprechenden Medien unterstützt und erschlossen werden,  geraten andere Sprachen und mit ihnen vielleicht auch die Anliegen der Menschen, für die diese Sprachen wichtig sind, leicht in den Hintergrund.  Weiterlesen

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Aus dem Buch gezaubert – Ideen für deutsch-arabische Märchenstunden

Aus dem Buch gezaubert

Das Holzbuch von Jugendlichen der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei – hier reich gespickt mit Ideen für das mehrsprachige Lesen und Erzählen…

Was heißt “Tisch” auf Arabisch? Oder “Bett” auf Deutsch? Was hat eine Feder damit zu tun? Und die Katze auf der Butterbrot-Tüte? Nicht aus dem Hut sondern aus dem Buch gezaubert werden am kommenden Freitag leicht umsetzbare Ideen mit ganz einfachen Materialien für deutsch-arabische Märchenstunden. Die Veranstaltung basiert auf Buchpaketen mit Kinderbüchern in arabischer Übersetzung, die vom Goethe-Institut in den vergangenen Monaten an viele Bibliotheken kostenlos weitergegeben werden konnten – verbunden mit einem Fortbildungsangebot, das die Arbeit mit diesem besonderen Buchgeschenk in der Praxis erleichtern soll und in Zusammenarbeit mit den dbv-Kommissionen Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Kinder- und Jugendbibliothek in Berlin durchgeführt wird. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht: http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/veranstaltungen/WS_Einfach_Lesen_Programm_V4.pdf Weiterlesen

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Am Meer – zum Welttag der Ozeane am 8. Juni

Abend am Meer / Foto: Susanne Brandt

Abend am Meer / Foto: Susanne Brandt

Ozeane bedecken 70 Prozent des Planeten. Sie sind die größten Sauerstofflieferanten, erzeugen das Klima und können Quelle von Naturkatastrophen sein. Sie sind Routen des Welthandels, Orte unermesslicher biologischer Vielfalt und schenken Erholung für Leib und Seele. Ebenso wichtig sind sie als Quelle für Rohstoffe, Energie und Nahrung. Welche Bedeutung Ozeane für eine nachhaltige Entwicklung und für das Leben im umfassenden Sinne haben und welchen Einfluss jeder einzelne auf sie hat – daran erinnert in jedem Jahr der Welttag der Ozeane am 8. Juni auf ganz unterschiedliche Weise: Zum Welttag der Ozeane

Am Meer

Was treibt mich hierher?

Das Wasser zieht sich zurück
Die Sonne verschwindet
Ein Dampfer legt ab

Der Strand ist leer

Die Möwen im Watt fliegen los
verlassen die Steine

Losgelassen

umarmt mich das Meer

Susanne Brandt

Am Meer

 

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“Wach sein und den Stimmen lauschen”. Eine Norwegen-Entdeckung

“Wach sein und den Stimmen lauschen – das ist das Geheimnis beim Dichten” (Olav H. Hauge)

Auch wenn ich nicht (nur) zum Dichten nach Norwegen gekommen bin – die Stimmen, die einem hier begegnen, der Vogelgesang und das Gletschergrollen, das Knirschen von Geröll unter den Füßen beim Wandern und nahezu überall das Rauschen von Wasserfällen, lassen als innere Bilder und Stimmungen kein Dichten unberührt und werden ihren Nachklang finden…

Alter Hof in der Telemark

Alter Hof in der Telemark / Foto: Susanne Brandt

Die Route in Stichworten: Langesund – Telemark – Röldalfjell – Hardangerfjord – Sognefjord – Fjaerland und Jostedalgletscher – Bergen & Stavanger – Kristiansand.

Eine Woche Norwegen ist zu kurz – sagen die Kenner. Eine Woche Norwegen ist sehr intensiv – sagen wir nach diesen erlebnisreichen Tagen. Und vor allem: Zu schön, um es bei einem einzigen Besuch hier zu belassen. Wir wollen wiederkommen.

“Fertig” wird man mit Norwegen sicher nie. Das kann auch gar nicht das Ziel einer Reise durch ein Land sein, das so verschiedene Gesichter, Farben, Landschaften und Ebenen auf vergleichsweise kleinem Raum in sich vereint. Weiterlesen

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