Wir wohnen Wort an Wort – Tanz erzählt Geschichten von Nähe und Distanz

Wir wohnen
Wort an Wort

Sag mir
dein liebstes
Freund

meines heißt
DU

Rose Ausländer

Tanz ist eine Sprache, die nicht die Erklärung durch andere Sprachen braucht, um verstanden zu werden. Aber Akzente der gesprochenen Sprache können mit dem Tanz als Sprache in einen Dialog treten. So geschehen bei dem kürzlich in der Flensburger Campelle vorgestellten Stück „Babel“, erarbeitet als interkulturelles Tanzprojekt mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern unter der Leitung der Flensburger Regisseurin und Choreografin Stela Korljan.

Das oben zitierte Gedicht von Rose Ausländer „Wir wohnen Wort an Wort“ gehört dabei zu den unterschiedlichen Kurztexten – einige davon in verschiedenen Sprachen gesprochen – , die in dem Stück von Begegnungen mit sich selbst, von der Frage nach Gott und von der Kommunikation zwischen Menschen erzählen. Solche Texte deuten den Tanz nicht, aber sie deuten hier und da vielleicht etwas an, was tänzerisch aufgenommen und mehrdeutig zur Entfaltung gebracht werden kann. Weiterlesen

Alltagsentdeckungen: Dem Wunder die Hand hinhalten

Neben den „Sonntagsmomenten“, die in diesem Blog in einer eigenen Kategorie zu finden sind, sollen hier ab und zu auch „Alltagsentdeckungen“ Raum finden – jene oft nur kleinen, aber manchmal lange nachklingenden Begegnungen und Begebenheiten „am Rande“ oder mittendrin im Getriebe der Arbeitswoche. Wie z.B. das unverhoffte gemeinsame Nachdenken über Poesie, wie ich es vor ein paar Tagen erleben konnte:

Foto und Rechte: Elke Riedel, www.elrie-art.de

Gemeinsam über Poesie nachdenken – eigentlich sollte es darum an diesem Nachmittag gar nicht gehen. Wohl aber um Sprache. Ja, das ist jede Woche etwas, was uns verbindet, was uns inzwischen mehr verbindet als trennt, auch wenn wir uns in verschiedenen Sprachen zuhause fühlen: er als Afghane im Persischen und ich im Deutschen. Eigentlich geht es jedes Mal um das Vertrautwerden mit der deutschen Sprache. Aber über das Deutschlernen nach Lektionen sind wir längst hinaus. Inzwischen geht es immer öfter um Feinheiten, um das, was unsere Sprachen auch emotional auszudrücken vermögen, was im Klang von Namen mitschwingt oder wie Eltern ihren Kindern die Welt erklären. Wie sich Distanz oder Nähe durch Sprache ausdrücken lässt oder mit welchen Wendungen Bilder beschrieben werden, ohne die vermutlich keine Sprache auskommt. Weiterlesen

Praxis-Tipp: Geschichten erfinden mit der „Story Box“

Story Box, Foto: Susanne Brandt

In Schweden entdeckt – dabei kommt sie eigentlich aus England und kann sprachunabhängig überall in der Welt kreativ zum Einsatz kommen: Die „Story Box“! Diese besteht aus insgesamt 40 textfreien Bildszenen auf 20 beidseitig bedruckten großen stabilen Puzzleteilen. 2 Szenen werden als Anfang vorgeschlagen, 6 verschiedene Szenen könnten auf ganz unterschiedliche Weise ein Ende beschreiben – dazwischen bleibt alles der freien Fantasie überlassen. Vom Anfang bis zum Ende lässt sich eine immer wieder andere Auswahl von vielleicht 5 bis 8 Bildkarten mit wiederkehrenden Figuren beliebig aneinanderfügen – so, dass sich am Ende eine Geschichte dazu erzählen lässt. Eine wunderbare Beschäftigung für Jung und Alt – gut einsetzbar in Grundschulen, in Bibliotheken oder einfach in der Familie. Da passt der handliche Karton zum Beispiel auch  ins Reisegepäck für Urlaubs-Regentage. Weiterlesen

Farben, Steine, Zauberkugeln. Spielerisch vertraut werden mit der fremden Sprache

Viele beglückende menschliche Begegnungen prägten einen Weiterbildungstag für Lesepaten/-innen und Vorleser/-innen am gestrigen Samstag. Es ist beeindruckend und ermutigend zu erleben, wie engagiert so viele Ehrenamtliche daran mitwirken, Kindern beim Vertrautwerden mit Sprache und Lesen einfühlsam zur Seite zu stehen. Dabei geht es nicht vorrangig um Leseleistung, sondern vielmehr um emotionale und soziale Aspekte, die mit der wachsenden  Ausdruckskraft von Sprache verbunden sind – und die jedem Kind bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit helfen können. Das ist eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Aufgabe, verbunden mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein und viel Empathie für Kinder aus aller Welt. Umso wichtiger bleibt es, dass die Ehrenamtlichen passende Weiterbildungsmöglichkeiten, Beratung und Austausch in Anspruch nehmen können. Sie leisten diese Arbeit freiwillig, aber keineswegs beliebig! Vielen von ihnen liegt die qualitative Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit bei dem, was sie jede Woche für und mit Kindern tun, sehr am Herzen.

Dazu gab es nun am 17. Juni eine von mehreren Initiativen und Förderern unterstützte Gelegenheit:  Bereits zum 3. Mal veranstaltete der Mentor.Ring Hamburg e.V. in Hamburg einen großen Weiterbildungstag für ehrenamtlich tätige Lesepatinnen und -paten sowie Vorleserinnen und Vorleser.  Weit mehr als 2000 sind in Hamburger Schulen und Bibliotheken aktiv. Eine große Zahl von ihnen kann nun nach der Teilnahme an der vielfältig gestalteten Tagesveranstaltung von neuen  Praxisideen, Wissen und Handwerkszeug, aber auch vom Austausch mit anderen Engagierten und Fachleuten profitieren.

Infos zu Programm und Partnern: http://www.mentor-ring.org/images/downloads/Programmheft_Weiterbildungstag-2017_MV_final.pdf

In über 25 Workshops ging es dabei vor allem um folgende Themenbereiche: Weiterlesen