Sonntagsmomente: Thomaslied – ein europäischer wie ökumenischer Zusammenklang

Thomaslied_RG_zwei Seiten auf ein BlattEin europäischer wie ökumenischen Zusammenklang wurde jetzt durch die reformierte Thomaskirche in Liebefeld/Schweiz anlässlich von „50 Jahre Thomaskirche – 500 Jahre Reformation“ möglich gemacht:  Über einen Liedwettbewerb, ausgeschrieben in kirchenmusikalischen Zeitschriften in der Schweiz, in Deutschland und Österreich, hatte die Gemeinde einen Text gesucht, der das „Allein aus dem Glauben“ von der Reformation her und das „Glauben und Zweifel“ von Thomas aus  in heutiger Sprache und poetisch dichten Worten zur Sprache bringen sollte. Die Melodie war  vorgegeben: Im englischsprachigen Raum trägt  jede Kirchenliedmelodie einen Namen, der von den oft wechselnden Texten unabhängig ist. Eine Melodie aus dem 18. Jahrhundert heisst „ST. THOMAS“, weil sie ursprünglich für ein Lied des Thomas von Aquin, „Tantum ergo sacramentum“ geschaffen wurde (sie steht mit einer deutschen Fassung dieses Textes auch heute noch im Katholischen Gesangbuch bei der Nr. 219).  Weiterlesen

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Heute auf dem Schreibtisch: Mit Buch und Stift die Welt verändern…

c Knesebeck Verlag

c Knesebeck Verlag

Ihre Geschichte ging um die Welt: Das Mädchen Malala Yousafzai hat sich schon als 12jährige zu Wort gemeldet und an Konferenzen teilgenommen. Sie erhielt mit 14 in Pakistan den nationalen Kinderfriedenspreis, geriet ins Visier der Taliban, wurde bei einem Anschlag schwer verletzt, war 2014 die jüngste Friedensnobelpreisträgerin und wurde für ihr Engagement mit vielen weiteren Ehrungen bedacht. Ihre Botschaft: „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“[ Für diesen Weg der Reform durch Bildung – besonders für das Recht auf Bildung von Mädchen und Frauen – setzt sie sich, heute in England lebend,  weiterhin ein: klug, mutig und inzwischen mit einer großen Anhängerschaft. Erstmals versucht dieses Buch, ihre Lebensgeschichte für Kinder zu erzählen. Zu leuchtenden Bildern erfahren die Lesenden etwas über ihre familiäre, kulturelle und religiöse Herkunft, über das Land, in dem sie aufgewachsen ist und über ihr Anliegen, für das sie sich einsetzt. Dem biografisch-erzählenden Teil schließt sich ein Infoteil mit Fotos und Dokumenten an. Ein wichtiger Beitrag zum Thema Menschenrechte und Friedensarbeit, an dem ergänzend zu den vielen Titeln über Schicksale von Geflohenen deutlich wird, dass Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen nicht nur Oper von Unrecht und Gewalt sind, sondern ebenso Botschafter für Recht und Frieden.

Susanne Brandt

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Neuerscheinung aus Italien: Die unsichtbaren Fäden der Natur – wunderbar verflochten!

c Sauerländer Verlag

c Sauerländer Verlag

Rezensentinnen-Glück! Auf meinem Wochenend-Schreibtisch liegt druckfrisch die deutsche Übersetzung von „Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur“. Erzählt von dem italienischen Ökologen Gianumberto Accinelli und künstlerisch gestaltet von Serena Viola gewährt das Jugendbuch (an dem auch Erwachsene Freude haben!) spannende Einblicke in Ereignissen und Phänomene der Natur, an denen deutlich wird: Das fein aufeinander abgestimmte Gleichgewicht im Leben kann schon durch kleine Eingriffe ins Wanken kommen. Die Beispiele, an denen Accinelli das aufzeigt, hat er in aller Welt und in verschiedenen Jahrhunderten gefunden. Ganz nebenbei lernt man dabei viele eher unbekannte Arten des Tierreiches kennen. Weiterlesen

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Zum „Erzähl-ein-Märchen-Tag“: Wie man sich mit dem Erzählen retten kann

Der Kleine Kalender verrät, dass am heutigen 26. Februar weltweit der „Erzähl-ein-Märchen-Tag“ begangen wird. Und da ich diesen Regentag gerade nutze, um ein paar Erzähl-Seminare für die nächsten Monate vorzubereiten, greife ich in die dafür frisch erstellte Materialsammlung und fische einen passenden Text für diesen Tag heraus – ein Märchen zum Erzählen vom Erzählen…

Wie man sich mit dem Erzählen retten kann

Schon die Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern wussten: Wenn Menschen allein oder mit anderen auf dem Feld oder im Wald übernachten, dann sollen sie einander Geschichten erzählen.

Foto: Susanne Brandt
Foto: Susanne Brandt

Ja, es ist sogar möglich, sich selbst eine Geschichte zu erzählen. Denn nur so kann man sicher sein, nicht für immer in die Fänge der Waldfrauen zu geraten. Es geht die Sage um, dass solche Waldfrauen die Menschen nachts auf falsche Wege locken. Und haben sie es geschafft, einen Menschen in ihre Hütte zu sperren, lassen sie ihn nie wieder laufen – es sei denn… Weiterlesen

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Waldworte des Tages: Nun streckt sich das Licht

FullSizeRenderNun streckt sich das Licht wieder aus
bis zum Rande des Abends,
flüstert der Möwe zu:
Bleib noch ein Weilchen –
und wenn einer aufschaut,
und wenn eine lächelt,
dann fliege voraus…

 

Text & Foto: Susanne Brandt

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Bilderbuch-Tipp: Wie „Luftigrüße“ die Fantasie beflügeln…

c Bohem Verlag

c Bohem Verlag

Ein weiteres schönes Beispiel für ein Bilderbuch, das ohne Worte eine poetische Geschichte zu erzählen weiß – mit den geheimnisvollen erdfarbenen Bildern der jungen Slowenischen Künstlerin Maja Kastelic: Die Stadt liegt im Dämmerlicht, als sich ein kleiner Junge auf den Weg durch die Straßen macht. Eine Katze weckt sein Interesse. Und eine offene Tür, aus der Licht fällt. Solche Türen entwickeln sich zum wiederkehrenden Motiv in dem Buch: Türen, die in unbekannte Räume führen, begleiten den Jungen bei seiner stillen Entdeckungsreise und während er ein fremdes Haus erkundet, fliegen ihm bemalte Blätter gleichsam vor die Füße und locken ihn weiter, der Spur aus Papier folgend. Am Ende führt sein Weg bis zum Dachboden, wo er ein Mädchen trifft, das aus den Blättern Papierflieger faltet (das Buch verrät auch, wie das geht). Beide stehen schließlich auf einem Balkon über den Dächern der Stadt und schicken ihre gemalten und gefalteten Botschaften in die Welt. Bestimmt werden die „Luftigrüße“ irgendwo gefunden…und legen vielleicht schon bald eine neue Spur in unbekannte Welten. Eine kreative Umsetzung und fantasievolle Fortsetzung der Geschichte mit den Ideen der Kinder liegt auf der Hand….

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Sonntagsmomente: Kreistanz

c Susanne Brandt

c Susanne Brandt

Leichtfüßig
wird aus Fliegen ein Tanz
aus dem Tanz eine Spur
aus der Spur eine Schrift
aus der Schrift ein Gedanke,
der Fliegen lernt

 

 

Susanne Brandt

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Buch-Tipp: Tokkis Reise

So ist das, wenn der Bücherfrühling vor der Tür steht: Jeden Tag kommen überraschende Neuerscheinungen ans Licht – und ein Buch-Tipp folgt dem anderen…

c Tulipan Verlag

c Tulipan Verlag

Das Bilderbuch von „Tokkis Reise“ spielt mit der alten Kettenmärchenform des Tauschhandels (vgl. „Hans im Glück“) und macht mit originellen Wendungen und Wortschöpfungen doch ganz etwas Neues daraus. Originell ist allein schon die Perspektive. Der Blick richtet sich nicht von der Erde auf ferne Galaxien, sondern genau umgekehrt: Für den kleinen Außerirdischen Tokki zeigt sich die Erde als ein fremder Planet, auf dem er mit seinem defekten Raumschiff notlanden muss. Dabei sollte er für seine Mutter eigentlich nur etwas Milch von der Mondkuh besorgen! Ob ihm nun ausgerechnet auf der Erde jemand seinen kaputten Schwups-Kompensator ersetzen kann? Weiterlesen

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Buch-Tipp: Ramas Flucht

c Gerstenberg

c Gerstenberg

Einige ganz unterschiedliche Sach- und Bilderbücher zum Thema „Flucht“ sind in den vergangenen Monaten erschienen. Da reiht sich dieser neue Titel ein und fällt zugleich aus dem Rahmen. Denn allein schon die Entstehungsgeschichte und Illustrationsart ist bemerkenswert: Die poetische Ich-Erzählung eines Kindes, das mit seiner Familie die Heimat verlässt, führt entlang an Bildszenen, die der syrische Bildhauer Nizar Ali Badr auf dem Dach seines Hauses aus gesammelten Steinen eines nahen Bergs zusammenlegt – manchmal nur für das Foto, um anschließend etwas Neues daraus entstehen zu lassen. Das Unfixierte, immer wieder dem Wandel ausgesetzt, das Warmherzige und Zärtliche in der Schwere des Materials findet in der dazu beschriebenen Fluchterfahrung seine Entsprechung: Weiterlesen

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Buch-Tipp: Wo die Geschichten wohnen

c Mixtvision

c Mixtvision

Zur Einstimmung – ein kleiner Gruß der beiden Autoren:

https://www.youtube.com/watch?v=W37DH1qmIMw

Dieses Buch führt vorbei an kalten Zahlen und trüben Blicken, mitten hinein in das leuchtende Staunen über eine Welt der Zauberwälder, der Wörtermeere und Schätze. Hier kann man verwunschene Schlösser erkunden und in Wolken aus Musik schlafen. Wer sich in dieser Umgebung zuhause fühlt, bekommt den Schlüssel zur Freiheit in die Hand: denn Fantasie ist frei!

Genau mit diesem Satz endet das poetische Bilderbuch für kleine und große Geschichtenliebhaber. Ganz nach der feinen Art des Illustrators O. Jeffers sind die Szenen von der spielerischen Leichtigkeit seiner luftigen Zeichnungen geprägt. Die Hauptfigur: ein mutiges Mädchen, das schnell einen zunächst noch etwas ängstlichen Jungen als Gefährten findet, der sich mit ihr hinein wagt, in das Abenteuer Fantasie – und am Ende mit einem Buch unterm Arm noch was vor hat…

Ein Loblied auf Bücher voller Geschichten – das singt dieses Bilderbuch mit wenig Text und viel Freiraum zum Träumen und Weitererzählen. Wer will da nicht mitsingen?

Susanne Brandt

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