Zum „Welttag der kulturellen Vielfalt“: Märchen in der weltweiten Erzählkultur – erfahren und erforscht

Foto: UNESCO

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Der jährlich am 21. Mai begangene “Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung” soll das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt stärken, wie es in der Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt von der UNESCO-Generalkonferenz 2001 vereinbart worden ist.  „Als Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität ist kulturelle Vielfalt für die Menschheit ebenso wichtig wie die biologische Vielfalt für die Natur.“, heißt es in Art. 1 der Erklärung.  Und Art. 7 ergänzt:  „Kreativität ergibt sich aus den Wurzeln kultureller Tradition, aber sie kann sich nur im Kontakt mit anderen Kulturen entfalten.“

Do one thing… – z.B. “Märchen interkulturell entdecken und mehrsprachig erleben”

Um diese facettenreiche „Allgemeinen Erklärung“ an einem Praxisthema zu konkretisieren, wird hier in diesem Jahr das Märchen mit seiner vielfältigen weltweiten Erzählkultur in den Blick gerückt und als Anregung zum Dialog, zur Kreativität wie zur interkulturellen und mehrsprachigen Begegnung betrachtet. Denn verschiedene Erfahrungen mit Märchen im interkulturellen Austausch haben mein Interesse und meine Verbundenheit mit dem Thema in letzter Zeit intensiviert und farbiger werden lassen.

Erfahrung Nr.1: Auf Schatzsuche nach vertrauten Geschichten Weiterlesen

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Sontagsmomente: Luftverbunden

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Luftverbunden
mit surrenden Schwingen
suchen die Gänse
das Weite im Wind,

lösen sich langsam
vom sicheren Land,
formen gemeinsam
ein tanzendes Band,
lassen sich nieder,
erheben sich wieder –
ein Kommen und Gehn.

Staunende werden
offene Bilder
am Himmel sehn.

Susanne Brandt

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Buch-Tipp: “Zugvögel” – Weltenwanderer im Wattenmeer

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c Willegoos-Verlag / Cover-Foto: Martin Stock

Die  Ringelganstage sind eben vorbei, da lockt ein wunderschönes neues Buch aus dem Willegoos-Verlag zum Weiterlesen: Was dieses Kindersachbuch zum Thema “Vogelzug” von anderen Vogelzug-Büchern unterscheidet, ist sein besonderer Blick auf die norddeutsche Nordseeküstenregion: Das Wattenmeer als Überwinterungsgebiet, Brutstätte und „Tankstelle“ steht hier im Fokus der anschaulichen Vermittlung von Sachwissen. Mit kurzen Textabschnitten, zahlreichen Fotos, Grafiken und „Spickzetteln“ wird in der ersten Hälfte des Buches vor allem am Beispiel von Küstenseeschwalbe, Pfuhlschnepfe und Ringelgans die Bedeutung des Wattenmeers unter den genannten Aspekten veranschaulicht. Weiterlesen

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“Der Fluss”: ein besonderes Buch – so bewegt und bewegend wie das Leben

c M. Roher, Verlag Jungbrunnen

c M. Roher, Verlag Jungbrunnen

„Wo fängst du an? Vielleicht, denke ich, vielleicht im Himmel“ – so beginnt ein kleines feines Bilderbuch für Menschen ab 5 Jahre, das es mit wenigen Worten und vielschichtigen Bildern schafft, die großen Fragen des Lebens zu berühren und das eigene Nachdenken darüber „in Fluss“ zu bringen. „Und wo endest du? Im Himmel vielleicht…und endest doch nie!“, heißt es auf der letzten Seite. Auch für das Buch selbst gilt: Das Nachdenken hört nicht auf, wenn man es zuklappt. Da wirkt etwas weiter… Als durchgängiges Element zieht sich ein Fluss in wechselvoller Weise von Seite zu Seite. Dass er als Bild für das Leben zu deuten ist, muss nicht erklärt werden. Das vermittelt sich nach und nach auf die eine oder andere Weise. Mit der Bewegung des Wassers ergibt sich Überraschendes, Beglückendes, aber auch Trauriges. Der Illustrationsstil ist grafisch, spielt mit Kollagen, Abstraktionen wie mit Details. Darin zum Ausdruck kommen Facetten des  Lebens in seiner ganzen Vielfalt und Gegensätzlichkeit. Immer mit auf Reisen: Weiterlesen

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Buch-Tipp zum Obstblütenbeginn: Der Marmeladenkönig

MarmeladenkönigWer diese Tage durch die norddeutschen Obstanbaugebiete im Alten Land an der Elbe fährt, kann es nicht mehr übersehen: Bei den Kirschbäumen hat die Blütezeit bereits begonnen und auch die Apfelbäume sind in “Aufbruchstimmung”. Genau der richtige Zeitpunkt also, um hier auf ein Buch hinzuweisen, das man sich am liebsten unter einem blühenden Obstbaum vorlesen lassen möchte. Oder beim Kirschen essen im Hochsommer. Oder an einem schon herbstlichen Tag beim Nüsse knacken am Ofen…Kurzum: Es geht in den fantasievollen Kunstmärchen der Autorin Dorothee Kremer um die Früchte der Bäume. Poetisch und stilsicher erzählt sie von Erdbeerriesen und Zwetschgenhexen, von Kirschenschwestern und einem Wurm in der Nussschale. Dabei erspürt sie die charakteristische Eigenschaften der verschiedenen Früchte und die Atmosphäre der jeweiligen Erntezeit und entwickelt aus diesem Empfinden heraus mit großer Fabulierlust schlüssige Handlungen mit zauberhaften, manchmal auch schelmischen Elementen.  Weiterlesen

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Nachklang zum “Welttag des Tanzes”: Herzschlag in allem

Foto: Susanne Brandt

Foto: Susanne Brandt

Fehlen die Worte
dann tanzen wir

lauschen auf Töne
spüren gemeinsam
den Herzschlag in allem was klingt

lernen die Sprachen der Körper kennen
kommen uns nahe
müssen uns trennen
versuchen es wieder
freuen uns wenn es gelingt

suchen behutsam mit allen Sinnen
das Unaussprechliche
Leichte und Schwere
das in uns singt

Susanne Brandt

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“Neue Horizonte erfahren” – zum Welttag des Buches

Lesen - für panyarteDer “Welttag des Buches” öffnet den weltweiten Blick auf das Lesen und die Welt der Bücher – ein guter Anlass, um sich an diesem Tag an den Bibliotheks-Projekten von Pan y Arte in Nicaragua zu freuen. Durch Spenden lässt sich die Weiterentwicklung der dortigen Angebote für Leseförderung und Kultur nachhaltig unterstützen. http://panyarte.de/de/projekte/bibliothek-buecherbus/spendenaktion.html

In diesen und anderen Projekten von Pan y Arte wird kreative Förderung groß geschrieben. Denn wer lesen kann, entwickelt Ideen – die Voraussetzung für Veränderung. Viele Kinder kommen hier zum allerersten Mal mit Büchern in Berührung. Dabei ist das Angebot an zusätzlichen Aktivitäten vielfältig und anregend für das kreative und fantasievolle Tun rund um Bücher und Geschichten.

Aus Freude an dem, was dort geschieht – zum Welttag des Buches dieses Gedicht: Lesen – für panyarte

Für alle, die’s gern musikalisch mögen: Auch als “Lesen ist…- Song” zu singen: Lesen ist…Song

 

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Buch-Tipp: Herztöne – Lauschen auf den Klang des Lebens

51jK2YruQnL._SX312_BO1,204,203,200_Herztöne – ein Buch über die Kunst des Geigenbaus oder über die Frage nach Gott?  Wie zahlreiche Gedanken, die Martin Schleske in seinem neuen Buch entfaltet, ist das gesamte Buch auf Mehrstimmigkeit angelegt:  Die Leidenschaft für das, was in der Musik zum Klingen kommt, verbindet sich dabei mit der „liebenden Bereitschaft zur Unsicherheit“ – wie Schleske in einem seiner vielen ausgefeilten Sprachbilder das Wesen des Glaubens beschreibt. Es ist die „fragende Liebe“, mit der Schleske seine Gottesbeziehung zu charakterisieren sucht. Mehr als durch alles Machen und Mühen geschehen und offenbaren sich für ihn die wesentlichen Dinge in eine Haltung der Empfänglichkeit und Zuwendung. Die tiefe Spiritualität, von der dieses Buch in einer gut verständlichen und sorgfältig durchdachten Sprache erzählt, kreist nicht um private Befindlichkeit, schlägt weder moralische noch  missionarische  Töne an, sondern zeigt sicht vielmehr offen und schöpferisch verbunden mit Denkenden und Dichtenden,  zu denen u.a. Martin Buber und manche Texte aus dem Judentum wie auch Mystiker wie Meister Eckhart gehören. Lesende werden dazu angeregt, sich mit ihm auf eine höchst inspirierende und sinnliche Gedankenreise durch die Klangfarben des Lebens zu begeben, die letztendlich immer wieder den Grundton der Liebe umspielen. Ein lange nachklingendes Lektüreerlebnis für religiös aufgeschlossene Menschen – weit entfernt von dogmatischer Enge oder esoterischer Beliebigkeit.

Ein paar bedenkenswerte Zitate aus dem Buch:
Weiterlesen

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Sonntagsmomente: Buschwindchenweise

 

Frühlingswald / Foto: Susanne Brandt

Frühlingswald / Foto: Susanne Brandt

Ein feines Windchen weht im Busch
und flüstert: Es wird Zeit.
Das Buschwindröschen hat’s gehört
und öffnet sich ganz weit.
Es nickt den Nachbarn freundlich zu,
den grünen wie den greisen,
bis alle wippen, zart berührt,
nach wunderlichen Weisen.

Susanne Brandt

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“Seht die Bäume unter dem Himmel” – Singen mit dem Liederbuch הבה נשירה (Hawa naschira) / Teil 2

BALI

Frühlingsbäume am Strand

Kürzlich habe ich an dieser Stelle am Beispiel des Liedes “Frühlingsregen” einen Einblick in das Liederbuch  הבה נשירה (Hawa naschira) und damit in die Tradition des Singens an der Talmud-Tora-Schule gegeben. http://waldworte.eu/2016/03/28/fruehlingsregen-ein-nachdenken-ueber-das-singen-an-der-hamburger-talmud-tora-schule/

BALI

Strandbaum am Ostseebad

 

Daran möchte ich heute und in den folgenden Wochen nun weiter anknüpfen, um einzelne Beispiele aus dieser besonderen Liedersammlung wieder lebendig werden zu lassen. In behutsamen Übertragungen lassen sich ausgewählte Lieder daraus für die Singpraxis neu erschließen – wie etwa das folgende Beispiel, inspiriert von  der Tradition jüdischer Baumfestlieder: Seht die Bäume unter dem Himmel

 

 

Seht die Bäume unter dem HimmelIn den Erläuterungen dazu wird verwiesen auf verschiedene jüdische Festtraditionen im Jahreslauf der Natur. So wird im Frühjahr am 15. sch’wat bei Vollmond ein Neujahrsfest der Bäume gefeiert. Für dieses Naturfest gibt es keinerlei Bestimmungen, jedoch den Brauch, die Bäume und ihr Gedeihen zu segnen, Früchte zu essen und über das Schicksal der Bäume nachzudenken.

Zur Bedeutung der Bäume im Judentum: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9522

 

Dieser Neufassung liegt ein Loblied auf die Bäume für eben dieses Fest zugrunde –  wahlweise leicht zu begleiten mit Ukulele oder Gitarre. Weiterlesen

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