Du und ich – eine Faltbuchidee für viele Sprachen

In den vergangenen Wochen habe ich viele Beobachtungen und Fragen an die Welt von und für Kinder gelesen. Ich habe viele Bücher angeschaut, die Kinder zum Weiterdenken anregen. Und ich habe gemerkt: Viele Themen sind auch anderswo auf der Welt bedeutsam.

Worum geht es, wenn Kinder die Welt bedenken und betrachten?

Davon erzählt dieses kleine Buch, das ganz einfach aus einem Blatt Papier gebastelt werden kann – überall und in verschiedenen Sprachen der Welt.

Der deutsche Text geht so: Du und ich Textblatt deutsch

Wenn man daraus nun ein kleines Buch falten möchte, dann kann man das Blatt mit folgender Textverteilung hier einfach als Bastelbogen ausdrucken: Du und ich – minibook_54E77070-5056-B132-FB851A1A7C2EFF1E

Eine Anleitung mit Online-Vorlage für andere Textvarianten und Übersetzungen ist hier zu finden: www.minibooks.ch


Ein bisschen schwieriger wird es, wenn man das Buch in Persisch übersetzt (Danke, liebe Shaghi, für die Hilfe!). Die einzelnen Seiten können dabei gern in einer beliebigen Reihenfolge gelesen werden. Wichtig ist allerdings: Das Titelblatt ist jetzt auf der anderen Seite und geblättert wird andersrum, von hinten nach vorne. Eine dafür passende Vorlage zum Basteln des Buches in Persisch sieht deshalb ein bisschen anders aus, nämlich so: Faltbuch Du und Ich persisch Weiterlesen

Geschichten als Geschenke – ein Buch-Tipp für die interkulturelle Praxis

Cover: Maneis / Verlag Don Bosco

Was bewirken Geschichten? Sie sind Geschwister der Intuition und Ermutigungen in ausweglos scheinenden Situationen. Denn mit der Kraft der Fantasie und Imagination öffnen Geschichten den Blick für das Unvermutete und erweitern die begrenzte Realität um die Dimension des Möglichkeitssinns.

Der Psychotherapeut Nossrat Peseschkian sieht in transkulturellen Geschichten ein bedeutsames Potential für positive Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Umweltverhalten. Doch nicht zu vergessen: Zunächst mal sprechen Geschichten in einer Sprache, die Kinder unmittelbar erreicht und ihren Sinn für das Spielerische und Wunderbare, für Gerechtigkeit und für die Hoffnung auf ein gutes Ende anspricht.

Wer Geschichten alles das zutraut und offen dafür ist, sie mit einer solchen Haltung der Hoffnung zu erzählen, findet dafür in dem Buch “Ich habe meine Märchen mitgebracht” eine bemerkenswerte Fundgrube an Märchen, Geschichten, Liedern und Spielideen. Julia Erche und Alexander Jansen haben sie bei Menschen aus West- und Ostafrika, aus arabischen Ländern und dem persischen Kulturkreis gesammelt. Sie haben den Schatz, den Kinder und Jugendliche, Männer und Frauen ihnen anvertraut haben, behutsam bearbeitet und legen offen, wie und warum sie manches vielleicht ein bisschen anders weitererzählen als nach dem Original.

Sie trauen den überlieferten Quellen jene Lebendigkeit zu, die sie immer hatten und weiterhin haben werden: beweglich und veränderbar, von Mund zu Mund weitererzählt, variiert, ergänzt um neue Spiel- und Klangelemente. Zu allem findet der Künstler Maneis eine feine Balance, um Motive aus dem Erzählten in seinen Illustrationen aufzugreifen und den eigenen Bildvorstellungen der Kinder damit Inspiration zu geben – aber keine engen Vorgaben. Die Ränder seiner Aquarelle verlaufen ins Offene. Hier bleibt Freiraum zum Fantasieren. Weiterlesen

Ideenfundgrube für das lebendige Erzählen: Praxisbuch Erzählschiene

Oft sind es gerade die einfachen Dinge, die der Kreativität und Ideenfülle in der Begegnung mit Kindern umso größere Freiräume öffnen. So auch bei der Erzählschiene: ein sorgfältig gefertigtes Holzbrett als Spielfläche – gerade diese Schlichtheit erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten beim Erzählen auf überraschende Weise. Drei Rillen erlauben es, dass einfache Kartonfiguren darauf hin- und herlaufen können. Oder sie bieten kleinen Schaubildern zum Betrachten sicheren Halt. Oder sie werden zur Bühne für wechselnde Szenen vor einer Kamishibai-Erzählkulisse.

Cover Don Bosco Verlag

Das Besondere: Die Führungsrillen ermöglichen die Darstellung einer zeitlichen oder räumlichen Mehrschichtigkeit. Sie helfen bei einer gut sichtbaren Präsentation von Bild- oder Textzeichen. Und sie lassen offen, mit welchen künstlerischen Techniken bei der Herstellung von eigenen Figuren gearbeitet werden soll: Collage oder Materialdruck? Gemalt, gewischt oder gekratzt? Auch ein Mix aus verschiedenen Stoffen ist willkommen!

Von dieser Fülle an Möglichkeiten erzählt das gerade erschienene Praxisbuch der Pädagogin und Künstlerin Gabi Scherzer, die die Erzählschiene aus der Praxis für die Praxis entwickelt hat. Die vielen kurzen, mit Fotos reich illustrierten Einzelkapitel zum Einsatz der Erzählschiene in der Sprachförderung, als Tischtheater oder Jahreszeitenbild liefern vor allem Impulse: zum Nachmachen (dafür ist alles knapp & klar erklärt) – vor allem aber auch zum Weiterdenken und Selbstgestalten.

Es gibt für die Erzählschiene – vergleichbar mit den fertigen Materialien für das Kamishibai – bereits eine Auswahl an sehr schöne Materialsets zum Ausschneiden und Nachspielen. Aber die besondere Chance der Erzählschiene liegt tatsächlich in der Möglichkeit, die Flexibilität und Variantenvielfalt von beweglichen Figuren zu nutzen, die Fantasie der Kinder anzuregen und mit ihnen gemeinsam zu entdecken, wie man vom  kleinsten Teilchen bis zur großen Kulisse alles selbst erfinden und herstellen kann. Weiterlesen

Tanzende Töne und reisende Muscheln. Auf der Suche nach Verbundenheit in Musik, Rhythmus und Sprache

Was haben Muscheln und Ukulele, eine Flöte und das spanische Bilderbuch vom Seiltänzer miteinander zu tun? Sie gehören in meinen Rucksack, wenn es an diesem Wochenende bei den “Tontalenten” im Rahmen des Projekts “Musik und Vielfalt” darum geht, Musik als internationale Sprache und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Musik und Sprache, Bewegung und Rhythmus gemeinsam auszuloten.

c abacVerlag / Cover: Africa Fanlo

Das Bilderbuch vom Seiltänzer habe ich mir für dieses erste Treffen ausgesucht, weil es auf so vielschichtige Weise von der Bedeutung eines roten Fadens erzählt, der sich durch die Zeit und die Welt ziehen kann, hin und wieder Knoten bildet und uns an die Balance erinnert, die es zu suchen gilt, wenn einem der Faden nicht entgleiten soll.

Davon erzählt das Buch mit wenigen Worten, mit starken Bildern – und eben diese lassen sich auch in Musik verwandeln, wenn die Flöte den Faden aufnimmt… Weiterlesen

Sonntagsmomente: Können Freude und Lachen an jedem Tisch sein?

aus: Wie entsteht eigentlich die Zukunft? www.bilingual-picturebooks.org

Welche Fragen sind Kindern wichtig, wenn sie über die Welt und die Zukunft nachdenken? 17 Beispiele aus einer Fülle von über 80 Rückmeldungen im Rahmen des Workshops “Mit dem Staunen fängt es an” haben Jugendliche bei den Bücherpiraten e.V. in Lübeck jetzt zu einem digitalen Bilderbuch verarbeitet. Möglich gemacht wurde der Workshop durch eine Kooperation mit der Büchereizentrale Schleswig Holstein und einer Förderung des Fonds Nachhaltigkeitskultur.

Eines meiner persönlichen Lieblingsbilder gehört zu der Frage:

“Können Freude und Lachen an jedem Tisch sein?”

Welche Antworten lassen sich auf der ganzen Welt dazu finden? Eines von vielen Beispielen – folgende Geschichte:

Das große Tischtuch. Eine persische Weisheitsgeschichte