Kategorie: Lyrik & Freiluftpoesie

Hier geht es um Gedichte in und aus meinem Lebensumfeld – aber auch um vielfältige Erfahrungen mit Literatur und Klang in verschiedenen Sprachen der Welt

Sonntagsmomente: Zerrissenheit

Zerrissenheit schmerzt – was abbricht, verhärtet, nach Wundern hungert, so wund und getrieben, so mühsam, fragil, hängt an brüchigen Fasern. Immerhin – solange nicht alles zerfallen, nicht alles zertreten, zerbombt, verbrannt, bleibt ein Hoffen, dass irgendwas halten kann, dass nicht alles dem Hass in die Hände fällt, auch ich nicht und du nicht und du

Sonntagsmomente: Stille nach dem Sturm

Ein tiefer Riss – dann Stille nach dem Sturm   Vielleicht hat dieser Windstoß nur gefehlt   brach ein brach auf brach ab was nicht mehr hält   was sich nun öffnet unverschont berührt sein will   und weiter lebt verbunden anders still   Susanne Brandt

Ein Jahr mit der Buche – kleine Wesen unter großen Bäumen

Noch traut sich kaum ein Halm ans Licht auf wintergrauen Beeten. Ein Baumstumpf aber ist geschmückt mit wuchernden Trameten. Wer sich nach Grün und Blumen sehnt und sucht und sucht vergebens, entdeckt das Schöne unverhofft als stille Kraft des Lebens beim toten Holz im Buchenlaub – ein Wunderwerk im Wald. Was leblos schien, verwandelt sich

Sonntagsmomente: Die Bäume beben

Die Bäume beben – lassen sich erschüttern, wenn Sturm und Kälte in die Äste fassen. Sie wollen gar nicht hart und mächtig sein.   Die Windgefährten, filigran und klein, trauen den Wurzeln, sehnen sich nach Weite, wissen das zarte Gras an ihrer Seite,   sind nicht allein, auch wenn sie einsam stehen – wie Freunde,

Im Jahreslauf: Natur lieben lernen mit Sprache und Spiel

Ein Waldspaziergang an einem kalten Herbst- oder Wintertag: Schau dich um. Was siehst du? Spitz die Ohren. Was hörst du? Atme tief durch. Was riechst du? Wir könnten nicht darüber nachdenken, davon erzählen oder schreiben – ohne Wörter. Ohne jene Wörter, die uns helfen, solche Wahrnehmungen zu benennen, lässt sich auch nicht so leicht verstehen