Auf dem Weg in den Tag dieser eine Moment der geschieht sich entzieht nie ganz zu begreifen ein Blick in den Himmel ein stiller Gedanke noch leicht genug ins Freie zu schweifen Susanne Brandt
Spaziergänge sind ja immer wieder für Überraschungen gut – auch auf vertrauten Wegen. Auch bei Nieselregen. Gestern zum Beispiel – da lese ich zwischen Buchenlaub und Gestrüpp auf einem Baumstumpf in sauberen Buchstaben aufs alte Holz geschrieben: Gott ist da. Wo? Hier! Nun gebe ich zu, dass ich keine Freundin von religiösen Slogans à la
Hamburger Hauptbahnhof. Ein Schritt vor die Tür. Maske lüften. Durchatmen. Ein bisschen Bewegung vor der langen Weiterfahrt. Um mich herum: Stein, Asphalt, Stahl, Beton, Autos und viele Menschen. Keine grüne Oase. Ich schaue genauer. Da! Aus einer Ritze zwischen Gehweg und Wand hat sich was ans Licht gearbeitet. Ein Weizenhalm, wie ich vermute. Noch grün
Einmal im Jahr gönne ich mir eine Tagungswoche, um das intensiver tun und verfeinern zu können, was sonst in meinem Alltag oft nur zu den Randzeiten, beim Bahnfahren oder Laufen stattfinden kann: Erkundungen im Poetischen. Ich tue das seit 30 Jahren im September und ich erlebe das nicht allein, sondern gemeinsam mit vielen vertrauten Menschen
Der Sommer lädt zum Fest, bevor er geht, stellt Leitern auf für die, die sich ins Blaue träumen, legt frischen Tau auf Bänke unter Apfelbäumen und schenkt verschwenderisch viel Sonne aus. Da sitzen Menschen lange noch vorm Haus und saugen tief, ganz tief die Wärme ein. Sie wird im Winter tief, ganz tief ein