Zum 4. Advent: “Und das habt zum Zeichen…”

Aufbruch, mutige Freude, Zeit für Geschichten – mit jeder Adventswoche habe ich in diesem Jahr versucht, dem Besonderen dieser Zeit auf die Spur zu kommen. Was mir dabei geholfen hat: mit verfeinerter Aufmerksamkeit durch die Stadt gehen, besser zuhören, wenn Menschen erzählen, sich einfach mal Zeit lassen, um über das Entdeckte nachzudenken…

Flensburger Altstadt, Foto: Susanne Brandt

Nun – vor dem 4. Advent – ein viertes Stichwort, das mir dabei wichtig geworden ist: Zeichen

Wer morgen die Weihnachtsgeschichte nach Lukas liest oder hört, wird auch die Botschaft des Engels wieder hören: „Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“  Was also anfangen mit solchen und vielen anderen Zeichen, die uns in unzähligen Zusammenhängen des Alltags, vor allem aber auch in religiös geprägten Zeiten begegnen?

Zeichen wollen etwas ausdrücken, tragen damit Chance und Gefährdung zugleich in sich: Sie erinnern und sie werden missbraucht und umgedeutet, verflacht und benutzt für Zwecke, die das Zeichen von seiner ursprünglichen Bedeutung lösen und so vielleicht irreparabel schädigen. Das lässt sich nicht immer verhindern. Das lässt sich wahrnehmen, bedenken und kritisch hinterfragen, wenn wir Zeichen sehen und nutzen. Es gibt nicht nur gute Zeichen. Es gibt auch Zeichen, die Menschen verletzen, erniedrigen, ausgrenzen. Zeichen zu deuten und zu verwenden heißt also immer auch: sich seiner Verantwortung bewusst zu sein bei dem, was durch Zeichen zum Ausdruck gebracht und weitergegeben wird. Weiterlesen

Vorlese-Tipp: Wenn im Winterwald Bären wären…

www.papperlapapp.co.at

Heute in der Stadtbibliothek Flensburg: Vorlesen im Advent! Noch ist nicht Weihnachten und noch liegt bei uns im Norden kein Schnee – aber begleitet von Musik, Bildern und Fantasie haben wir uns in der wie immer bunt gemischten Gruppe mit Kindern aus verschiedenen Herkunftsländern schon mal auf die winterliche Zeit eingestimmt – mit Tiergeschichten wie “Bären schlafen im Winter” von Barbara Peters, illustriert von Jane McGuiness in dem wunderbaren Papperlapapp-Heft Nr.4. Weiterlesen

Bilder im Kopf und Melodien in den Füßen – von Menschen, Orten und Visionen

Die letzten zehn Tage war ich viel auf Reisen. Menschen aus verschiedenen Ländern sind mir begegnet: aus Indien und aus Lateinamerika, aus Italien, Österreich und der Schweiz. Die Anlässe unserer Treffen und Gespräche an verschiedenen Orten waren ganz unterschiedlich – und doch: Im Rückblick auf die ereignisreiche Zeit, die hinter mir liegt, nehme ich auch Verbindendes wahr. Es ging bei all diesen Begegnungen um die Beziehung zwischen Kultur und Umwelt, um Sprache als Verbindung zwischen innen und außen,  um Brücken zwischen Kunst und Natur, um das Schöpferische, das in jeden Menschen hineingelegt ist und zur Entfaltung gebracht werden kann.

“…und warte auf einen Lichtfang” – Poesie als Ausblick ins Freie

Gedichte erzählen davon – mit den Worten von Annakutty Valiamangalam, die ich bei der Preisverleihung zum Hildesheimer Literatur-Wettbewerb kennen lernen durfte, klingt das so: Weiterlesen

Warum ich gerne durchs Land reise…

 

Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster. Ich bin unterwegs zu Seminaren im Westen und im Osten Deutschlands, bei denen ich Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich in Bibliotheken engagieren, etwas von meiner Freude an einer lebendigen Vielfalt weitergeben möchte. Es geht um  vielfältige Geschichten und Bilder, die wir in Bibliotheken miteinander erleben und gestalten können. Durch Seminarreisen im gesamten Bundesgebiet habe ich bereits viele Menschen kennen gelernt, die eine Menge zu dieser Vielfalt beitragen und weiterhin daran mitwirken werden. Was sie genau tun und möglich machen? Zum Beispiel Brücken bauen durch das gemeinsame Entdecken von Bildern. Oder etwas “zur Sprache bringen” durch Geschichten. Oder einfach Gastfreundschaft üben in einladenden Räumen. Oder Alltag teilen im Dialog von Mensch zu Mensch. Oder aufeinander hören beim Singen und Klingen… Weiterlesen

Zum Tag der Bibliotheken: Die Bibliothek im Gedicht

Die Bibliothek

Bücher stehn um dich herum:Alte Büchrei
große, kleine, dünne, dicke,
alte, neue, pow’re, schicke,
stehn herum und warten stumm,

bis die Leiter du erklimmst
und dann einem dieser Tiere
etwas geistige Wagenschmiere,
jeweils nach Bedarf, entnimmst.

Während aber allgemein,
wo ein Vorrat sich befindet,
dieser durch Konsum verschwindet,
pflegt es hier nicht so zu sein.

Wie der Ranft des Hutzelmanns,
wie der Ölkrug zu Sarepte,
der stets aus dem vollen lebte,
bleibt ein Buch intakt und ganz.

Ist das nicht ein schöner Brauch?
Drum, o Mensch, steck’ deine Gelder
in gedruckte Geistbehälter
und die Nase möglichst auch!

Hans Erich Blaich – “Dr. Owlglass” (1873-1945)

Mehr Bibliotheksgedichte sind zu finden in: “Bibliotheken der Dichter. Ein Auswahl deutschsprachiger Bibliotheksgedichte vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hrsg. von Raymond Dittrich. 2016”

http://waldworte.eu/2016/09/24/woher-die-worte-den-mut-nehmen-bibliotheksgedichte-erzaehlen-bibliotheksgeschichte/