Warum ich gerne durchs Land reise…

Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster. Ich bin unterwegs zu Seminaren im Westen und im Osten Deutschlands, bei denen ich Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich in Bibliotheken engagieren, etwas von meiner Freude an einer lebendigen Vielfalt weitergeben möchte. Es geht um  vielfältige Geschichten und Bilder, die wir in Bibliotheken miteinander erleben und gestalten können. Durch Seminarreisen im gesamten Bundesgebiet habe ich bereits viele Menschen kennen gelernt, die eine Menge zu dieser Vielfalt beitragen und weiterhin daran mitwirken werden. Was sie genau tun und möglich machen? Zum Beispiel Brücken bauen durch das gemeinsame Entdecken von Bildern. Oder etwas „zur Sprache bringen“ durch Geschichten. Oder einfach Gastfreundschaft üben in einladenden Räumen. Oder Alltag teilen im Dialog von Mensch zu Mensch. Oder aufeinander hören beim Singen und Klingen… Weiterlesen

Zum Tag der Bibliotheken: Die Bibliothek im Gedicht

Die Bibliothek

Bücher stehn um dich herum:Alte Büchrei
große, kleine, dünne, dicke,
alte, neue, pow’re, schicke,
stehn herum und warten stumm,

bis die Leiter du erklimmst
und dann einem dieser Tiere
etwas geistige Wagenschmiere,
jeweils nach Bedarf, entnimmst.

Während aber allgemein,
wo ein Vorrat sich befindet,
dieser durch Konsum verschwindet,
pflegt es hier nicht so zu sein.

Wie der Ranft des Hutzelmanns,
wie der Ölkrug zu Sarepte,
der stets aus dem vollen lebte,
bleibt ein Buch intakt und ganz.

Ist das nicht ein schöner Brauch?
Drum, o Mensch, steck‘ deine Gelder
in gedruckte Geistbehälter
und die Nase möglichst auch!

Hans Erich Blaich – „Dr. Owlglass“ (1873-1945)

Mehr Bibliotheksgedichte sind zu finden in: „Bibliotheken der Dichter. Ein Auswahl deutschsprachiger Bibliotheksgedichte vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hrsg. von Raymond Dittrich. 2016“

http://waldworte.eu/2016/09/24/woher-die-worte-den-mut-nehmen-bibliotheksgedichte-erzaehlen-bibliotheksgeschichte/

 

„Woher die Worte den Mut nehmen“ – Bibliotheksgedichte erzählen Bibliotheksgeschichte

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Stadtbibliothek Stuttgart, Foto: Susanne Brandt

Wer Bücher liebt und mit Bibliotheken vertraut ist, wird bei dieser Lyrik-Anthologie ins Staunen kommen: Was der Herausgeber Raymond Dittrich in dem neu erschienenen Auswahlband „Bibliotheken der Dichter“ an Bibliotheksgedichten aus vielen Jahrhunderten zusammengetragen und durch Register erschlossen hat, ist von einer so überraschenden Vielfalt geprägt, dass man sich gern darin „festliest“. Viele bekannte und einige unbekannte Namen gibt es dabei zu entdecken: Gryphius und Grillparzer, Hesse, Brecht und Roth, Jandl, Bachmann und Gernhardt. Auch der 1971 geborene Jan Wagner, Leipziger Buchpreisträger im letzten Jahr, fehlt nicht. Sie bringen in ihrer Lyrik etwas davon zum Ausdruck, was Bibliotheken sind und bewirken, beflügeln oder begrenzen. Und folgt man dabei der Chronologie des Buches, lesen sich die Gedichte zugleich wie eine Reise durch die Bibliotheksgeschichte – und durch das sich verändernde Erleben von Büchersammlungen im Laufe der Jahrhunderte. Weiterlesen

Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Reisebeschreibung durch ein spannendes Buch

Download (2)Im Sommer 2011 habe ich in diesem Blog meine Freude über das Buch „Vom Wandern“ von Ulrich Grober zum Ausdruck gebracht.  Nun bin ich abermals auf ein 2013  aktualisiertes und erweitertes Buch (1. Aufl. 2010) von Ulrich Grober gestoßen – abermals zu einem Thema, das mich, wie schon das Wandern, seit vielen Jahren buchstäblich „bewegt“: „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs“ – so der Titel. Was auch dieses Buch wieder von anderen Veröffentlichungen zum Thema unterscheidet, ist der tiefe Einblick in die vielen Facetten des Begriffs. Nachhaltigkeit wird hier nicht – wie so oft – als Floskel vereinnahmt. Vielmehr zeigt der Autor kenntnisreich und durch treffend gewählte Zitate belegt die vielen kulturgeschichtlichen Einflüsse auf Entwicklung und Deutung des Begriffs, entdeckt Urtexte und Vordenker aus verschiedenen Epochen, Nationen, Perspektiven und macht an unterschiedlichen Nachhaltigkeitsmodellen deutlich, wie diese um menschliche Grundbedürfnisse und um Lebensqualität kreisen und ringen.

Der „Europäische Traum“ und andere Visionen

Als ein besonders bemerkenswertes Beispiel in dieser Zeit – 12 Jahre später: Die Schlussworte des US-Soziologen Jeremy Rifkin in seinem 2004 erschienenen Buch „Europäischen Traum. Die Vision einer leisen Supermacht“:

„Wir leben in unruhigen Zeiten. Viel von der Welt liegt im Dunkeln, sodass zahlreiche Menschen keine klare Orientierung haben. Der Europäische Traum ist ein Silberstreif am Horizont einer geplagten Welt. Er lockt uns in eine neue Zeit der Inklusivität, Diversität, Lebensqualität, spielerischen Erfahrung, Nachhaltigkeit, der universellen Menschenrechte und der Rechte der Natur und des Friedens auf Erden.“ Weiterlesen

Aus dem Buch gezaubert – Ideen für deutsch-arabische Märchenstunden

Aus dem Buch gezaubert

Das Holzbuch von Jugendlichen der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei – hier reich gespickt mit Ideen für das mehrsprachige Lesen und Erzählen…

Was heißt „Tisch“ auf Arabisch? Oder „Bett“ auf Deutsch? Was hat eine Feder damit zu tun? Und die Katze auf der Butterbrot-Tüte? Nicht aus dem Hut sondern aus dem Buch gezaubert werden am kommenden Freitag leicht umsetzbare Ideen mit ganz einfachen Materialien für deutsch-arabische Märchenstunden. Die Veranstaltung basiert auf Buchpaketen mit Kinderbüchern in arabischer Übersetzung, die vom Goethe-Institut in den vergangenen Monaten an viele Bibliotheken kostenlos weitergegeben werden konnten – verbunden mit einem Fortbildungsangebot, das die Arbeit mit diesem besonderen Buchgeschenk in der Praxis erleichtern soll und in Zusammenarbeit mit den dbv-Kommissionen Interkulturelle Bibliotheksarbeit und Kinder- und Jugendbibliothek in Berlin durchgeführt wird. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht: http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/veranstaltungen/WS_Einfach_Lesen_Programm_V4.pdf Weiterlesen