Sonntagsmomente: Ins Blaue träumen

Foro: Susanne Brandt

In stillen Stunden
schaue ich gerne
den Blättern zu:
Ein leichter Windhauch –
schon wippen sie
an den Zweigen,
verspielt und verbunden
zu einem verwegenen Reigen,

auf dass ein paar Tänzer
sich lösen
und einfach ins Blaue träumen,
wie Federn fallen
ins laubweiche Gras
unter müden Bäumen,

als rollten sie dort,
Blatt für Blatt,
einen leuchtenden Teppich aus.

Der Sommer nimmt Abschied.
Und morgen wandert mit wehenden Schleiern
der Nebel ums Haus.

Susanne Brandt

„Seht die Bäume unter dem Himmel“ – Singen mit dem Liederbuch הבה נשירה (Hawa naschira) / Teil 2

BALI

Frühlingsbäume am Strand

Kürzlich habe ich an dieser Stelle am Beispiel des Liedes „Frühlingsregen“ einen Einblick in das Liederbuch  הבה נשירה (Hawa naschira) und damit in die Tradition des Singens an der Talmud-Tora-Schule gegeben. http://waldworte.eu/2016/03/28/fruehlingsregen-ein-nachdenken-ueber-das-singen-an-der-hamburger-talmud-tora-schule/

BALI

Strandbaum am Ostseebad

 

Daran möchte ich heute und in den folgenden Wochen nun weiter anknüpfen, um einzelne Beispiele aus dieser besonderen Liedersammlung wieder lebendig werden zu lassen. In behutsamen Übertragungen lassen sich ausgewählte Lieder daraus für die Singpraxis neu erschließen – wie etwa das folgende Beispiel, inspiriert von  der Tradition jüdischer Baumfestlieder: Seht die Bäume unter dem Himmel

 

 

Seht die Bäume unter dem HimmelIn den Erläuterungen dazu wird verwiesen auf verschiedene jüdische Festtraditionen im Jahreslauf der Natur. So wird im Frühjahr am 15. sch’wat bei Vollmond ein Neujahrsfest der Bäume gefeiert. Für dieses Naturfest gibt es keinerlei Bestimmungen, jedoch den Brauch, die Bäume und ihr Gedeihen zu segnen, Früchte zu essen und über das Schicksal der Bäume nachzudenken.

Zur Bedeutung der Bäume im Judentum: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9522

 

Dieser Neufassung liegt ein Loblied auf die Bäume für eben dieses Fest zugrunde –  wahlweise leicht zu begleiten mit Ukulele oder Gitarre. Weiterlesen

Waldworte des Tages: Georg Bydlinski und die Sprache der Bäume

Manchmal sind die Gedichte von Georg Bydlinski wie Schmetterlinge im Kopf: Hat man sich mit seinen zarten Versen vertraut gemacht, kann es passieren, dass sie einem plötzlich durch die Gedanken huschen – besonders beim Spazierengehen.  Ich kenne nur wenige Lyriker, die ein so feines Gespür für die stille Sprache der Natur zeigen wie dieser Dichter, der vor wenigen Monaten mit dem Friedrich-Bödecker-Preis 2012 geehrt worden ist.

In der aus diesem Anlass gehaltenen Laudatio vom Dichterkollegen Manfred Schlüter auf den Preisträger wird  diese Gabe der genauen Wahrnehmung  einfühlsam gewürdigt: „Georg ist einer, der zu hören in der Lage ist. Und zu sehen. Der seine Aufmerksamkeit immer wieder den vielen kleinen Dingen schenkt, aus denen unsere große Welt sich zusammen setzt. In seinen Texten für Erwachsene. Und in denen für Kinder“, weiß Manfred Schlüter – und wer sich durch seine Texte sensibilisieren lässt für eben diese kleinen Dinge, schaut und hört anders auf die Sprache der Bäume:

Die Rinde

Mit der Hand
über die Baumrinde
streichen

Die Sprache der Bäume lernen
um in ihr
zu schweigen

(aus „Schneefänger“ von Georg Bydlinski, Edition Atelier 2001)

Die Laudation auf den Lyriker steht hier zum Nachlesen im Internet: http://www.georg-bydlinski.at/person/friedrich-boedecker-preis.html

 

Kamishibai in aller Welt – die Welt des Kamishibais

Jörg Baesecke erzählt mit Kamishibai - und vielen anderen kleinen Wunderdingen...

Jörg Baesecke (www.kleinstebuehne.de) eröffnet den Reigen der „Kamishibai-Impressionen“ aus aller Welt – und liefert allen, die sich insgesamt für die Erzählkunst interssieren, mit seinem Beitrag über „Bäume im Märchen“ eine schöne Abrundung zum Jahr der Wälder 2011. Danke dafür!

Ein Baum wächst in den Himmel Weiterlesen