Wald & Worte – zum Welttag der Poesie am Internationalen Tag des Waldes

Wald & Worte – zum Welttag der Poesie am Internationalen Tag des Waldes

“Internationaler Tag des Waldes” und “Welttag der Poesie” fallen jährlich am 21. März zusammen. Einerseits gilt es, sich über die Bedeutung von Wäldern weltweit Gedanken zu machen – in diesem Jahr zum 50. Jubiläum des Gedenktages. 

Und die “Poesie”?

Sie lässt sich nicht von bestimmten Zwecken und vorgefassten Zielen vereinnahmen – auch nicht für den Schutz des Waldes. 

Aber: Sie spürt dem nach, was da ist, schärft die Sinne, versucht Vielschichtigkeit in der Verdichtung zu fassen, beschreibt mit Hingabe, spielt mit Wörtern aus Freude am Lebendigen, singt Liebeslieder…

  • als kleines Beispiel für ein einfaches “Waldwortspiel” zum Ausprobieren für Große und Kleine: Ein Waldwort, das zunächst draußen bei einem Waldspaziergang durch genaue Wahrnehmung der Bäume gesucht wird – hier z.B. “Astnarben” – wird in einem Mix aus einer Art Akrostichon und einem Figurengedicht nach dem Bauplan “1-2-3-1-1-1-1” (Wörter pro Zeile = Baumkrone auf Baumstamm) zu einem gedichteten Baumbild, das zugleich eine Momentaufnahme aus dem Wald beschreibt.

So finden sie zusammen – die Gedanken und sprachlichen Verdichtungen zu dem, was der Wald an erstaunlichen und lebendigen Zusammenhängen offenbart und jene Erkenntnisse, die uns den Wald in seiner globalen Bedeutung immer besser verstehen lassen.

Denn um den genauen Blick für lebendige Zusammenhänge geht es dabei ebenso:

In einem Beitrag des Jane Goodall Instituts zum Internationalen Tags des Waldes wird für eine Vielfalt an Maßnahmen geworben, um die Wälder der Welt zu schützen. Aufforstung allein ist als Lösung zu kurz gedacht. Ob das Pflanzen eines jungen Waldes gleich zur Klimarettung beiträgt, hängt von vielen Faktoren ab. Der Wald muss erst wachsen um den Kohlenstoff nach und nach aufzunehmen. Und nicht jeder Baum ist gleich gut geeignet.

 

Die Verbindung zum Wald (wieder-)entdecken
Dr. Jane Goodall erkannte bereits in den 90er Jahren, dass der Schutz der Schimpansen für die sie einst berühmt wurde, sowie zahlreiche anderer Tierarten nur möglich ist, wenn sie die Menschen dafür gewinnen kann: Ich habe Wälder schon immer geliebt. Alte Bäume können in den Menschen, die sie zu schützen versuchen, eine tiefe Leidenschaft erwecken. Bäume sind auch unser günstigster und effizientester Weg, die globale Erwärmung zu verlangsamen. Meine Aufgabe ist es, mich für eine Welt einzusetzen, in der wir in Harmonie mit der Natur und insbesondere den Wäldern leben können.“, sagt Jane Goodall über ihre Mission.

 

5 KRITERIEN FÜR EINE SINNVOLLE AUFFORSTUNG – IN AFRIKA UND EUROPA:

1. Bestehende Wälder müssen geschützt werden
Wälder mit altem Baumbestand sind Orte mit beträchtlicher Biodiversität und die größten Kohlenstoffspeicher. Das Pflanzen junger Bäume muss Hand in Hand mit dem Schutz bestehender Waldgebiete gehen.

2. Die richtigen Baumarten müssen gepflanzt werden
Weltweit gibt es 60.000 verschiedene Baumarten. Nicht alle eignen sich gleich gut zur Aufforstung. Durch den Klimawandel ändern sich Standortbedingungen derzeit so schnell, dass nicht alle Pflanzen sich entsprechend anpassen können. Baumarten, die bis vor kurzem als heimisch galten, wie hierzulande Buche und Fichte, leiden unter zunehmender Hitze und Wassermangel. Mit dem nötigen Weitblick hinsichtlich zukünftiger Klimaszenarien müssen jene Baumarten gewählt werden, die standortangepasst und langfristig überlebensfähig sind.

3. Mischkulturen müssen den Vorrang haben
Rasch wachsende Monokulturen sind keine gute oder nachhaltige Wahl, da sie anfälliger für Schädlinge sind, weniger Tieren und Pflanzen Schutz und Nahrung bieten und weniger CO2 speichern. Auch wenn die Aufzucht und der Erhalt von Mischkulturen etwas aufwändiger ist – der Wald ist gesünder und widerstandsfähiger.

4. Die Interessen der lokalen Bevölkerung müssen berücksichtigt werden
Ohne die Akzeptanz der Menschen vor Ort, ist jedes Aufforstungsprojekt zum Scheitern verurteilt. In Afrika, wo die Bevölkerung rasant wächst und die Menschen Platz zum Leben brauchen, müssen deren Interesse einbezogen werden. Für jedes Projekt bedarf es der Bewusstseinsbildung für den Schutz der bestehenden und die Aufforstung neuer Wälder. In Workshops müssen die vielschichtigen Faktoren, die ein gesunder Wald mit sich bringt, vermittelt werden: Regulierung des Grundwassers und sauberes Trinkwasser, gesunder Boden, Schutz vor Dürre und Austrocknung, mehr Lebensqualität, weniger Mensch-Tier-Konflikte, wirtschaftliche Vorteile durch nachhaltige Forst- und Landwirtschaft.

5. Aufforstung ist kein CO2-Freifahrtsschein
Aufforstung macht dann Sinn, wenn parallel weitere Maßnahmen zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes getroffen werden. Politik, Wirtschaft und Privatpersonen können nachhaltig Verantwortung übernehmen, indem sie das Pflanzen von Bäumen als eine Maßnahme neben vielen weiteren umsetzen, aber nicht um das schlechte Gewissen zu beruhigen.

 

Quelle der Informationen: https://janegoodall.at/baeume-pflanzen-fuers-klima-wie-es-sinnvoll-ist/

 

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