Kategorie: Aus der Praxis: Lyrik & Freiluftpoesie

Hier geht es um Gedichte in und aus meinem Lebensumfeld – aber auch um vielfältige Erfahrungen mit Literatur und Klang in verschiedenen Sprachen der Welt

Medien-Tipp des Tages: Frau Nasekalt

„Frau Nasekalt ging in den Wald. Am Waldfeehaus machte sie halt…“ – was dann passiert, lässt sich besser mit Humor und Hintersinn denn mit Logik erfassen. Wenn einige Rezensenten den skurrilen Unsinn loben, darin aber keine „Botschaft“ entdecken (und auch nicht vermissen), stellt sich für mich die Frage, ob „Botschaften“ nicht auch jenseits von Logik

Waldworte des Tages: Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus, Drängt die Welt nach innen. Ohne Not geht niemand aus, Alles fällt in Sinnen. Leiser wird die Hand, der Mund, Stiller die Gebärde. Heimlich, wie auf Meeresgrund Träumen Mensch und Erde. Christian Morgenstern

Waldworte des Tages: Winterrose

Winterrose   Der Frost hat alle Farben längst verblassen lassen. Sie aber packt verschwenderisch ihr Purpur aus, öffnet bei Schneegestöber noch ihr Knospenhaus. Und blüht.   Die Kälte ist den Bäumen bis ins Mark gekrochen. Sie aber lockt von innen zarte Kraft hervor, stimmt nicht mit ein in den Es-geht-zu-Ende-Chor. Und glüht.   Das Dunkel

Waldworte des Tages: Sonne im Arm

Nun stehen die Tage grau, lässig, still, Weil es herbsten will. Der Sommer wird arm. Doch ich trage junge Violen  im Haar Und Maienstrahlen, eine goldhelle Schar, Und die Sonne im Arm. Max Dauthendey (1867 – 1918)

Waldworte des Tages: Heinrich Seidel und „Das Buch aus der Leihbibliothek“

Eigentlich sollte hier ja der Dichter Heinrich Seidel (1842-1906) mit seinen Waldgedichten und -geschichten vorgestellt werden. Aber bei der Auswahl kam ich nicht vorbei an „Das Buch aus der Leihbibliothek“ – zumal es sich bei einem der Seidel-Waldmärchenbücher in meinem Bücherregal – „Prinzessin Zitrinchen“ – um ein ebenso fleckiges altes Leihbücherei-Exemplar handelt. Wer dazu nun