„Eigentlich ist das, was ich euch erzählen möchte, eine traurige Geschichte. Nein – eigentlich ist es auch eine schöne Geschichte…“ – so beginnen die „Erinnerungen an Rosen“ als literarische Begegnung mit Janusz Korczak. Der Text bildete Mitte und Herzstück einer Lesung in Rattey, die als Veranstaltung des Fördervereins der dortigen Versöhnungskirche im Rahmen von „Kunst heute“ in Mecklenburg-Vorpommern am 4. Oktober eine Ausstellung mit Glaskunsttafeln von Klaus-Uwe Nommensen zu Korczaks Leben und Wirken eröffnet hat.
Nicht alle Geschichten und Gedichte der Lesung nahmen dabei direkt Bezug auf Korczaks Biografie. Und doch haben sie mit seiner Haltung den Menschen, der Natur und ganz besonders den Kindern gegenüber zu tun: Alle ließen unter dem Motto „Lichteinfälle“ etwas aufscheinen von der Kraft der Phantasie, von der Würde in allem Lebendigen, von der Erinnerung an Tragendes in schwierigen Zeiten und vom Zauber der Begegnung. „Wenn die Wälder brennen, muss man sich an die Rosen erinnern“, heißt es bei Korczak. Und auch zu anderen Zeiten haben Menschen im Grünen und Blühen Hoffnung geschöpft, die Natur als unerschöpfliche Kraft erlebt oder gemeinsam den Blick aus dem Fenster gewagt. Solche Fenster ins Freie sind auch das durchgängige Motiv auf den Tafeln der Ausstellung.
„Worüber reden die Bäume mit dem Himmel?“ – so wurde am Ende nochmal ein Zitat von Korczak poetisch zu einem Gedicht entfaltet. Es fragt nach Wurzeln und schlägt damit zugleich einen Bogen zum Anfang des Programms – und zu der lichtdurchfluteten Herbstlandschaft, in der die alte Dorfkirche eingebettet ist.

