Das Entdecken von Lebenszusammenhängen beginnt oft mit dem Staunen, weckt die Lust am Ausprobieren und prägt sich über Bild- und Klangvorstellungen besonders intensiv ein, wenn emotionale, sinnliche und sprachliche Ausdrucksweisen mit ins Spiel kommen.
Es liegt also nahe, solche Welterfahrungen im Alltag von Kita-Kindern spielerisch mit Musikerfahrungen und Geschichten zu verbinden.
Ausgangspunkt dafür können z.B. Begriffe sein, die sich auf Tonhöhen und Klangfarben in der Musik ebenso beziehen wie auf Bewegungen, Körpererfahrungen, Lage im Raum, Farben, Formen und erzähltes Leben.
Hoch und tief, dunkel und hell – das sind mögliche Begriffspaare, die sich in diesem Sinne alltagsintegriert entfalten lassen, indem man Lieder, Instrumente, Spiel- und Bewegungsideen sowie Bilderbücher passend dazu auswählt und flexibel miteinander kombiniert. Dabei lernen die Kinder verschiedene Erfahrungswege kennen und werden auch mit ihren Gefühlen, Ängsten und Hoffnungen angesprochen.
Bausteine, die in diesem Sinne flexibel und situationsgerecht miteinander kombiniert werden können, sind z.B….
- …das Bewegungslied „Sternenfänger“ (von Trio Kunterbunt) mit einem Wechsel von hoch ausgestreckten und tief zusammengekauerten Bewegungen
- …die Instrumente Ukulele, Klangkugel, Glockenspiel u.v.m. mit hohen und tiefen Tönen
- …das Bilderbuch: „Wo die Schaluppen glitzern“ von Nele Moost und Jutta Bücker – eine Geschichte vom Leben im tiefen Tal, bis zwei Freunde aufbrechen, um hoch vom Turm aus das Meer und den Sternenhimmel zu bestaunen.
- …spielerische Ideen mit Klangexperimenten, Klopf-Dialogen und Spontan-Geschichten, die zu den Geräuschen frei erfunden werden
Dazu ein paar Notizen zur Ausgestaltung der musisch-spielerischen Phase:
Während einige Kinder z.B. die Klangeigenschaften einer Ukulele erkunden, indem sie an verschiedenen Stellen das Holz beklopfen und an den Saiten zupfen, werden Geräusche-Dialoge inszeniert, d.h. ein Kind fängt an und erzeugt am Instrument ein Geräusch, das von mir durch ein weiteres Geräusch beantwortet wird. Schnell entdecken auch die Jüngeren, dass es sich dabei um eine Art Gespräch handelt, um ein Frage-Antwort-Spiel, bei dem man jeweils aufeinander hört – mit besonderer Aufmerksamkeit für hohe / tiefe Töne.
Oft entwickeln sich daraus dann kleine Spontan-Geschichten, die von den Geräuschen inspiriert sind – vielleicht in Anknüpfung an das zuvor gehörte Bilderbuch: Ob die beiden Freunde jetzt jeden Tag ans Meer gehen? Schnell oder langsam? Dabei führt der Weg auch weiterhin durch den Wald (dunkle Töne!), bis sie am Meer den großen Sternenhimmel sehen (helle Töne!). Zahlreiche Bezüge zu vielfältigen Naturerfahrungen sind hier vorstellbar und weiter zu entfalten.
Solche Gesprächsanlässe können außerdem als Überleitung zu einem Klangkugel-Spiel genutzt weden: Die Kinder malen in Bildern, was sie in ihrem Leben unter dem großen Sternenhimmel besonders schön/interessant finden. Die bemalten Blätter werden dann mit der Bildseite nach unten auf dem Boden verteilt. Drumherum bilden die Kinder einen Sitzkreis. Die Sternenklangkugel rollt nun mit silberhellen Tönen hin und her über den Boden. Jedes Blatt, das dabei von der Sternenkugel berührt wird, darf umgedreht werden. Vielleicht mag das Kinder, das das Motiv gemalt hat, etwas dazu erzählen?

