Kamishibai ist vielfältig und reich an unterschiedlichen Erfahrungen, Einsatzbereichen und Gestaltungsmöglichkeiten. Das zeigte sich abermals bei der 3. Kamishibai-Konferenz in Prag, veranstaltet von Don Bosco Medien (München) und Pasparta (Prag), die diesmal u.a. mit Vorträgen und Ideen von Annika, Daniela und Holger Demmer wertvolle Einblicke in die Ansätze und das Engagement der www.kamishibai-akademie.org vermittelte.
Aber auch verschiedene Praxisberichte aus Schule, Sonderpädagogik und Therapie sowie besonders der lebendige Austausch in den Workshops am zweiten Konferenz-Tag trugen mit dazu bei, interdisziplinär und mehrsprachig einzutauchen in verschiedene Ansätze und Mut zu machen, die möglichen Spielarten und den eigenen Stil zu entdecken und weiterzuentwickeln.
Einfach anfangen – aber wie?
Ein neu erschienenes Karten-Set mit 30 Tipps und Ideen zur Arbeit mit dem Kamishibai, zusammengestellt von Gesa Rensmann, bildete zum Beispiel in einer der Gruppen die Grundlage für einen anregenden Austausch mit den Teilnehmenden, die wiederum Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen beitragen konnten.
Dabei wurde deutlich: Das handliche Kartenformat mit leicht umsetzbaren Vorschlägen für den Einstieg wie für mehr Vertrautheit in unterschiedlichen Situationen nimmt die erste Hürde zum „einfach Anfangen“ und schafft damit die wichtigste Voraussetzung für jede weitere Entwicklung: Denn „Kamishibai lernen“ ist in erster Linie Beziehungsarbeit und geschieht vor allem durch das regelmäßige Tun im lebendigen Dialog mit den Kindern.
In diesem Sinne liest sich das Karten-Set nicht wie ein theoretisches Lehrbuch, sondern eher wie eine praxistauglich kommentierte Impuls- und Stichwortsammlung: Vertiefungsangebote gestalten, Verse einsetzen, Einstiegsrituale wählen, Musik mit Sprache verbinden, vorlesen oder frei erzählen? Diese und noch viele andere Themen werden auf den Karten knapp und anschaulich erläutert.
Es sind die ganz konkreten Fragen und Interessen, die einem oft begegnen, wenn alltägliche Erfahrungen mit dem Kamishibsi in Kita, Schule und Bibliothek zur Sprache kommen. Und es sind bewährte Handlungsmöglichkeiten, die hier einfließen – keine Patentrezepte. Denn weiterhin gilt: Jede Situation mit dem Kamishibai ist und bleibt ein lebendiges und einzigartiges Geschehen. Die Rahmenbedingungen können unterschiedlich sein. Bei einer dialogischen Erzählweise ist immer mit Überraschungen zu rechnen. Und was am Ende zu einem gelungenen Miteinander von Sprache, Bildern und Begegnung beiträgt, wird von vielfältigen Einflüssen bestimmt.
Die Tipps auf diesen Karten unterstützen diesen Prozess als gut durchdachte Orientierungshilfe, die sich individuell dosiert und sortiert nach Bedarf nutzen lässt. Das ist für den Anfang genau die richtige Portion an Ermutigung und lässt für die Weiterentwicklung genug Freiheit, um die Tipps nach und nach mit eigenen Erfahrungen anzureichern, zu vertiefen und zu variieren.
Türöffner, Basics, Ideen – mit dieser einfachen Gliederung lassen sich die ersten Schritte locker und sicher zugleich gehen wie ggf. auch eigene Erfahrungen strukturiert an Kolleginnen und Kollegen weitergeben.
Was sich darüber hinaus mit vielen weiteren Facetten entfalten kann, haben die Teilnehmenden bei der Kamishibai-Konferenz miteinander erlebt. Gut, wenn sie davon nun etwas in ihren Alltag mitnehmen und vor allem: mit anderen Menschen teilen…
Susanne Brandt



