Wo die Worte wohnen. Schweiz-Impressionen II

Mit dem Wahrnehmen fängt es an: In den Straßen von Aarau wohnen die Worte manchmal unter dem Balkon oder Dachvorsprung. In Bibliotheken gewöhnlich in Büchern. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Für eine Bibliotheksarbeit, die sich an Bildung für nachhaltige Entwicklung orientiert, sind Gestaltungskompetenz und Teilhabe, Vorstellungskraft und Ausdrucksfähigkeit, Sinnstiftung und eine Beziehung zur Mitwelt wichtige Elemente des Bildungskonzepts – auch und gerade mit Worten. Denn Wandel ohne Worte? Schwer vorstellbar.

Es stellt sich also die Frage: Wie lässt sich mit Sprache und anderen Ausdrucksmitteln ein kreativer und gestaltender Prozess anregen, mit dem die Beteiligten – Kinder wie Erwachsene – Sinn, Selbstwirksamkeit und ein gutes Miteinander wie auch tiefere Einsichten in lokale und globale Zusammenhänge erleben?

Vorstellungskraft und Ideen für Veränderungen

Die Gestaltung von Themen und Präsentationsformen für Erzählwege im öffentlichen Raum als gemeinschaftliche und kooperative Aufgabe ist eine Möglichkeit. Aber auch Nature Journaling – für sich wie gemeinsam – oder verschiedene Formate der Wahrnehmungsvertiefung und Konzentration auf wesentliche Gedanken durch kreatives Schreiben. Und nicht zu vergessen: Das freie Erfinden und Erzählen von Geschichten. Denn die dabei mobilisierte Vorstellungskraft hilft auch in anderen Situationen dabei, sich Möglichkeiten auszumalen und daraus Kraft und Ideen für Veränderungen zu schöpfen.

Bei all dem gilt: Was wir mit Sprache entdecken und gestalten, kann ins Freie, in die Wildnis, ins Unverhoffte führen oder von hier aus die Arbeit in der Bibliothek auf neue Weise anregen. Die Veränderung geschieht wechselseitig und kooperativ, belebt die Kreativität, hilft dabei, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen, aber auch neue Impulse zu erfahren oder einfach mal die Perspektive zu wechseln.

BNE als Haltung und Beziehung zur Mitwelt

Um das für Mitarbeitende in Bibliotheken immer auch ganz konkret für die Praxis zu diskutieren und in Übungen zu erproben, öffnete ein Tagesseminar bei Bibliosuisse Einblicke in

  • Vor der Haustür die Welt
  • Erzählwege in vielen Variationen
  • Kleine Wunder in Worten
  • Wildwuchsgeschichten
  • Dialogisches Erzählen mit Kamishibai
  • Wörter, Holz und Steine
  • Nature Journaling 

und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)  als Haltung und Beziehung zur Mitwelt in allem.
Unterm Dach wie unter Bäumen entstanden an einem sommerlich anmutenden Oktobertag Texte und Ideen, wurden Erfahrungen aus Deutschland und der Schweiz miteinander geteilt und BNE als gemeinsame Aufgabe in Bibliotheken unter verschiedenen Aspekten diskutiert. Wir brauchen solche Begegnungen. Ein Dank an alle, die dabei waren und das ermöglicht haben.

https://www.bibliosuisse.ch/angebote/detail?eventid=696

Poetische Randnotiz

 

Susanne.brandt

Bedenkt und entdeckt das Leben in Lübeck oder unterwegs - am liebsten zu Fuß und in der Begegnung mit anderen. Lernt, schreibt, singt, erzählt, teilt und lässt sich jeden Tag vom Möglichen überraschen. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt