Wochenendlektüre-Tipp: Deutschland, ein Wandermärchen

733_17685_170889_1_xxlDie Idee der Autorin hat mir beim “ersten Anlesen” sofort gefallen: Eine Frau, diplomierte Rezitatorin von Gedichten, begibt sich auf dem Fahrrad mit minimalem Gepäck und einem kleinen gelben “Gedichte-Koffer” zwei Halbjahre lang auf eine Art “literarische Walz” durch Deutschland. Für Kost und Logis hat sie eine besondere Handwerkskunst zu bieten: das Rezitieren von Gedichten. Fremde Menschen öffnen für sie ihre Stuben – und laden andere dazu ein, sich an den Gedichten zu freuen, die sie für ihr Programm ausgewählt hat. Darüber hat sie nun ein Buch geschrieben – ein Buch über Menschen, über Deutschland mit seinen wechselnden Landschaften und Stimmungen, über das Unterwegssein, über Gedichte – und über die großen Fragen des Lebens.

Was mir daran gefällt, ist zunächst mal der unaufgeregte Grundton, mit dem sie die Begegnungen und Eindrücke ihrer Reise beschreibt. Natürlich schreibt sie dabei auch über sich selbst – aber nicht so, dass die Erinnerungen zur Nabelschau mit Selbstverwirklichungsdrang geraten. Im Fokus bleibt immer das Gegenüber – das, was ihr begegnet, was sie unterwegs hört und beobachtet, was sie mit Menschen erlebt und in stillen Landschaften wahrnimmt. Und ganz besonders schön: Jedes Kapitel, jede Reiseetappe endet im Buch mit einem passend ausgewählten Gedicht, durch das sie Momentaufnahmen – treffender als durch Fotos – feinsinnig und verdichtet auszudrücken weiß. Weiterlesen

Sonnengesang am Wattenmeer

© Martin Stock / LKN-SH

Auch “Watt(w)orte” haben hier auf “Wald(w)orte” ihren Platz – geht es auf dieser Seite doch nicht allein um den Wald im engen Sinne, sondern vielmehr um die Wahrnehmung der Umwelt  in einem größeren Lebenszusammenhang. Und eben diesen Lebenszusammenhang gilt es mit dem Wattenmeer zu schützen – und zu bestaunen:

„Das Wattenmeer ist ein Ort unfassbarer Schönheit, magisch, wild und üppig. Ein Ort erhabener Stille und donnernden Brausens, eine ästhetische Wüste und ein ökologischer Dschungel”, beschreibt Umweltminister Robert Habeck den größten Naturschatz des Landes zum 5. Jahrestag des Weltnaturerbes Wattenmeer. Weiterlesen

Worte wie Wind unter den “Seelenflügeln”

 

Sigurd Kuschnerus: Koinzidenz / Foto: Susanne Brandt

“Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.”

“Weckworte” nennt der Slam Poet Lars Ruppel Zeilen wie diese aus Eichendorffs “Mondnacht”.

Sie rühren etwas an in Menschen, lassen alte Bilder neu vor das innere Auge treten, verbinden sich mit Erinnerungen – und das nicht nur im Kopf. Der ganze Körper reagiert, wenn die Worte ihn erreichen: entspannte Gesichtszüge, strahlende Blicke, ein Lachen, wippende Füße, schwingende Arme… Weiterlesen