Zum 4. Advent: “Und das habt zum Zeichen…”

Aufbruch, mutige Freude, Zeit für Geschichten – mit jeder Adventswoche habe ich in diesem Jahr versucht, dem Besonderen dieser Zeit auf die Spur zu kommen. Was mir dabei geholfen hat: mit verfeinerter Aufmerksamkeit durch die Stadt gehen, besser zuhören, wenn Menschen erzählen, sich einfach mal Zeit lassen, um über das Entdeckte nachzudenken…

Flensburger Altstadt, Foto: Susanne Brandt

Nun – vor dem 4. Advent – ein viertes Stichwort, das mir dabei wichtig geworden ist: Zeichen

Wer morgen die Weihnachtsgeschichte nach Lukas liest oder hört, wird auch die Botschaft des Engels wieder hören: „Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“  Was also anfangen mit solchen und vielen anderen Zeichen, die uns in unzähligen Zusammenhängen des Alltags, vor allem aber auch in religiös geprägten Zeiten begegnen?

Zeichen wollen etwas ausdrücken, tragen damit Chance und Gefährdung zugleich in sich: Sie erinnern und sie werden missbraucht und umgedeutet, verflacht und benutzt für Zwecke, die das Zeichen von seiner ursprünglichen Bedeutung lösen und so vielleicht irreparabel schädigen. Das lässt sich nicht immer verhindern. Das lässt sich wahrnehmen, bedenken und kritisch hinterfragen, wenn wir Zeichen sehen und nutzen. Es gibt nicht nur gute Zeichen. Es gibt auch Zeichen, die Menschen verletzen, erniedrigen, ausgrenzen. Zeichen zu deuten und zu verwenden heißt also immer auch: sich seiner Verantwortung bewusst zu sein bei dem, was durch Zeichen zum Ausdruck gebracht und weitergegeben wird. Weiterlesen

Lichtwunder und Lebensfreude – Chanukka in Flensburg

 

Ein Lichterfest in der Dunkelheit der winterlichen Natur: Live-Musik und Tänze, Ölgebäck und Getränke zum Warmwerden gehören dazu – vor allem aber der Zauber der brennenden Kerzen und Fackeln.

Die Geschichten und Bräuche rund um das Chanukka-Fest erzählen vom Licht, von der großen Kraft im kleinen Funken, von der Würde und von der Seele der Verfolgten, von ihrer unerschütterlichen Lebendigkeit, mit der die Kleinen sich von den Mächtigen nicht entmutigen lassen  – und immer wieder von dem Wunder, das in allem ruht, bis es mit Geduld und Vertrauen erkannt wird. Am besten erzählen vielleicht die warmherzigen Geschichten des Dichters Isaac B. Singer davon, seine Rettungs-Geschichten wie “Zlateh, die Geiß” oder seine Erinnerungen an Warschau. Es sind Wintergeschichten aus der jüdischen Kultur Osteuropas, tröstliche Erfahrungen mit Gefahr und Rettung in Sturm und Schnee. Weiterlesen