Musik mittendrin 3: Hell und dunkel, hoch und tief…

Das Entdecken von Lebenszusammenhängen beginnt oft mit dem Staunen, weckt die Lust am Ausprobieren und prägt sich besonders intensiv ein, wenn emotionale, sinnliche und kulturelle Ausdrucksweisen mit ins Spiel kommen.
Es liegt also nahe, solche Welterfahrungen im Alltag von Kita-Kindern spielerisch mit Musikerfahrungen und Geschichten zu verbinden.

Ausgangspunkt dafür können z.B. Begriffe sein, die sich gleichermaßen auf musikalische Erfahrungen wie auf Bewegungen, Körper- und Raumwahrnehmung, Farben, Formen und erzähltes Leben beziehen können.

Hoch und tief, dunkel und hell – das sind mögliche Begriffspaare, die sich in diesem Sinne alltagsintegriert entfalten lassen, indem man Lieder, Instrumente, Spiel- und Bewegungsideen sowie Bilderbücher passend dazu auswählt und flexibel  miteinander kombiniert. Dabei lernen die Kinder verschiedene Erfahrungswege kennen und werden auch mit ihren Gefühlen, Ängsten und Hoffnungen angesprochen.

Bausteine, die in diesem Sinne flexibel und situationsgerecht miteinander kombiniert werden können, sind z.B….

  • …das Bewegungslied „Sternenfänger“  (von Trio Kunterbunt) mit einem Wechsel von hoch ausgestreckten und tief zusammengekauerten Bewegungen
  • …Instrumente wie Ukulele, Klangkugel, Glockenspiel u.v.m. mit hohen und tiefen Tönen
  • …das Bilderbuch: „Wo die Schaluppen glitzern“ von Nele Moost und Jutta Bücker – eine Geschichte vom Leben im tiefen Tal, bis zwei Freunde aufbrechen, um hoch vom Turm aus das Meer und den Sternenhimmel zu bestaunen.
  • …spielerische Ideen mit Klangexperimenten, Klopf-Dialogen und Spontan-Geschichten, die zu den Geräuschen frei erfunden werden

Dazu ein paar Notizen zur Ausgestaltung der musisch-spielerischen Phase in der Praxis:

Während einige Kinder z.B. die Klangeigenschaften einer Ukulele erkunden, indem sie an verschiedenen Stellen das Holz beklopfen und an den Saiten zupfen, werden Geräusche-Dialoge inszeniert, d.h. ein Kind fängt an und erzeugt am Instrument ein Geräusch, das von mir durch ein weiteres Geräusch beantwortet wird. Schnell entdecken auch die Jüngeren, dass es sich dabei um eine Art Gespräch handelt, um ein Frage-Antwort-Spiel, bei dem man jeweils aufeinander hört – mit besonderer Aufmerksamkeit für hohe / tiefe Töne.

Oft entwickeln sich daraus dann kleine Spontan-Geschichten, die von den Geräuschen inspiriert sind – vielleicht in Anknüpfung an das zuvor gehörte Bilderbuch: Ob die beiden Freunde jetzt jeden Tag ans Meer gehen? Schnell oder langsam? Dabei führt der Weg auch weiterhin durch den Wald (dunkle Töne!), bis sie am Meer den großen Sternenhimmel sehen (helle Töne!). Zahlreiche Bezüge zu vielfältigen Naturerfahrungen sind hier vorstellbar und weiter zu entfalten.

Solche Gesprächsanlässe können außerdem als Überleitung zu einem Klangkugel-Spiel genutzt weden: Die Kinder malen in Bildern, was sie in ihrem Leben unter dem großen Sternenhimmel besonders schön/interessant finden. Die bemalten Blätter  werden dann mit der Bildseite nach unten auf dem Boden verteilt. Drumherum bilden die Kinder einen Sitzkreis. Die Sternenklangkugel rollt nun mit silberhellen Tönen hin und her über den Boden. Jedes Blatt, das dabei von der Sternenkugel berührt wird, darf umgedreht werden. Vielleicht mag das Kinder, das das Motiv gemalt hat, etwas dazu erzählen?

Die Serie „Musik mittendrin“ mit Ideen und Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis einer alltagsintegrierten Musikbildung mit Kindern startet im September 2026 mit den ersten drei Folgen und wird danach unregelmäßiger in größeren Abständen vor allem jahreszeitlich orientierte Ideen  zusammenfassen, als Arbeitshilfe aufbereiten und weiterhin an dieser Stelle teilen. 

Musik mittendrin 1 – hören, erleben, gestalten…

Musik mittendrin 2: Von Holz-, Papier- und Blätterklängen

Susanne.brandt

Bedenkt und entdeckt das Leben in Lübeck oder unterwegs - am liebsten zu Fuß und in der Begegnung mit anderen. Lernt, schreibt, singt, erzählt, teilt und lässt sich jeden Tag vom Möglichen überraschen. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt