BNE-Festival 2026: Hoffnung mit Wurzeln

Das BNE-Festival im Hospitalhof Stuttgart, veranstaltet in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der Deutschen UNESCO-Kommission, begann überraschend: Der Spoken-Word-Künstler Nikita Gorbunov erinnerte an seinen Urgroßvater Lew Kopelew als einen Menschen mit einer klaren inneren Haltung. Es gibt Erinnerungen, die bis weit in die Zukunft hinein inspirieren.

Auch Prof. Dr. Maike Sippel von der HTWG Konstanz nahm in ihrem anschließenden Vortrag einige Fäden zwischen Vergangenheit und Zukunft nochmal anders im Sinne des Ansatzes von „Active Hope – eine Hoffnung mit Wurzeln“ (Macy, Johnstone 2012) auf und stellte dazu vier Fragen:

  • Dankbarkeit: Für was bin ich dankbar? Was liebe ich in der Welt? Wem bin ich dankbar?
  • Trauer und Schmerz würdigen: Wenn ich mir die Zukunft anschaue, die uns bevorsteht – was bereitet mir Sorgen?
  • Bild von wünschenswerter Zukunft: Was inspiriert mich bereits heute? Was erhoffe ich mir für die Zukunft?
  • Mein Beitrag: Welche Rolle kann ich spielen, um die wünschenswerte Zukunft wahrscheinlicher zu machen?

s. dazu auch: 

https://marthori.wordpress.com/2020/12/22/active-hope-hoffnung-durch-handeln/

Das vielfältige Programm von Workshops und Aktionen auf dem Markt der Möglichkeiten im weiteren Verlauf des Tages ließ sich immer wieder mit diesen Fragen verbinden:

  • im Austausch mit dem EPiZ aus Reutlingen u.a. zu dem vor einigen Jahren gemeinsam umgesetzten Projekt der Zukunftsgeschichten
  • im Kennenlernen der pädagogischen Ansätze vom Haus des Waldes beim Hoffen auf einen guten Lauf der Wald-Murmelbahn wie beim Nachdenken über das Holz des Baumes als CO2-Senker in einem nachhaltigen Stoffkreislauf.
  • beim Hören auf die Lieder von Marc Moon, der in Musik eine starke verbindende Kraft, einen Resonanzraum und Ausdruck von Persönlichkeit hört, fühlt und sieht.

Bei allem wurde für mich diesmal besonders deutlich, wie vielfältig die Werte- und Sinnfragen wie auch die Bedeutung von Erinnern, Welterbe und kultureller Praxis für die Zukunftsgestaltung eine entscheidende Rolle spielen. Gerade unter dem Eindruck wachsender Sorgen bleibt es möglich und nötig, lebensfroh und mutig in guter Verbundenheit an Veränderungen mitzuwirken – wie an diesem farbenreichen Sommertag.

Susanne.brandt

Bedenkt und entdeckt das Leben in Lübeck oder unterwegs - am liebsten zu Fuß und in der Begegnung mit anderen. Lernt, schreibt, singt, erzählt, teilt und lässt sich jeden Tag vom Möglichen überraschen. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt