„Erzähl uns von morgen“ – und andere Visionen beim Singen und Swingen

Schreib doch mal ein Weihnachtslied im Sommer – so etwa war die Einladung vom Zentrum Popularmusik Hannover zum Wettbewerb „Deine Sprache – dein Song“ vor einigen Monaten zu verstehen. Na ja, könnte man meinen, eigentlich ist zu Weihnachten ja schon alles gesagt und gesungen. Was soll da noch Neues kommen?
Rund 50 Teilnehmende hatten dann aber doch noch einige Ideen, um auf ganz unterschiedliche Weise das zur Sprache und zum Klingen zu bringen, was sie im Blick auf Weihnachten mit anderen teilen möchten. Denn Songs sind dazu da, gemeinsam gehört und gesungen zu werden.

Das macht – ganz unabhängig von der Frage nach den von einer Jury gewählten „besten Songs“ – den besonderen Reiz und Wert solcher Gemeinschaftsaktionen aus: die facettenreiche Suche nach Sprachbildern und Klangwelten, die jeweils auf ihre Weise etwas ausdrücken und in einen Austausch gehen mit denen, die darauf hören.

Foto: Lothar Veit

Für mich persönlich bedeutet das immer auch eine Auseinandersetzung mit der Welt, in die sich Singende mit Liedern einfühlen können, ohne alle Widersprüchlichkeiten und Reibungen zu glätten. Gut, wenn noch etwas offen und ungelöst bleibt. Und natürlich mischen sich dabei auch traditionelle Bilder und Töne mit ein, da niemand von uns „geschichtslos“ lebt. Gerade das Überlieferte aber gilt es, ab und zu neu auszubuchstabieren – oder in eine Vision für das Kommende zu verwandeln: „Erzähl uns von morgen“ – heißt es dazu so treffend in dem Lied von Mattias Lemme und Jan Keßler.

Foto: Lothar Veit

Am Ende gab es schließlich drei Preisträger zu küren. Und eben dieses „Erzähl uns von morgen“ kam dabei auf Platz 1. Der 2. Preis ging an Seraphia Pfohl und Tobias Jentsch für  ihren Song „Große Freude“, der 3. an Gunther Schendel für „Worte kannst du viele sagen“;

Fünf weitere Songs wurden als Nominierte im Reigen der acht besten Beiträge zum Wettbewerb im Rahmen eines vielfältigen Musikprogramms in der Gospelkirche Hannover live präsentiert, darunter auch das von mir getextete und komponierte „Das Staunen wird neu geboren“.

Es eröffnet nun in meiner ganzjährig geöffneten musikalischen und poetischen Werkstatt zugleich eine neu begonnen Reihe von Liedern, die sich lauschend, tastend, suchend und fragend vom Rhythmus der Jahreszeiten bewegen lassen und dabei eher leise vielleicht noch unentdeckte Tiefen auszuloten versuchen.

Die bald beginnende Adventszeit ist dafür ein guter Anfang…

 

 

 

 

Susanne.brandt

Bedenkt und entdeckt das Leben in Lübeck oder unterwegs - am liebsten zu Fuß und in der Begegnung mit anderen. Lernt, schreibt, singt, erzählt, teilt und lässt sich jeden Tag vom Möglichen überraschen. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt