„Books for Future“ verändern den Blick auf das Leben

„Books for Future“ verändern den Blick auf das Leben

Bücher (allein) verändern weder die Zukunft noch die Welt. Entscheidend sind die Menschen, die sich von Begegnungen und Inspirationen durch Bücher berühren und verändern lassen, um so vielleicht in anderer Weise auf das Leben zu schauen – und um ihre Haltung und Handlungsweise dann vielleicht neu zu bedenken und auszurichten. Am besten gemeinsam mit anderen.

Wie vielfältig die Motivationen und Chancen für nachhaltige Entwicklung in Bibliotheken sind, zeigte sich an diesem Wochenende beim Diözesankurs 2022, einer Büchereitagung des Sankt Michaelsbundes Regensburg. An zwei Tagen ging es im Haus Werdenfels unter dem Motto Books for Futurefür Mitarbeitende aus den 49 Büchereien (KÖBs) in rein kirchlicher bzw. 85 in kirchlich-kommunaler Trägerschaft der Region um verschiedene Facetten von Nachhaltigkeit: mit Fachvorträgen, Autor:innenlesungen und Praxisberichten rund um Klimaschutz, Agenda 2030,  Engagement und Vermittlung im Rahmen der Leseförderung und Veranstaltungsarbeit.

Auch Beispiele und Erfahrungen aus den Zukunftsbibliothekenin Schleswig-Holstein gehörten zum Programm, sind diese doch – vergleichbar mit der ländlichen Region um Regensburg – gerade auch in kleinen Bibliotheken erprobt und umsetzbar.

 

Ökosoziale Gerechtigkeit ethisch und spirituell tief verwurzelt

Dabei ist das Thema für die KÖBs nicht neu: Bei Projekten im Kontext von Schöpfungsverantwortung, Diversität, Flucht, soziale Gerechtigkeit u.a. greift der Michaelsbund als Fachstelle seit Jahren immer wieder Aspekte von Nachhaltigkeit in seiner Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit auf, einige gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

https://www.michaelsbund.de/buechereien/aktionen-projekte/

Das ethische Selbstverständnis in manchen kirchlichen Einrichtungen wie auch die persönliche Haltung bei zahlreichen Mitarbeitenden, ihr oft ehrenamtliches Engagement mit einem besonderen Bewusstsein für Würde, Gerechtigkeit und Verantwortung zu tun, tragen mit zur Offenheit für diese Themen in den Büchereien des Michaelsbundes bei. Dabei ist der Prozess vom Anliegen bis hin zur Verwirklichung in der Praxis auch hier – wie überall – kein Selbstgänger, sondern bedarf immer wieder neu der Unterstützung und Ermutigung von vielen Seiten. 

 

Rückenwind für mehr Klimaschutz

Zum Beispiel in Sachen Klimaschutz: Deutlicher als in vielen Kommunen gelten für die Diözesen bereits konkrete Leitlinien zur Schöpfungsverantwortung mit definierten Handlungsfeldern und klaren Zielen im Bereich Gebäudemanagement und alternative Energien, nachhaltige Beschaffung, Biodiversität, Mobilität, Bildung und Kommunikation, Spiritualität und Gesellschaft, auf die sich die kirchlichen öffentlichen Büchereien beziehen können, wenn sie in ihren Gemeinden an der Erfüllung dieser Leitlinien mitwirken möchten. In der Diözese Regensburg stehen für einige Klimaschutz-Vorhaben umfangreiche Fördermittel aus dem Klimafonds sowie Beratung durch die Fachstelle für Umwelt und ökosoziale Gerechtigkeit bereit.

https://www.oekosoziales-bistum-regensburg.de/mitmachen-beim-klimaschutzkonzept

Ein guter Anfang, der längst nicht überall selbstverständlich ist. Für Büchereien gibt es hier und anderswo vielfältige Möglichkeiten, um das Bewusstsein für die Dringlichkeit dieser Aufgaben und Veränderungen zu fördern und zu vertiefen.


Mein pers
önlicher Eindruck nach den zwei Tagen:

Nachhaltigkeit ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der es immer wieder darauf ankommt, dass Bibliotheken gemeinsam mit ihren Trägern, mit Autorinnen und Autoren, mit Kooperationspartnern und Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Lebenssituationen ihren Anteil daran erkennen, deutlich zur Sprache bringen und bewusst gestalten. Nicht, weil Bibliotheken in Sachen Nachhaltigkeit allein den Ton angeben müssen – sondern, weil sie in das Konzert der verschiedenen Akteure, die sich hier bereits engagieren, eine so wichtige Stimme einbringen können. Dazu gehört, stets aufmerksam zu bleiben für die vielen Farben – mit Licht und Schatten – im Zusammenspiel.

Denn der gemeinsame Weg ist nicht immer leicht und dauert meistens länger als erhofft – in den Kommunen wie in den Kirchen. Dass hierbei überall in Deutschland neben ermutigenden Zeichen ebenso manche Hindernisse zutage treten, wird u.a. in diesem Podcast beschrieben:

https://podcasts.apple.com/de/podcast/vertikal-horizontal-glaubens-und-gewissensfragen/id275693527?i=1000559099857

Gelegenheiten zum Austausch – wie an diesen beiden Tagen – zwischen Nord und Süd, Theologie, Literatur und Naturwissenschaft, kirchlichen und kommunalen Strukturen sind deshalb bei diesem so wichtigen Prozess unverzichtbar.

Susanne Brandt

 

Hör-Tipp zum Thema:

https://www.mk-online.de/meldung/nachhaltigkeit-mit-kindern-leben/

 

 

 

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