Mit Geschichten aus 17 Ländern im Gepäck unterwegs – Reisenotizen zum internationalen Kinderbuchtag

Begegnen, austauschen, anregen, weiterentwickeln….Engagement und Ideen brauchen einen weiten Horizont und den Blick über sich selbst hinaus. Das gilt auch für alles, was mit Kinderliteratur geschieht und durch Sprache, Bilder und Fantasie mit und bei Kindern lebendig wird. Der Internationale Kinderbuchtag, der in jedem Jahr am 2. April begangen wird, erinnert daran: Es gibt im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur vieles, was zur Verständigung zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen beitragen kann – wenn wir uns immer wieder auf den Weg machen,  um uns über Grenzen hinweg offen und staunend zu begegnen und bereit sind, Erfahrungen miteinander zu teilen und Neues voneinander zu lernen.

Für mich persönlich gehört der Internationale Kinderbuchtag zu den bedeutendsten Buch-Aktionstagen, weil ich die entscheidenden Impulse in meiner Arbeit als Bibliothekarin, Autorin, Herausgeberin und Komponistin vor allem den Reisen in verschiedene Länder der Welt zu verdanken habe. Und weil ich in der Beschäftigung mit Kinderliteratur so vielfältige Erfahrungen mit Menschen aus anderen Ländern sammeln durfte. Weiterlesen

„Ich wünschte…“ – Menschen, Medien, Musik und Visionen aus über 30 Nationen. Ein persönlicher Rückblick auf Leipzig im März 2013

Erwärmende Begegnung in einer winterlichen Stadt prägten für mich die vier Märztage in Leipzig, die sich diesmal um drei Ereignisse rankten: Kongress Bibliothek & Information, Internationale Konferenz „Prepare for Life“ der Stiftung Lesen und Buchmesse mit den Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis.
Zwei nicht besonders originell anmutende Fragen, die jedoch immer wieder einer Aktualisierung und vielleicht Neuorientierung bedürfen, hatte ich diesmal mit im Gepäck: Mit welchen Medien und Vermittlungswege erreichen wir welche Menschen?
Und was lässt sich darüber mit Nutzerforschung und Evaluation herausfinden?
Gewiss keine abschließenden Antworten, wohl aber wertvolle Denkanstöße, Einblicke und konkrete Ideen entwickelten sich dazu vor allem in interessanten Einzelgesprächen, im aktiven Austausch und in Vorträgen – von Frühförderung über Jugendbibliotheken bis hin zu Angeboten für alte Menschen.

Engagierte Frauen: Renate Zimmer und Wendy Cooling

Um nur einige Highlights herauszugreifen:
Prof. Renate Zimmer warb im Reigen der Eröffnungsvorträge zur Internationalen Konferenz für Offenheit, Spontanität und Phantasie, um mit und für Kinder authentische und lustvolle Sprachanlässe mit allen Sinnen und Bewegung zu entdecken. Anknüpfend an unsere seit Jahren währende Zusammenarbeit rund um das Projekt „Geschichten bewegen“ schlug sie damit zugleich eine Brücke zum zweiten Konferenztag, bei dem es wiederum mein Anliegen war, im internationalen Austausch zu bibliothekarischen Lesefrühförderprogrammen aus aller Welt an die Bedeutung von Poesie und Erzählkultur, verbunden mit Bewegung und Entdeckerlust zu erinnern. Denn – so wurde in der anschließenden Diskussion deutlich – neben Finanzierungsmodellen, Evaluation und Marketingstrategien braucht jedes Projekt zum Gelingen ein überzeugendes Maß an Charme, Leidenschaft und Visionen, damit der Funke überspringt.

Ein solches Plädoyer für die Kraft der Poesie und die Lust am Erzählen traf vor allem bei Wendy Cooling, der „Mutter“ der inzwischen weltweit verbreiteten Lesestartbewegung, auf offene Ohren und begeisterte Zustimmung. Die persönliche und warmherzige Begegnung mit dieser „English Lady“ war für mich eines der ganz besonderen Erlebnisse dieser Tage.

Farbiges und klingendes Europa – ein Brückenschlag von Süd nach Nord

Andere Inspirationen aus anderen Ländern schlossen sich an: So ergab sich mit Reinhard Ehgartner, dem Geschäftsführer des Österreichischen Bibliothekswerkes (www.biblio.at) ein interessanter Austausch zur Verbreitung und Förderung des Erzählens mit Kamishibai in Europa.

Und aus Italien kam der Impuls, musikalische und sprachliche Frühförderung durch interdisziplinäre Kooperationen stärker zu verknüpfen (http://www.natiperlamusica.it/npm/index.php/protagonisti/biblioteche).
Hier werden Leseförderung und musikalische Förderung in den ersten Lebensjahren eng miteinander verzahnt, so dass im Rahmen des Musikförderprogramms gezielt auf die Rolle der Bibliotheken verwiesen wird. Akteure des Lesestart-Programms in Bibliotheken werden auf diese Weise für musikalische Aspekte in der Sprachentwicklung sensibilisiert und Akteure der musikalischen Früherziehung lernen die unterstützenden und begleitenden Möglichkeiten der Bibliotheken kennen, die konkret folgende Aufgaben übernimmt: Weiterlesen