Das Leben feiern: zum Tag der Erde, Ostern 2019

Der Tag der Erde, jährlich am 22. April gefeiert, ist ein Tag des Lebens mit seinen Möglichkeiten und Gefährdungen. Er fällt in diesem Jahr auf den Ostermontag.

Gestern, im Ostergottesdienst auf Föhr, haben wir den Geheimnissen des Lebens nachgespürt: dem Licht und der Dunkelheit, dem Wunder in einer Knospe, dem Aufblühen – immer wieder, auch und gerade angesichts von Grenzen der Machbarkeit und wissend um die fragilen Seiten des Lebens.  Das Vergängliche und Gefährdete, das Stärkende und Rettende liegt nicht allein in unserer Hand. Nicht alles können wir aus eigener Kraft abwenden, sichern oder hervorbringen. Aber wir können uns als Geschöpfe verbunden fühlen mit dem, was das Leben in seiner unfassbaren Weite und Vielfalt ausmacht und darin unsere konkrete Mitverantwortung für die Schöpfung wie auch unsere Grenzen, Brüche und Zweifel als lebendig wahrnehmen. Ich glaube, dass beide Seiten  untrennbar zueinander gehören, manchmal schwer auszuhalten und dann wieder erfahrbar sind als eine tiefe Kraft, die von eben dieser Spannung herrührt. Ostern singen, spüren, hören wir etwas davon.

Das Leben feiern 

Anmerkung: Der Liedtext “Das Leben feiern” basiert auf einem Entwurf für ein Weihnachtslied – was etwas vom Zusammenhang der beiden Feste ahnen lässt.

Und ein Bildbuch ist mir an diesem Tag wieder in den Sinn gekommen, das Deutungen in verschiedene Richtungen zulässt:

Cynthia Ryland, Bibliothekarin und preisgekrönte Autorin aus Oregon, erzählt mit wenigen Worten zu ausdrucksstarken Bilderlandschaften eine Trostgeschichte vom Leben: Was in der Natur zart beginnt, hat im weiteren Verlauf so manchen Sturm zu überstehen, gerät in Dunkelheiten – und kommt da wieder raus! Denn jeder Tag birgt die Möglichkeit zu Veränderungen und unverhofften Überraschungen. In traurigen Stunden bleiben immer noch die Erinnerungen an schöne Momente und die Hoffnung, in allem auch etwas Liebenswertes zu entdecken. Ähnlich wie bei dem Bilderbuch „Der Fluss“ von Michael Roher, wird Leben hier als etwas Wechselhaftes und Wandelbares beschrieben, das vor dunklen und irreführenden Erfahrungen nicht bewahrt, aber immer wieder Wege und Chancen des Wandels aufzeigt. In welche Richtung auch immer…Dabei schaffen die Tiere als Protagonisten eine gewisse Distanz. Zutiefst menschliche Gefühle lassen sich so quasi von außen anschauen – und die Betrachtenden werden selbst für sich erspüren, wie weit sie darin eigene Ängste und Sehnsüchte erkennen und benennen möchten. So kann das Buch ein Leben lang „mitwachsen“ und auch Erwachsene und alte Menschen zu jeweils eigenen Deutungen anregen.

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