Ein Jahr mit der Buche: Mut und Visionen – noch nicht verklungen…

Nach den sonnigen Tagen der Osterzeit – das erste Grün! Der Blick wandert hoch zu den Baumkronen der Buchen: ein Hauch vom nahen Mai. Sehnsucht nach Sommer. So schön – und so schmerzlich zugleich, liegt doch auch diese Fragilität in der Luft, diese Frage, wann alles kippt und in welcher Weise sich der Klimawandel schon jetzt auswirkt auf das fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel der Arten.

Heute ist “Tag des Baumes”…

Irgendwo zwischen Freude an den Farben des Frühlings, Sorge um nicht mehr abwendbare Veränderungen und Resignation angesichts der oft nur halbherzigen klimapolitischen Vorhaben, frage ich mich manchmal, wie lange wir noch zwei andere elementare Dinge retten können vor der Wucht der einbrechenden Verunsicherung: Mut und Visionen.

Denn die werden wir brauchen für die dauerhaften und beharrlichen Transformationen, auf die wir uns mit Herz, Hand und Verstand endlich einstellen müssen – keineswegs unwillig und gezwungenermaßen, sondern gestalterisch, hoffnungsvoll und engagiert.

Auf dem Erzählweg zu “Stimmen zum Klima”, entstanden in Kooperation mit den Tontalenten, der seit Februar in einem Park in Flensburg gezeigt und nun zum nächsten Ort weitergereicht wird, zeigen verschiedene Menschen und Gruppen etwas von diesem Engagement.

Auch der kleine Film (s. unten) von den Bäumen, die mit dem Himmel reden, gehört zu dieser Ausstellung – zu entdecken unter dem jetzt sprießenden Blätterdach im Park…

Zur Ruhe kommen und sich auf das Wesentliche besinnen

Ich persönlich gehe ja gern in den Wald, wenn es gilt, im Gewirr der Stimmen und Meinungen auf das Wesentliche zu hören und das Mögliche neu in den Blick zu nehmen – umgeben von flüsternden Buchen.

Und manchmal nehme ich Worte und Bücher mit dorthin, die vielleicht auch bei einem Waldspaziergang ihren Anfang genommen haben – wie die Aufzeichnungen von Janusz Korczak, notiert zu Beginn des vorigen Jahrhunderts: Worüber reden die Bäume mit dem Hinmel  – so fragte er vor dem Hintergrund damaliger Herausforderungen.

Und wer etwas mehr über Janusz Korczak weiß, kann auch von seinem Mut erzählen. Und seinen Visionen.

Mut und Visionen also – noch nicht verklungen? Unter dem Eindruck seiner Zeit vermittelte Korczak Vertrauen in die Kraft des Lebendigen (von Anfang an!) und die Chancen des Umdenkens. Ein Nachklang davon, noch immer – draußen in der Natur beim Konzert der leisen Hoffnung:

Worüber reden die Bäume mit dem Himmel?
Welches Lied singt der alte Wald?
Windgeflüster und bittere Klagen
in uns
um uns
Sorgen und Fragen

Mut und Visionen
noch nicht verklungen…
Worüber reden die Bäume mit dem Himmel?

Susanne Brandt
(inspiriert von Worten aus „Janusz Korczak: Leihbibliothek für alle“)

Kurzfilm zum Hören und Schauen:

 

 

Zum Weiterlesen:

Welches Lied singt der Wald?

 

Susanne.brandt

Bedenkt und entdeckt das Leben in Lübeck oder unterwegs - am liebsten zu Fuß und in der Begegnung mit anderen. Lernt, schreibt, singt, erzählt, teilt und lässt sich jeden Tag vom Möglichen überraschen. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt