Zum Welttag des Buches: Wie der Bibliobus das Gesicht von Nicaragua verändert

Zum Welttag des Buches: Wie der Bibliobus das Gesicht von Nicaragua verändert

Nicaragua ist eins der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die schwere politische Krise mit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im letzten Jahr und die Pandemie haben dem mittelamerikanischen Land sehr zugesetzt: Durch den Rückgang des Tourismus nimmt die Armut zu; viele Menschen haben die Hoffnung in die Politik verloren. Mit Spenden aus der D-A-CH Region fördert der Verein Pan y Arte den Bücherbus Bertolt Brecht, der seit mehr als drei Jahrzehnten Kindern und Jugendlichen in Nicaragua den Zugang zu Büchern ermöglicht. Diese Arbeit ist wichtig, denn noch immer sind Bücher Luxus für viele Nicaraguaner:innen. In diesem Jahr feiert der Bibliobús seinen 35. Geburtstag.

Gegründet wurde er von der Frankfurter Bibliothekarin Elisabeth Zilz: Sie hatte es sich Anfang der 1980er Jahre in den Kopf gesetzt, mit einer rollenden Bibliothek den Lesehunger der Nicaraguaner:innen zu stillen. Mit der Unterstützung des Poeten Ernesto Cardenal gelang es ihr 1987, den ersten Bücherbus auf den Weg zu bringen.

Eine erstaunliche Entwicklung – seit 35 Jahren

Ich selbst habe damals, 1987, gerade nach dem Studium meine ersten Erfahrungen als Bibliothekarin gesammelt. Und ich erinnere mich noch: Als ich damals von der Initiative der Kollegin Elisabeth Zilz las, war ich sehr beeindruckt und bekam eine erste Ahnung davon, was das bedeuten kann: Durch eine Fahrbücherei Zugang zu Büchern schaffen – gerade dort, so das absolut nicht selbstverständlich ist. Seither habe ich die Entwicklung des Bücherbusses in Nicaragua nicht mehr aus den Augen gelassen – 35 Jahre lang und natürlich auch weiterhin…

Inzwischen steuert das vierte Modell Schulen und Kindergärten in den abgelegenen Dörfern Nicaraguas an. Hier ist der Zugang zur Welt der Bücher besonders schwierig. Denn auf dem Land sind Bücher Mangelware und viele Kinder können deshalb nicht richtig lesen und schreiben. Trotz offizieller Schulpflicht erreichen hier viele Kinder keinen Abschluss. Von allen schulpflichtigen Kindern in Nicaragua schließen nur etwas mehr als die Hälfte die Schule ab und immer noch liegt die Analphabetenrate in der Bevölkerung bei fast 20%. Der Bücherbus schließt mit seinem Programm zur Leseförderung eine große Lücke im staatlichen Bildungssystem.

 

Schon kleine Spenden tragen zur großen Wirkung der Leseförderung bei

Die mobile Bibliothek aus Nicaraguas Hauptstadt Managua lässt sich durch keine Krise erschüttern und aufhalten: Auch in der aktuellen angespannten Lage versorgt sie rund 1500 große und kleine Bücherfans mit wichtigem Lesestoff.

Unter den Kulturprojekten, die ich mit “Bücher durch Bücher” und “Musik durch Musik” regelmäßig unterstütze, ist der Bücherbus in Nicaragua das Projekt, mit dem ich mich am längsten verbunden fühle. Zum 35. Geburtstag kommt das Autorenhonorar aus 2021 für das Buch “Erzählen mit Musik und Klang” – ganz im Sinne der Idee “Bücher durch Bücher” – komplett dem Bücherbus-Projekt zugute, verbunden mit der Einladung, sich mit einer Spende an Pan y Arte der Aktion anzuschließen:

Pan y Arte ermöglicht benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Nicaragua die Begegnung mit Literatur, Kunst und Musik und ermöglicht so wertvolle Perspektiven. Mithilfe von vielen Spender:innen schafft der Verein ein stabiles Fundament für fünf nachhaltige Bildungsprojekte in Nicaragua (weitere Informationen unter: www.panyarte.de)

 

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