Menschliche Stimmen statt mediale Stimmungen: einander zuhören und ermutigen

Viele Menschen sind nach Deutschland geflohen, weil sie hier auf eine demokratische Verfassung hoffen, die ihre Menschenrechte und Menschenwürde wahrt und Menschen vor Verfolgung, Diskriminierung und staatlicher Willkür schützt. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Achtung und Verantwortung, die immer noch viel zu oft als einseitige Bringschuld „uns“ gegenüber missverstanden wird. Denn wir haben uns im Alltag nicht weniger dieser Verantwortung zu stellen, erleben unser eigenes Scheitern und dürfen nicht kleinreden, wie leicht Menschenrecht und Menschenwürde im Dschungel bürokratischer Hürden aufs Spiel gesetzt werden. Auch wir sind dabei oft auf Ermutigung angewiesen – durch Menschen, die mit ihrem Mut zu uns gekommen sind.

Blickwechsel auf Augenhöhe: Was bewegt mich – was bewegt dich?

Was wir als gemeinsame Verantwortung im Sinne eines menschenwürdigen Miteinanders jeden Tag neu üben können, ist eine Kultur des gegenseitigen Zuhörens und des Dialogs was-mich-bewegtauf Augenhöhe. Dazu gehören Respekt, Feingefühl und Achtung vor dem, was Menschen mitbringen und einbringen in unser Leben: ihre Erinnerungen, ihre Lebensleistungen und enormen Kompetenzen, ihr Gelingen und Scheitern, ihre Ängste und Hoffnungen, ihren Glauben, ihre Sehnsucht und ihren guten Wille, etwas verändern zu können. Dazu gehört ebenso, dass wir visionäre und ermutigende Ideen und konkrete Handlungsmöglichkeiten, die wir miteinander entdecken können, nicht durch pessimistische Prognosen, Vorurteile und „schlechte Erfahrungen“ schmälern und abhängig machen von wechselnden medialen Stimmungsmachern. Weiterlesen