Was wird aus uns? Drei Tage Leipzig 2019

 

Was wird aus uns? Dieser Titel von einem der wunderbaren Bücher auf der Liste der Nominierungen zum diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis zieht sich für mich als Frage durch die drei Tage, die ich in diesem Jahr beim Bibliothekskongress und der Buchmesse in Leipzig erlebt habe. Dabei ist der Grundton dieser Frage keineswegs ängstlich – hier und da vielleicht beunruhigt. Aber im Vordergrund steht diesmal – anders als in manchen anderen Jahren –
die Hoffnung und Freude im Blick auf spürbare Aufbrüche und Chancen, die ich in aktuellen Themenstellungen und internationalen Begegnungen dieser Tage sehe.

Kurz gesagt: fünf Lichtblicke in Leipzig 2019…

…so viele inspirierend Gespräche und Begegnungen bei Veranstaltungen und “am Rande”. Das stärkt die Motivation zur Zusammenarbeit.

…der Eindruck, dass gesellschaftspolitische, soziale, ethische, interkulturelle und ökologische Fragen der Bibliotheksarbeit wieder mehr an Bedeutung gewinnen bei Zukunftsfragen für Bibliotheken als Orte für Demokratie und Begegnung. Das empfinde ich als deutliche und dringend gebotene Weiterentwicklung im Vergleich zu früheren Jahren.

…die Möglichkeiten zum internationalen Austausch für gemeinsame Anliegen, z.B. in der Zusammenarbeit mit Bibliotheken von Goethe-Instituten, die sich zunehmend öffnen und vernetzen mit lokalen Initiativen des jeweiligen Landes und so weltweit eine große Vielfalt an kulturellen Erfahrungen teilen und beleben. Das sind wichtige Beiträge zu Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit in der internationalen Begegnung.

…die spannende Präsentation zur tschechischen Kinderliteratur und dort besonders die ins Deutsche übersetzte Sonderausgabe der Zeitschrift “Raketa” zum Thema “Mit anderen Augen”. Eine wichtige und ästhetisch überaus gelungene Auseinandersetzung mit Menschenrecht und Menschenwürde!

…die Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis für einige Titel, die mir besonders am Herzen liegen. Hier öffnet sich ein großer Raum für eigene Weltdeutungen und die Lust am Entdecken, Staunen und Hinterfragen – für Kleine und Große.

Susanne Brandt