Bilderbuch-Tipp: Wie „Luftigrüße“ die Fantasie beflügeln…

c Bohem Verlag

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Ein weiteres schönes Beispiel für ein Bilderbuch, das ohne Worte eine poetische Geschichte zu erzählen weiß – mit den geheimnisvollen erdfarbenen Bildern der jungen Slowenischen Künstlerin Maja Kastelic: Die Stadt liegt im Dämmerlicht, als sich ein kleiner Junge auf den Weg durch die Straßen macht. Eine Katze weckt sein Interesse. Und eine offene Tür, aus der Licht fällt. Solche Türen entwickeln sich zum wiederkehrenden Motiv in dem Buch: Türen, die in unbekannte Räume führen, begleiten den Jungen bei seiner stillen Entdeckungsreise und während er ein fremdes Haus erkundet, fliegen ihm bemalte Blätter gleichsam vor die Füße und locken ihn weiter, der Spur aus Papier folgend. Am Ende führt sein Weg bis zum Dachboden, wo er ein Mädchen trifft, das aus den Blättern Papierflieger faltet (das Buch verrät auch, wie das geht). Beide stehen schließlich auf einem Balkon über den Dächern der Stadt und schicken ihre gemalten und gefalteten Botschaften in die Welt. Bestimmt werden die „Luftigrüße“ irgendwo gefunden…und legen vielleicht schon bald eine neue Spur in unbekannte Welten. Eine kreative Umsetzung und fantasievolle Fortsetzung der Geschichte mit den Ideen der Kinder liegt auf der Hand….

Das Bilderbuch endet mit einem Gedicht, das zu der Bildergeschichte eine mögliche Interpretation liefern kann, aber keineswegs muss. Die eigentliche Erzählkraft der geheimnisvollen warmen Bilder aus Licht und Dunkelheit entfaltet sich ohne vorgegebene Worte – in der Fantasie der Betrachtenden. Für alle „Bücher-ohne-Worte-Fans“ eine wunderbare Entdeckung!

Rezensionsbeispiel: http://www.tagesspiegel.de/kultur/bilderbuch-ohne-worte-die-spur-der-bilder/14915882.html

Susanne Brandt