Alltagsentdeckungen: Dem Wunder die Hand hinhalten

Neben den „Sonntagsmomenten“, die in diesem Blog in einer eigenen Kategorie zu finden sind, sollen hier ab und zu auch „Alltagsentdeckungen“ Raum finden – jene oft nur kleinen, aber manchmal lange nachklingenden Begegnungen und Begebenheiten „am Rande“ oder mittendrin im Getriebe der Arbeitswoche. Wie z.B. das unverhoffte gemeinsame Nachdenken über Poesie, wie ich es vor ein paar Tagen erleben konnte:

Foto und Rechte: Elke Riedel, www.elrie-art.de

Gemeinsam über Poesie nachdenken – eigentlich sollte es darum an diesem Nachmittag gar nicht gehen. Wohl aber um Sprache. Ja, das ist jede Woche etwas, was uns verbindet, was uns inzwischen mehr verbindet als trennt, auch wenn wir uns in verschiedenen Sprachen zuhause fühlen: er als Afghane im Persischen und ich im Deutschen. Eigentlich geht es jedes Mal um das Vertrautwerden mit der deutschen Sprache. Aber über das Deutschlernen nach Lektionen sind wir längst hinaus. Inzwischen geht es immer öfter um Feinheiten, um das, was unsere Sprachen auch emotional auszudrücken vermögen, was im Klang von Namen mitschwingt oder wie Eltern ihren Kindern die Welt erklären. Wie sich Distanz oder Nähe durch Sprache ausdrücken lässt oder mit welchen Wendungen Bilder beschrieben werden, ohne die vermutlich keine Sprache auskommt. Weiterlesen

Lichtwunder und Lebensfreude – Chanukka in Flensburg

 

Ein Lichterfest in der Dunkelheit der winterlichen Natur: Live-Musik und Tänze, Ölgebäck und Getränke zum Warmwerden gehören dazu – vor allem aber der Zauber der brennenden Kerzen und Fackeln.

Die Geschichten und Bräuche rund um das Chanukka-Fest erzählen vom Licht, von der großen Kraft im kleinen Funken, von der Würde und von der Seele der Verfolgten, von ihrer unerschütterlichen Lebendigkeit, mit der die Kleinen sich von den Mächtigen nicht entmutigen lassen  – und immer wieder von dem Wunder, das in allem ruht, bis es mit Geduld und Vertrauen erkannt wird. Am besten erzählen vielleicht die warmherzigen Geschichten des Dichters Isaac B. Singer davon, seine Rettungs-Geschichten wie „Zlateh, die Geiß“ oder seine Erinnerungen an Warschau. Es sind Wintergeschichten aus der jüdischen Kultur Osteuropas, tröstliche Erfahrungen mit Gefahr und Rettung in Sturm und Schnee. Weiterlesen