Das besondere Buch: „Wasserwelten“ als Gesamtkunstwerk aus Farben, Papier und Poesie

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Copyright: Baobab

„Regen prasselt, lauter Donner, / alle Wege sind verschwommen. / In tiefen Gräben lärmen gestreifte Frösche, / als spielten sie Trommeln zum Tanz.“ Mehr als 2000 Jahre alt sind die im Ursprung tamilischen Naturimpressionen der klassischen Literatur, die die Bilder dieses besonderen Kinderkunstbuches begleiten. Die assoziativ damit korrespondierenden ganzseitigen Acrylbilder in leuchtenden Farben und feinen Linienstrukturen stammen von dem jungen nordindischen Zeichner  Rambharos Jha, der über die Volkskunst seiner Heimat zu ganz eigenen Ausdrucksformen gefunden hat. Was es dabei im Detail zu entdecken gibt, erläutert er zu jedem Motiv in kurz und klar formulierten, schon für Kinder verständlichen „Seh-Hilfen“. Weiterlesen

Am Meer – zum Welttag der Ozeane am 8. Juni

Abend am Meer / Foto: Susanne Brandt

Abend am Meer / Foto: Susanne Brandt

Ozeane bedecken 70 Prozent des Planeten. Sie sind die größten Sauerstofflieferanten, erzeugen das Klima und können Quelle von Naturkatastrophen sein. Sie sind Routen des Welthandels, Orte unermesslicher biologischer Vielfalt und schenken Erholung für Leib und Seele. Ebenso wichtig sind sie als Quelle für Rohstoffe, Energie und Nahrung. Welche Bedeutung Ozeane für eine nachhaltige Entwicklung und für das Leben im umfassenden Sinne haben und welchen Einfluss jeder einzelne auf sie hat – daran erinnert in jedem Jahr der Welttag der Ozeane am 8. Juni auf ganz unterschiedliche Weise: Zum Welttag der Ozeane

Am Meer

Was treibt mich hierher?

Das Wasser zieht sich zurück
Die Sonne verschwindet
Ein Dampfer legt ab

Der Strand ist leer

Die Möwen im Watt fliegen los
verlassen die Steine

Losgelassen

umarmt mich das Meer

Susanne Brandt

Am Meer

 

Zum Weltgesundheitstag: Mit Wind und Wasser im Lebensstrom

BALI

Elbstrom bei Hitzacker

Wind und Wasser

Immer im Fluss
beweglich bleiben
oft gegen den Wind

getragen vom Wasser
Vertrauen schöpfen
immer im Fluss

Susanne Brandt

Lyrik zum Weltgesundheitstag? Das Gedicht knüpft an das Gesundheitsmodell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky an, das seit den 1970er Jahren nicht nur der Medizin, sondern auch der Pädagogik, Sozial- und Kulturarbeit immer wieder Impulse zur Anwendung und Weiterentwicklung geliefert hat.

Vgl. in Brandt/Keller-Loibl: Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken, darin zur Salutogenese in der Bibliotherapie

Zum Hintergrund in Kürze:

Das Wort Salutogenese (lat. von salus = Unverletzheit, Heil, Glück und griech. génesis = Entstehung)  wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994)  geprägt. Bei dem Modell nach Antonovsky gibt es keine Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit, sondern ein Kontinuum zwischen den Polen Krankheit und Gesundheit.

Er entwickelte dazu die Metapher von einem Menschen, der im Fluss des Lebens permanent in Bewegung bleibt, um mit Wind und Strömungen zurecht zu kommen, sich in Gefahren begibt, wenn er an Steilklippen vorbei muss und sich dann wieder in einem seichten Flussauslauf wiederfindet. Weiterlesen

Geschichten erzählen mit Kamishibai: Der große Fischfang

Der große Fischfang

So geht’s:

Die nachfolgende Geschichte eignet sich gut zum Erzählen für Kinder ab Grundschulalter und Erwachsene. Sie kommt – wenn man das Kamishibai beim Erzählen zur Hilfe nimmt – mit zwei Bildern aus, die sich leicht vorbereiten lassen: Das erste Bild zeigt eine Wasserlandschaft und dahinter befindet sich ein Blatt mit 17 einfach skizzierten Fischen, die beim Erzählen nach und nach durchgestrichen werden, bis alle „verteilt“ sind.  Dadurch wird das kleine Rechenkunststück, um das es hier geht, für Kinder auch optisch gut nachvollziehbar.

Besonders lebendig gelingt die Geschichte, wenn sie frei nach dem folgenden Handlungsverlauf mit eigenen Worten nacherzählt wird:

Einst lebte ein Fischer an der Ostsee, der hatte drei Söhne. Am Tag fuhr er mit seinem Schiff aufs Meer und am Abend trug er die Fische in zwei Eimern nach Hause, die er gefangen hatte. Weiterlesen