Warum ich gerne durchs Land reise…

Ich sitze im Zug und schaue aus dem Fenster. Ich bin unterwegs zu Seminaren im Westen und im Osten Deutschlands, bei denen ich Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich in Bibliotheken engagieren, etwas von meiner Freude an einer lebendigen Vielfalt weitergeben möchte. Es geht um  vielfältige Geschichten und Bilder, die wir in Bibliotheken miteinander erleben und gestalten können. Durch Seminarreisen im gesamten Bundesgebiet habe ich bereits viele Menschen kennen gelernt, die eine Menge zu dieser Vielfalt beitragen und weiterhin daran mitwirken werden. Was sie genau tun und möglich machen? Zum Beispiel Brücken bauen durch das gemeinsame Entdecken von Bildern. Oder etwas „zur Sprache bringen“ durch Geschichten. Oder einfach Gastfreundschaft üben in einladenden Räumen. Oder Alltag teilen im Dialog von Mensch zu Mensch. Oder aufeinander hören beim Singen und Klingen… Weiterlesen

Wenn Angst in die Enge führt. Ein Kommentar

Ohne EngeDer Begriff Angst – so lässt sich nachlesen – hat sich aus dem indogermanischen anghu für „beengend“ über althochdeutsch angust entwickelt. Er ist verwandt mit dem lateinischen angustus bzw. angustia für „Enge, Beengung, Bedrängnis“. Soweit die sprachlichen Wurzeln. Wie verhängnisvoll Angst und Enge im Leben miteinander verstrickt sein können, wird mir deutlich, je länger ich über das Ergebnis der gestrigen Landtagswahlen nachdenke.

Mit Angst ist in den letzten Monaten vielfach versucht worden, Politik zu machen. Bürgerinnen und Bürger, die sich durch eine veränderte gesellschaftliche Situation verunsichern lassen, sind empfänglich für angstmachende Botschaften. Und Botschafter, die mit einer bewussten Verengung des Demokratieverständnisses und der gesellschaftlichen Vielfalt ihre Macht ausbauen wollen, können über das systematische Schüren und Ausnutzen von Ängsten in der Bevölkerung eine Menge erreichen. Die Rechnung ist aufgegangen. Viele haben sich nun für eine Politik der Enge entschieden.

Gewählt haben sie… Weiterlesen