Buch-Tipp des Tages: Wie wir durchs Leben gehen…

copyright: Verlag Kein & Aber

Niemand ist für dieses Buch zu alt. Oder zu jung? Schon Kinder ab 4 können sich in einzelnen Szenen wiederfinden. Und alle anderen auch! In 100 kleineren und größeren Lektionen geht es um Dinge, die Menschen im Laufe des Lebens lernen. Dabei kommt niemand um die großen Fragen des Lebens herum: Liebe und Tod, Freundschaft und Glück, Angst und Schmerz, Hoffnung und Träume.

Man kann sich Seite für Seite chronologisch durch das Buch bewegen – aber immer wieder auch zurückblättern. Man kann philosophieren, fantasieren und miteinander ins Gespräch kommen: über den ersten Purzelbaum oder die erste Tasse Kaffee, über die Angst, etwas zu verpassen oder die Zufriedenheit mit dem, was da ist. Schließlich geht es im hohen Alter um die Kostbarkeit einzelner Stunden, aber auch um den Schmerz,  Dinge zu verlernen. Und die Angst vor dem Tod? Vielleicht geht sie dann auch auf leisen Sohlen irgendwann davon. Weiterlesen

Buch-Tipp: „Die verkrustete Erde atmet auf“. Die Magie von Tanz und Poesie in „Fräulein Esthers letzter Vorstellung“

Foto: Brandt, aus: “Fräulein Esthers letzte Vorstellung”

Auf den ersten Blick wirkt das neue Janusz Korczak-Buch “Fräulein Esthers letzte Vorstellung” aus dem Gimpel  Verlag dunkel und rätselhaft. Erdige Töne, wenig Licht, aber dann: „…dann kommt Lutek mit seiner Geige und dieser Melodie…Plötzlich ist alles da…Fuß und Bein, Hand und Arm, Kopf und Brust…Sie tanzen ihren Tanz. Frei. Schwebend. Ohne mich. Ich schließe die Augen und sehe ihn…Seinen Adlerkopf, die roten Schwingen…Tief unter ihm – man erkennt sie kaum – unser Haus, die Mauer. Er fliegt weg. Weit, weit weg, ohne sich umzuschauen. Unter seinen Federn, ich sehe ihre Köpfe – Tola, Felunia, die anderen…“

Foto: Brandt, aus: “Fräulein Esthers letzte Vorstellung”

Beim genauen Hinsehen – oder besser: beim Eintauchen in die verborgene Leuchtkraft dieses Buches scheint das Dunkel der Erde aufzubrechen. „Die verkrustete Erde atmet auf“, stellt Janusz Korczak beim Gießen der Blumen auf der Fensterbank fest.

Foto: Brandt, aus “Fräulein Esthers letzte Vorstellung”

Es sind elementare Berührungen mit der Natur, es sind die immer wieder einander zugesprochenen Geschichten und es sind die Bewegungen, die durch die Magie des Tanzes in einem spürbar werden und die von der so außergewöhnlichen Poesie dieses Buches herrühren. Weiterlesen