Neuerscheinung aus Italien: Die unsichtbaren Fäden der Natur – wunderbar verflochten!

c Sauerländer Verlag

c Sauerländer Verlag

Rezensentinnen-Glück! Auf meinem Wochenend-Schreibtisch liegt druckfrisch die deutsche Übersetzung von „Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur“. Erzählt von dem italienischen Ökologen Gianumberto Accinelli und künstlerisch gestaltet von Serena Viola gewährt das Jugendbuch (an dem auch Erwachsene Freude haben!) spannende Einblicke in Ereignissen und Phänomene der Natur, an denen deutlich wird: Das fein aufeinander abgestimmte Gleichgewicht im Leben kann schon durch kleine Eingriffe ins Wanken kommen. Die Beispiele, an denen Accinelli das aufzeigt, hat er in aller Welt und in verschiedenen Jahrhunderten gefunden. Ganz nebenbei lernt man dabei viele eher unbekannte Arten des Tierreiches kennen. Weiterlesen

Zum jungen Jahr: Winterspaziergang II

Neujahrsspaziergang, Hallig Hooge 2016,  Foto: Susanne Brandt

Neujahrsspaziergang, Hallig Hooge 2016, Foto: Susanne Brandt

Die Luft ist klar bei diesem Frost,
der Himmel hell und weit.
Wenn Gänse übers Wasser ziehn,
dann zieht in kurzer Zeit
das alte Jahr an mir vorbei.
Der Kopf lässt die Gedanken frei,
die borstigen und glatten,
die glänzenden und matten:

Der eine tanzt als Schmetterling,
unfassbar schön.

Ein andrer hockt mir im Genick.
und will nicht gehn.

Der dritte weiß noch nicht wohin.
Vielleicht wird er mir irgendwann
zur Seite stehn.

Das Meer, das Land – weit ausgespannt,
hier scheint noch vieles offen.
Der Sand knirscht unter meinem Schuh
und ein Gedanke singt dazu:
Warum nicht einfach fröhlich sein
und hoffen?

Susanne Brandt
2010/2016

Stadtspaziergänge: Knoten lösen

Morgenspaziergang durch Flensburg / Foto: Susanne Brandt

Schwer zu sagen, was aus den Wolken wird. Der Blick zum Himmel gehört zum Morgen wie der Becher Tee und die Frage: Sandalen oder feste Schuhe? Heute fällt die Entscheidung an der Haustür schnell. Ich bin spät dran und stapfe zügig die Straße bergauf.

Oben an der Ecke begegnet mir bereits der alte  Mann mit dem Dackel. Sonst treffe ich ihn immer erst einige hundert Meter weiter vor der Tür des Bäckerladens. Auf seine Pünktlichkeit ist Verlass. Auf meine nicht immer.

Der Bäckerladen ist um diese Zeit meistens voll. Im Winter schauen die Menschen von den Stehplätzen am Fenster nach draußen auf die Straße. Einige nicken mir zu, wenn ich vorbei komme. Weiterlesen

Waldworte des Tages: Spaziertanz am Meer

Am Strand von Aarö / Foto: Susanne Brandt

Das Dichten hab ich beim Gehen gelernt
mit offenen Sinnen:
 
Hier sehe ich dies, dort höre ich das,
dazwischen bleibt Luft zum Spinnen
am zarten Faden aus Bild und Klang.
 
Zuerst sind die Wortfasern viel zu lang.
 
Dann aber
schleicht sich ein Rhythmus ein
mit jedem Schritt.
 
Und wenn sich der Faden zur Saite spannt,
ein Lied anstimmt,
tanze ich mit.
 
Susanne Brandt

Kamishibai-Adventskalender oder Wie aus Bildern ein Gedicht wird…

Fortsetzung zu: http://waldworte.eu/2013/12/01/ein-adventskalender-wie-ein-spaziergang-mit-hans-christian-andersen/

Der Spaziergang durch die Adventszeit nimmt seinen Lauf – und täglich gewährt der Kamishibai-Adventskalender neue Einblicke in die Häuser der Stadt, wie Hans Christian Andersen sie einst beschrieben hat: hier ein dampfender Topf, dort eine Katze, da ein gedeckter Tisch…mit jedem Bild, das sich auftut, wird das Gedicht (auch als Lied zu singen auf die Melodie „Morgen, Kinder, wirds was geben“) ein bisschen länger…. Weiterlesen