Viele, viele Steine – Steinbilder legen und besingen

Steine lassen sich fast überall finden. Am Schönsten glitzern sie am Meer. Es gibt Bilderbücher, die passen prima dazu, z.B. „Tanzen können auch die Steine“. Und es gibt eine einfache Melodie, mit der sich die Bilder, die draußen oder drinnen mit Steinen entstehen können, besingen lassen. Alles, was man dafür braucht, passt in einen Rucksack – oder kann spontan in der Natur gesammelt werden: https://www.mein-kamishibai.de/viele-viele-steine

Wurzeln, Flügel, Nachtgesänge – Impressionen vom Evangelischen Kirchentag in Berlin 2017

Ich erwarte keine Antworten. Manchmal finde ich welche. Manchmal nicht. Vielmehr erhoffe ich mir von jedem Kirchentag Fragen. Immer wieder. Wenn das irgendwann aufhören würde – dieses sich selbst Hinterfragen, Fragliches erleben, neue Fragen entdecken und alte Fragen neu wecken –  dann würde ich nicht mehr hinfahren.

Diesmal sind mir beim Erleben der Tage vor allem 3 Fragen besonders wichtig geworden. Und die folgenden Impressionen, Momente und Gedanken vermitteln vielleicht einen Eindruck davon, warum das so ist:

Die Lieder: Was geschieht beim Singen und Lauschen, dass Menschen auf so unterschiedliche Weise davon berührt werden? 

Liederwerkstatt zum Kirchentag

Das gemeinsame Singen und das Hören auf Texte und Musik – beides gehört für mich elementar zum Kirchentag. Wo sonst lassen sich über mehrere Tage mit so vielen verschiedenen Menschen so viele Erfahrungen mit Liedern und Gesang sammeln? Eine Überraschung: Staunend erlebe ich, dass ein Lied als eingängiger und fröhlicher „Großgruppen-Ohrwurm“ empfunden werden kann und gleichzeitig für einen einzelnen Menschen – ganz langsam und für sich allein gesungen – eine völlig andere Farbe annimmt. Manchmal, so denke ich, wäre es gut, mehr Zurückhaltung zu üben bei schnellen Einschätzungen und Urteilen zu Liedern. Erstmal abwarten und lauschen: Ich traue Liedern ihren eigenen Weg zu, der oft überhaupt nicht vorhersehbar und schon gar nicht „machbar“ scheint, der sich weniger als Erfolg messen, sondern vielmehr auf ganz unterschiedliche Weise als Resonanz wahrnehmen lässt. Weiterlesen

Hören, sehen, singen: Eli, Eli – es möge endlos sein…

Wasser und Himmel,
Foto: Susanne Brand

Eli, Eli – es möge endlos sein:
der Sand und das Meer,
das Rauschen des Wassers,
ein Funke des Himmels,
verströmendes Licht.
Lass endlos sein
das Beten der Menschen,
die Stimmen,
die Stille,
ein Klingen vor dir.

 

Text (im Original Hebräisch): Hannah Szenes (1921-1944)
Deutsche Nachdichtung: Susanne Brandt
Melodie: David Zehavi

 

Aus: FreiTöne,
Kirchentagsliederbuch 2017

Die Nachdichtung des Liedes von Hannah Szenes aus dem Hebräischen für das interreligiöse Singen liegt mir am Herzen. Meine Hoffnung dabei: Aufeinander hören, einander sehen und miteinander singen, verbunden durch eine gemeinsame Friedenssehnsucht…

Ein Blick ins Liederbuch:

Wenn Geschichten singen und klingen….

Musik, Tanz und Gesang im Bilderbuch

Hilfebuch 3

Bild eines Kindes aus der Grundschule Völlen zur ermutigenden Kraft des Singens

Das gehört für mich zu den ganz besonders schönen Leseerlebnissen:  Man liest eine Bilderbuchgeschichte vor, und plötzlich möchte man singen und summen, mit Körper und Gesten tänzerische Bewegungen nachempfinden – und die Kinder sind sofort mit dabei!

Wie gut, dass das so ist! Denn der interaktive Einbezug von Kindern in das Erzählen von Geschichten mit musischen und spielerischen Elementen trägt maßgeblich dazu bei, die beim Vorlesen und Erzählen erhaltenen sprachlichen und literalen Anregungen zu vertiefen und im Alltag zu verankern. Oft scheint der positive Einfluss auf die Sprachentwicklung, der sich daraus ergibt, fast „nebenbei“ zu geschehen, durch unbewusste (nicht gesteuerte) Vorgänge in natürlicher Umgebung. Geschichtenstunden, die sich an der natürlichen Lebensumwelt der Kinder orientieren, können als eine solche Umgebung erfahrbar werden. Und je sinnlicher und interaktiver die Geschichte – mit Stimme und Musik, Gesten und Bewegung – dabei lebendig wird, desto nachhaltiger ist ihre Wirkung.

Aber wie und wo finde ich inspirierende Bilderbücher und Geschichten mit Musik und Tanz? Überall! Manchmal steht das Thema Musik und Singen ganz im Vordergrund. Manchmal offenbart sich der innewohnende Ton und die Bewegung der Geschichte erst auf den zweiten Blick. Daraus ergibt sich eine faszinierende Vielfalt. Nachfolgend eine kleine Auswahl dazu, die laufend mit Neuerscheinungen ergänzt wird:

Ein Singeland voller Abenteuer

 Ferdinand Auhser / Cecilie M. Lederer (Ill.): Bakabu und der Goldene Notenschlüssel (inkl. Hörbuch-CD, gelesen von Christian Tramitz) 9783950439106, Ferdinand Auhser Verlags GmbH, 2017

Einige kennen bereits die Material-Pakete „Hör zu, Bakabu 1 + 2“, jeweils mit CD und Liedern zur sprachlichen Frühförderung als Sammlung mit Umsetzungsideen für die pädagogische Praxis (in Schleswig-Holstein in allen Medienkisten zum Projekt „Mit Worten wachsen“ enthalten). Nun können kleine und große Fans des blauen Ohrwurms bei der dazu neu erschienenen Bilderbuchgeschichte mit Hörbuch ein spannend erzähltes Abenteuer zum Lauschen und Lesen erleben. Dabei ist die Geschichte auch unabhängig vom pädagogischen Material sehr gut einsetzbar, richtet sich mit einem relativ langen Text,  der aber auch gut in mehreren Abschnitten gehört und gelesen werden kann, eher an Kinder ab Vorschulalter und bindet das Thema Musik mit zahlreichen Klangfacetten geschickt mit in die Handlung ein: Weiterlesen

„Seht die Bäume unter dem Himmel“ – Singen mit dem Liederbuch הבה נשירה (Hawa naschira) / Teil 2

BALI

Frühlingsbäume am Strand

Kürzlich habe ich an dieser Stelle am Beispiel des Liedes „Frühlingsregen“ einen Einblick in das Liederbuch  הבה נשירה (Hawa naschira) und damit in die Tradition des Singens an der Talmud-Tora-Schule gegeben. http://waldworte.eu/2016/03/28/fruehlingsregen-ein-nachdenken-ueber-das-singen-an-der-hamburger-talmud-tora-schule/

BALI

Strandbaum am Ostseebad

 

Daran möchte ich heute und in den folgenden Wochen nun weiter anknüpfen, um einzelne Beispiele aus dieser besonderen Liedersammlung wieder lebendig werden zu lassen. In behutsamen Übertragungen lassen sich ausgewählte Lieder daraus für die Singpraxis neu erschließen – wie etwa das folgende Beispiel, inspiriert von  der Tradition jüdischer Baumfestlieder: Seht die Bäume unter dem Himmel

 

 

Seht die Bäume unter dem HimmelIn den Erläuterungen dazu wird verwiesen auf verschiedene jüdische Festtraditionen im Jahreslauf der Natur. So wird im Frühjahr am 15. sch’wat bei Vollmond ein Neujahrsfest der Bäume gefeiert. Für dieses Naturfest gibt es keinerlei Bestimmungen, jedoch den Brauch, die Bäume und ihr Gedeihen zu segnen, Früchte zu essen und über das Schicksal der Bäume nachzudenken.

Zur Bedeutung der Bäume im Judentum: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9522

 

Dieser Neufassung liegt ein Loblied auf die Bäume für eben dieses Fest zugrunde –  wahlweise leicht zu begleiten mit Ukulele oder Gitarre. Weiterlesen