Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni: “Wir stehen zusammen…mit einer reichen Sprachenvielfalt!”

Einen Monat nach dem Welttag der kulturellen Vielfalt im Mai steht nun am Montag, dem 20. Juni, der Weltflüchtlingstag im Kalender – in diesem Jahr unter dem Motto: “Wir stehen zusammen”.

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aus: Nazif Telek “Die Stärke der Löwin”, eines von wenigen deutsch-kurdischen Kinderbüchern

Um die Sprachen der Flüchtlinge ging es gestern auch bei einem  Workshoptag in Berlin, der von Goethe-Institut und den DBV-Kommissionen dank einer großzügigen Spende der Japan Art Association durchgeführt werden konnte.

Auch wenn bei der gut besuchten Veranstaltung in erster Linie die arabischen Übersetzungen von deutschen Kinderbüchern und deren praktische Vermittlung im Mittelpunkt standen, wurde mir persönlich durch den Austausch und die Erfahrungen des Tages deutlich, dass wir unseren Blick noch besser schulen und schärfen können für Sprachen, die in einigen Regionen der Welt benachteiligt oder als Minderheitensprachen angesehen werden – und für das, was gerade diese Sprachen für die Identität und Freiheit von Menschen bedeuten, wie z.B. Kurdisch. Denn hinter Sprachen wie Arabisch, die vielerorts von verschiedenen Initiativen gut mit entsprechenden Medien unterstützt und erschlossen werden,  geraten andere Sprachen und mit ihnen vielleicht auch die Anliegen der Menschen, für die diese Sprachen wichtig sind, leicht in den Hintergrund.  Weiterlesen

Maßnehmen am Maßstab der Menschenwürde – mit vielen einzelnen Maßnahmen…und Musik!

Was in der Überschrift vielleicht wie ein Wortspiel anmutet, hat einen ernst gemeinten Hintergrund, der an diesem Wochenende sehr treffend durch einen Beitrag von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung untermauert wurde: http://www.sueddeutsche.de/leben/persoenliche-betroffenheit-die-gretchenfrage-1.2692471

Er beleuchtet darin ausführlich und differenziert die unterschiedlichen Aspekte der Flüchlingsthematik – bei uns wie in den Herkunftsländern – und stellt dabei treffend fest, dass “es DIE Lösung für eine Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht gibt. Es gibt nur eine Vielzahl von einzelnen Maßnahmen, die sich aber alle messen lassen müssen an dem, was nicht geht. Eine Verletzung des Maßstabs der Menschenwürde geht nicht.“

tdh

Angebote für Flüchtlingskinder im Irak, c terre des hommes

Sein Beitrag redet die politische und gesellschaftliche Herausforderung nicht klein, verschweigt nicht die noch ungelösten nationalen wie globalen Probleme, benennt aber zugleich viele konkrete Aspekte, an denen deutlich wird, was zu der erwähnten „Vielzahl von einzelnen Maßnahmen“ gehören könnte. So macht er am Beispiel der Situation in libanesischen Flüchtlingslagern darauf aufmerksam, wie dringend nötig Hilfsgelder gebraucht werden, um für Kinder einen Schulunterricht zu ermöglichen (und ich füge hinzu: auch, um eine psychosoziale Betreuung und Freizeitgestaltung mit Sport und musisch-kulturellen Angeboten gewährleisten zu können). In Prantls Beitrag heißt es dazu: Je länger diese Kinder nicht in die Schule gehen, desto mehr verdüstern sich ihre Zukunftschancen, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder und Jugendlichen Gewalt ganz gut finden und lernen, mit Bomben statt mit Büchern ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Für sie Schulunterricht zu organisieren – das ist Fluchtursachenbekämpfung und Terrorprävention.“ Weiterlesen

„Verfeinere unsere Seelen, damit das Auge unterscheiden kann“ – Impressionen und Gedanken zu den Geflüchteten und Helfenden in Flensburg, Teil 2

Wahrnehmen und in Worte fassen / Foto: Lothar Veit

Wahrnehmen und in Worte fassen / Foto: Lothar Veit

Vor zwei Wochen haben ich hier im Blog zum ersten Mal über meine Eindrücke und Erfahrungen in der Begegnung mit Geflüchteten und Helfenden in Flensburg wie unterwegs auf Reisen geschrieben. Damals war nicht absehbar, wie sich das dauerhafte Engagement der freiwillig Engagierten am Bahnhof wie an verschiedenen Orten der Stadt weiter entwickeln würde.

BFF_1508_HeaderOrange2-300x111-300x111Inzwischen habe ich viele Stunden in der Kleiderkammer aushelfen können und dabei auch heute wieder gemerkt, wie hier in der Stadt die Hilfe von ganz unterschiedlichen Menschen für ganz unterschiedliche Menschen Tag um Tag erstaunlich effektiv ineinandergreift: So ergab sich z.B. heute auf dem Weg zum Bahnhof, als ich noch ein paar Fladenbrote für die Essensausgabe besorgen wollte, ein interessantes Gespräch am Bäckertresen, Weiterlesen

Mit Geschichten aus 17 Ländern im Gepäck unterwegs – Reisenotizen zum internationalen Kinderbuchtag

Begegnen, austauschen, anregen, weiterentwickeln….Engagement und Ideen brauchen einen weiten Horizont und den Blick über sich selbst hinaus. Das gilt auch für alles, was mit Kinderliteratur geschieht und durch Sprache, Bilder und Fantasie mit und bei Kindern lebendig wird. Der Internationale Kinderbuchtag, der in jedem Jahr am 2. April begangen wird, erinnert daran: Es gibt im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur vieles, was zur Verständigung zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen beitragen kann – wenn wir uns immer wieder auf den Weg machen,  um uns über Grenzen hinweg offen und staunend zu begegnen und bereit sind, Erfahrungen miteinander zu teilen und Neues voneinander zu lernen.

Für mich persönlich gehört der Internationale Kinderbuchtag zu den bedeutendsten Buch-Aktionstagen, weil ich die entscheidenden Impulse in meiner Arbeit als Bibliothekarin, Autorin, Herausgeberin und Komponistin vor allem den Reisen in verschiedene Länder der Welt zu verdanken habe. Und weil ich in der Beschäftigung mit Kinderliteratur so vielfältige Erfahrungen mit Menschen aus anderen Ländern sammeln durfte. Weiterlesen