Sonntagsmomente: Regenbogensommer

Regenbogen1Nur für Sekunden
nicht festzuhalten
gleich wird es regnen
es dunkelt schon

da malt das Licht
ein flüchtiges Zeichen
spielt mit dem Wasser
erzählt davon

wie so ein Schönwerden
einfach geschieht
aus der Berührung
unfassbar klein
dennoch
der Weite des Himmels traut

nicht wie ein Tropfen
auf heißem Stein

 

Susanne Brandt

„Schwebende Zukunft“ – eine Ringelnatz-Wanderung an der Küste von Cuxhaven

Hus Kiek in de See

Hus Kiek in de See

Im „Hus Kiek in de See“ (http://www.hus-kiek-in-de-see.de/) kann man es sich gut gehen lassen – wie einst Joachim Ringelnatz: mit Blick auf See und Schiffe. So jedenfalls hat er es in seinen Erinnerungen „Als Mariner im Krieg“ (1928) beschrieben. Als kleines familiäres Hotel ist das Haus heute nicht nur jener Ort, an dem man von einigen Zimmern aus eben diesen Blick noch heute genießen kann – unmittelbar hinterm Deich und damit direkt an einem attraktiven Küstenweg gelegen, ist das Haus ein idealer Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Wander- oder Fahrradtour, die durch wechselnde Naturräume immer am Meer entlang führt.

Und wer den literarischen „Geist“ des Hauses dabei nicht hinter den Mauern lassen möchte, kann sich von Ringelnatz-Gedichten durch diese Natur begleiten lassen.

Das Schwere lernen: narrenglücklich leben

Bei aller „Vergnüglichkeit“, die aus vielen seiner Texte spricht: Ringelnatz Leben war vor allem nach 1933 auch von bitterer Not begleitet. Als seine Bücher und Auftritte 1933 verboten wurden, verarmte er rasch, erkrankte an Tuberkolose, konnte sich aber eine ärztliche Behandlung nicht leisten.  Mit seinen  frechen Versen und anarchischen Kinderbüchern hatte er sich viele Feinde in deutsch-nationalen und völkischen Kreisen gemacht. Weiterlesen

Im Klangland: Neue Gedichte von Dorothea Grünzweig

Wenn Dorothea Grünzweig eine Juninacht im Norden beschreibt, lässt sie den Blick wandern und hält noch die feinsten Abstufungen des Lichts fest. Und der Wechsel der Farben wird zum Wechsel der Laute:

„nacht und die linde helle des junis / das wandellicht der mitternacht / die felder steigen beginnen sich zu wellen / halme lösen das harmgrau ab”.

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