Viele, viele Steine – Steinbilder legen und besingen

Steine lassen sich fast überall finden. Am Schönsten glitzern sie am Meer. Es gibt Bilderbücher, die passen prima dazu, z.B. „Tanzen können auch die Steine“. Und es gibt eine einfache Melodie, mit der sich die Bilder, die draußen oder drinnen mit Steinen entstehen können, besingen lassen. Alles, was man dafür braucht, passt in einen Rucksack – oder kann spontan in der Natur gesammelt werden: https://www.mein-kamishibai.de/viele-viele-steine

Rosentage

Ich mag den leisen Widerstand der wilden Rosen,
dass sie so unbeirrt im Alltag so viel Schönheit zeigen
und sich mit Anmut und Respekt zum Staub der Straße neigen,
sich einfach Raum erobern mitten in der Stadt,
nicht danach fragen, welchen Zweck das alles hat.

Ich mag den unverhofften Duft am frühen Morgen:
Nur für Sekunden, leicht und flüchtig im Vorübergehen,
kann mich ein Rosenwind lebendig wie ein Tanz umwehen
und all das Schwere wird verwandelt von dem Duft.
Nur für Sekunden liegt ein Wunder in der Luft.

Ich mag das Sommerkleid der Gärten und der Mauern:
Die weichen Blüten lehnen sanft am Rand der Regentonne,
die jungen Knospen haben Sehnsucht nach der Morgensonne.
Und ich genieße das – der Weg vor mir ist weit.
An solchen Rosentagen lasse ich mir Zeit

Susanne Brandt, im Juni 2017

…und zum Singen: Lied Rosentage

 

Der Glückstopf. Eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern

Für frühsommerliche Kamishibai- und Leseförderseminare: eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern…

Garten im Juni, Foto: S. Brandt

„…Und als die Sonnenstrahlen schon die ersten Zeichen des Sommers in den Garten schickten, setzte sich die Frau vor die Tür auf eine Bank und schlief ein. Sie erwachte von einem süßen Duft, der ihr wie ein Wind um die Nase wehte: Da war sie von unzähligen Blumen umgeben, die ihren Garten in ein Blütenmeer verwandelt hatten. Die Würmer wühlten sich durch die Erde, um jeden Tag Neues daraus hervor wachsen zu lassen. Und über den Blumen tanzten Schmetterlinge, dass es eine Freude war, ihnen zuzusehen…“

Die ganze Textvorlage nach Motiven eines Volksmärchens zum freien Erzählen und Entfalten: Der Glückstopf

Eine komplette Nacherzählung mit methodisch ausgearbeiteten Ideen für die Kita-Praxis ist veröffentlicht in: Praxismappe „Dies und das…für Kinder ab 5 Jahren“, Kiga-Fachverlag, Bingen 2017

Metamorphosen: Leben als Verwandlungskunst

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c Verlag Knesebeck, F. Clement: Metamorphosen

Pisello Erbslein ist ein Verwandlungskünstler, entstanden aus einem Fünkchen Übermut, einer Prise Fantasie und einem Spritzer Morgentau. Dadurch ist er bestens darauf vorbereitet, auch uns Menschen als eine Art Reiseleiter sachkundig und fantasievoll, übermütig und einfühlsam durch die wunderbare Welt der Metamorphosen zu führen. An seiner Seite: der preisgekrönte französische Künstler F. Clément, der mit seinen ganzseitigen Bildsequenzen die Entwicklung des Lebens wirklich als Kunst und Geheimnis vor Augen zu führen versteht. Dass dieser faszinierend ästhetische Zugang ganz anmutig in Einklang mit naturkundlichem Sachwissen zu bringen ist, zeigt das Sachbilderbuch „Metamorphosen“ aus dem Verlag Knesebeck an 11 Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt: Weiterlesen

Sonntagsmomente: Schattentheater

BALI

Herbstsonne, Foto: Susanne Brandt

Noch einmal ein Fest,
denkt die Sonne,
noch einmal ein farbiges Spiel
mit Schattentheater der Blätter,
noch einmal verschenkt sie so viel,

wirft Wärme vom Himmel
und wechselndes Licht,
malt tanzende Schatten
ins fremde Gesicht,
weckt herbstliche Wehmut
und schwingt ihren Hut,
mischt Funken von Sehnsucht und Übermut
zur letzten Verbeugung des Sommers.

Er geht und zugleich ist ein Anfang gemacht:
Aus Ästen wird bald schon
ein Feuer entfacht.

Das wärmt in der Nacht.

 

Susanne Brandt, im September 2016