Medien-Tipp: Hundert Fragen an Dornröschen

„Die Welt wurde niemals zerstört, verwüstet und verheert von denen die fragten, sondern von jenen, die glaubten, die Antworten zu kennen“. Dieses (hochaktuelle!) Zitat von R. D. Precht gehört zu den vielen spannenden Bezügen und Impulsen, die Christian Peitz in seinem neuen Buch „Hundert Fragen an Dornröschen“ mit eigenen Überlegungen zu verbinden weiß. Schritt für Schritt bewegt er sich dabei durch das Märchen vom Dornröschen und zeigt auf, wie sich die darin wohnenden Bilder und Symbole mit Kindern bedenken und ins Gespräch bringen lassen. Und vor allem: Wie unsere Fragen, wie die fragende Annäherung an eine Geschichte dazu beitragen, die Welt, die Mitmenschen und sich selbst in friedfertiger Weise zu betrachten und dem Sinn darin auf der Spur zu bleiben. Weiterlesen

Praxis-Tipp: Geschichten erfinden mit der „Story Box“

Story Box, Foto: Susanne Brandt

In Schweden entdeckt – dabei kommt sie eigentlich aus England und kann sprachunabhängig überall in der Welt kreativ zum Einsatz kommen: Die „Story Box“! Diese besteht aus insgesamt 40 textfreien Bildszenen auf 20 beidseitig bedruckten großen stabilen Puzzleteilen. 2 Szenen werden als Anfang vorgeschlagen, 6 verschiedene Szenen könnten auf ganz unterschiedliche Weise ein Ende beschreiben – dazwischen bleibt alles der freien Fantasie überlassen. Vom Anfang bis zum Ende lässt sich eine immer wieder andere Auswahl von vielleicht 5 bis 8 Bildkarten mit wiederkehrenden Figuren beliebig aneinanderfügen – so, dass sich am Ende eine Geschichte dazu erzählen lässt. Eine wunderbare Beschäftigung für Jung und Alt – gut einsetzbar in Grundschulen, in Bibliotheken oder einfach in der Familie. Da passt der handliche Karton zum Beispiel auch  ins Reisegepäck für Urlaubs-Regentage. Weiterlesen

Farben, Steine, Zauberkugeln. Spielerisch vertraut werden mit der fremden Sprache

Viele beglückende menschliche Begegnungen prägten einen Weiterbildungstag für Lesepaten/-innen und Vorleser/-innen am gestrigen Samstag. Es ist beeindruckend und ermutigend zu erleben, wie engagiert so viele Ehrenamtliche daran mitwirken, Kindern beim Vertrautwerden mit Sprache und Lesen einfühlsam zur Seite zu stehen. Dabei geht es nicht vorrangig um Leseleistung, sondern vielmehr um emotionale und soziale Aspekte, die mit der wachsenden  Ausdruckskraft von Sprache verbunden sind – und die jedem Kind bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit helfen können. Das ist eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Aufgabe, verbunden mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein und viel Empathie für Kinder aus aller Welt. Umso wichtiger bleibt es, dass die Ehrenamtlichen passende Weiterbildungsmöglichkeiten, Beratung und Austausch in Anspruch nehmen können. Sie leisten diese Arbeit freiwillig, aber keineswegs beliebig! Vielen von ihnen liegt die qualitative Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit bei dem, was sie jede Woche für und mit Kindern tun, sehr am Herzen.

Dazu gab es nun am 17. Juni eine von mehreren Initiativen und Förderern unterstützte Gelegenheit:  Bereits zum 3. Mal veranstaltete der Mentor.Ring Hamburg e.V. in Hamburg einen großen Weiterbildungstag für ehrenamtlich tätige Lesepatinnen und -paten sowie Vorleserinnen und Vorleser.  Weit mehr als 2000 sind in Hamburger Schulen und Bibliotheken aktiv. Eine große Zahl von ihnen kann nun nach der Teilnahme an der vielfältig gestalteten Tagesveranstaltung von neuen  Praxisideen, Wissen und Handwerkszeug, aber auch vom Austausch mit anderen Engagierten und Fachleuten profitieren.

Infos zu Programm und Partnern: http://www.mentor-ring.org/images/downloads/Programmheft_Weiterbildungstag-2017_MV_final.pdf

In über 25 Workshops ging es dabei vor allem um folgende Themenbereiche: Weiterlesen

Der Glückstopf. Eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern

Für frühsommerliche Kamishibai- und Leseförderseminare: eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern…

Garten im Juni, Foto: S. Brandt

„…Und als die Sonnenstrahlen schon die ersten Zeichen des Sommers in den Garten schickten, setzte sich die Frau vor die Tür auf eine Bank und schlief ein. Sie erwachte von einem süßen Duft, der ihr wie ein Wind um die Nase wehte: Da war sie von unzähligen Blumen umgeben, die ihren Garten in ein Blütenmeer verwandelt hatten. Die Würmer wühlten sich durch die Erde, um jeden Tag Neues daraus hervor wachsen zu lassen. Und über den Blumen tanzten Schmetterlinge, dass es eine Freude war, ihnen zuzusehen…“

Die ganze Textvorlage nach Motiven eines Volksmärchens zum freien Erzählen und Entfalten: Der Glückstopf

Eine komplette Nacherzählung mit methodisch ausgearbeiteten Ideen für die Kita-Praxis ist veröffentlicht in: Praxismappe „Dies und das…für Kinder ab 5 Jahren“, Kiga-Fachverlag, Bingen 2017

Zum „Erzähl-ein-Märchen-Tag“: Wie man sich mit dem Erzählen retten kann

Der Kleine Kalender verrät, dass am heutigen 26. Februar weltweit der „Erzähl-ein-Märchen-Tag“ begangen wird. Und da ich diesen Regentag gerade nutze, um ein paar Erzähl-Seminare für die nächsten Monate vorzubereiten, greife ich in die dafür frisch erstellte Materialsammlung und fische einen passenden Text für diesen Tag heraus – ein Märchen zum Erzählen vom Erzählen…

Wie man sich mit dem Erzählen retten kann

Schon die Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern wussten: Wenn Menschen allein oder mit anderen auf dem Feld oder im Wald übernachten, dann sollen sie einander Geschichten erzählen.

Foto: Susanne Brandt
Foto: Susanne Brandt

Ja, es ist sogar möglich, sich selbst eine Geschichte zu erzählen. Denn nur so kann man sicher sein, nicht für immer in die Fänge der Waldfrauen zu geraten. Es geht die Sage um, dass solche Waldfrauen die Menschen nachts auf falsche Wege locken. Und haben sie es geschafft, einen Menschen in ihre Hütte zu sperren, lassen sie ihn nie wieder laufen – es sei denn… Weiterlesen