Sonntagsmomente: Schattentheater

BALI

Herbstsonne, Foto: Susanne Brandt

Noch einmal ein Fest,
denkt die Sonne,
noch einmal ein farbiges Spiel
mit Schattentheater der Blätter,
noch einmal verschenkt sie so viel,

wirft Wärme vom Himmel
und wechselndes Licht,
malt tanzende Schatten
ins fremde Gesicht,
weckt herbstliche Wehmut
und schwingt ihren Hut,
mischt Funken von Sehnsucht und Übermut
zur letzten Verbeugung des Sommers.

Er geht und zugleich ist ein Anfang gemacht:
Aus Ästen wird bald schon
ein Feuer entfacht.

Das wärmt in der Nacht.

 

Susanne Brandt, im September 2016

Bilderbuch-Tipp: Nachts leuchten alle Träume – bis zum Einschlafen….

DownloadBei diesem Buch der preisgekrönten argentinischen Autorin können lauter traumhafte Geschichten sozusagen „im Schlaf“ entstehen. Was die Seiten aus festem Papier dazu beisteuern, sind wenige Worte zur Beschreibung verschiedener Träume und ein jeweils passendes Bild dazu, das erst so richtig zur Geltung kommt, wenn einem im dunklen Zimmer fast schon die Augen zufallen. Denn die Motive leuchten bei Dunkelheit, wenn sie zuvor einige Minuten lang unter einer Lampe das Licht für die dunklen Stunden „einfangen“ konnten. Damit das alles kuschelig im Liegen anzuschauen ist, hat das Buch eine etwas andere Form: Es wird wie ein Kalender oder Kniebuch über eine Ringbindung am oberen Rand Seite für Seite umgeklappt und der doppelt verstärkte Papprücken lässt sich so auseinanderklappen, dass das Buch z.B. auf einem Tisch oder Stuhl neben dem Bett stehen kann und so den Betrachtenden bis zum Einschlafen entgegenleuchtet. Die Handhabung des Buches sieht folglich auch etwas anders aus als bei einer gewöhnlichen Gutenachtgeschichte: Gemeinsam werden die „Traum-Rezepte“ zunächst betrachtet und dann überlegt, welcher Traum in dieser Nacht das Kind in den Schlaf begleiten könnte: Weiterlesen

Lichtwunder und Lebensfreude – Chanukka in Flensburg

 

Ein Lichterfest in der Dunkelheit der winterlichen Natur: Live-Musik und Tänze, Ölgebäck und Getränke zum Warmwerden gehören dazu – vor allem aber der Zauber der brennenden Kerzen und Fackeln.

Die Geschichten und Bräuche rund um das Chanukka-Fest erzählen vom Licht, von der großen Kraft im kleinen Funken, von der Würde und von der Seele der Verfolgten, von ihrer unerschütterlichen Lebendigkeit, mit der die Kleinen sich von den Mächtigen nicht entmutigen lassen  – und immer wieder von dem Wunder, das in allem ruht, bis es mit Geduld und Vertrauen erkannt wird. Am besten erzählen vielleicht die warmherzigen Geschichten des Dichters Isaac B. Singer davon, seine Rettungs-Geschichten wie „Zlateh, die Geiß“ oder seine Erinnerungen an Warschau. Es sind Wintergeschichten aus der jüdischen Kultur Osteuropas, tröstliche Erfahrungen mit Gefahr und Rettung in Sturm und Schnee. Weiterlesen