Zum Welttag der Poesie: Leipzig im Gedicht

Zum heutigen “Welttag der Poesie” gehört natürlich die Ankündigung einer neuen Lyrik-Anthologie: O Freude. Leipzig im Gedicht!

Leipzig im GedichtMit über 400 Texteinsendungen von 221 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und weiteren sechs Ländern hat der Aufruf der in Leipzig ansässigen internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (www.lyrikgesellschaft.de) nach Gedichten und Prosaminiaturen über Leipzig gezeigt, wie tief die „Buchstadt“ im Bewusstsein literarisch tätiger Menschen nah und fern verwurzelt ist und zum Schreiben inspiriert.
Mit einer Auswahl von 128 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Finnland, Österreich, Mongolei, Schweden, der Schweiz und Türkei ist daraus nun zur Buchmesse die Frühjahrsausgabe 2015 der Reihe „Poesiealbum neu“ als Taschenbuch unter dem Motto „Leipzig im Gedicht“ erschienen. Zusammen mit einer Sonderausgabe „Gedichte von Welt“ mit Lyrik aus Leipzigs Partnerstädten ist somit ein literarischer Auftakt zum Jubiläumsjahr 2015 anlässlich von „1000 Jahre Leipzig“ gemacht.

Meine persönliche Erinnerung an das schon oft bereiste Leipzig drückt sich literarisch in einem Gedicht aus, das während meiner Vertretungslehrtätigkeit an der HTWK im Jahre 2013 entstanden ist – genauer gesagt: in der Gaststätte „Waldfrieden Connewitz“, die mir an den Abenden eine wohnliche Bleibe zum Lesen und Schreiben bot.
Auch dieser Text hat nun in der Leipzig-Anthologie Aufnahme gefunden:

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Wolkensucher und Weltentdecker – Bücher vom Staunen zwischen Himmel und Erde

Mit Büchern und Lesen wird die Welt nicht verändert – aber es kann dabei etwas mit unserer Vorstellungskraft geschehen, mit unserer Fähigkeit, sich das Leben anderer Menschen vorzustellen, sich vielleicht das Leben in dieser Welt anders vorzustellen. “Das ist keine schlechte Sache” sagt der Dichter Amos Oz in aller Bescheidenheit dazu. Und er hat in Interviews (ich konnte sein Gespräch auf dem Blauen Sofa live miterleben) wie in zahlreichen Medien noch einiges mehr gesagt, was für mich persönlich zu jenen Worten gehört, die mich bei der Leipziger Buchmesse 2015 am meisten berührt und angeregt haben.

51h9Mbs6RLL._AA160_Amos Oz – mit behutsamer Neugier für das Tragische und Glückliche im Leben

Die Bücher von Amos Oz schätze ich bereits seit Jahrzehnten. Was in Gesprächen mit ihm besonders spürbar wird, ist der feine Humor und die Bildkraft seiner Sprache, die tiefe Weisheit, die keine großen Gesten und Inszenierungen braucht, sondern sehr leise daher kommt: mit Zweifeln, Fragen, einer behutsamen Neugier für das Tragische und Glückliche im Leben der Menschen, das meistens ganz nah beieinander liegt.

Lesen und Schreiben ist Einfühlen und Mitgehen “in den Schuhen der anderen”

Auch bei mir hat die Messebegegnung mit Amos Oz eine solche Neugier neu beflügelt: Auf weitere Bücher von ihm bin ich gespannt, (z.B. “Judas”), auf weitere Interviews und Medienberichten über ihn (im Netz reichlich nachzulesen) – darüber hinaus aber vor allem auf die vielen kleinen, aber feinen Entdeckungen und Begegnungen, die durch die inspirierende Wirkung der Vorstellungskraft möglich werden.

So stehen die folgenden Impressionen meines diesjährigen Messespaziergangs alle unter der Frage, wie Bücher, Geschichten und Poesie die Lust an der Fantasie, am Entdecken, an der Offenheit und Bereitschaft zum Einfühlen und Mitgehen “in den Schuhen der anderen” anregen. Und ich habe dafür wunderbare Beispiele gefunden:

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Buch von Anita Bänninger zum Wolkenfreunde-Projekt

Wolkenbilder und Bilderfantasien – der Natur Geschichten entlocken

Einen Schwerpunkt bildete für mich dabei die Suche nach kreativen Schreib- und Erzählprojekten mit Kindern und Jugendlichen. Eine besondere Entdeckung war in Lepzig z.B. das Wolkengeschichten-Projekt der Anita Bänninger, das viele Berührungspunkte zu naturkundlichen wie bibliotherapeutischen Projekten aufweist, an denen ich in den letzten Jahren mitwirken konnte:
www.wolkenfreunde.de
Ich werde darüber später an dieser Stelle noch ausführlicher berichten. Weiterlesen