Zum Internationalen Kinderbuchtag: Bibliotheken als magische Orte

„Es war einmal eine … Bibliothek!“ –  so beginnt die Geschichte von der kleinen Luisa, erzählt von der brasilianischen Jugendbuchautorin Luciana Sandroni,  die sie eigens zum diesjährigen Internationale Kinderbuchtag 2016 für die Kinder der Welt verfasst hat. In Luciana Sandronis Botschaft kommen viele Märchenfiguren vor – aus Grimms und Andersens und aus brasilianischen Märchen. Sie alle wollen von Luisa mit nach Hause genommen werden. Und mit einem schweren Rucksack macht sich das Mädchen nach ihrem ersten Bibliotheksbesuch auf den Heimweg. „Bist du zu Hause?“, fragt die Mutter. „Wir sind zu Hause“, antwortet Luisa – und zeigt damit zugleich, dass man aus einer Bibliothek mehr „mitnehmen“ kann als das, was gedruckt zwischen den Buchdeckeln steht…

Aus der Janusz-Korczak-Kinderbücherei, Foto: Susanne Brandt

Aus der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei, Foto: Susanne Brandt

 

„Immer, wenn du ein Buch aus der Hand legst und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch sein angestrebtes Ziel erreicht.“ 

(Janusz Korczak)

 

 

Zum Weiterlesen aus der Welt der Bibliotheken als magische Orte für Kinderbücher: Weiterlesen

„Kultur der Menschenrechte“ von Anfang an

Nach dem Kinderrechte-Geburtstag Ende November hat der „Tag der Menschenrechte“ in der vergangenen Woche abermals das Thema ins Bewusstsein gebracht – für mich besonders interessant unter folgender Fragestellung: Wie lässt sich bereits in der frühkindlichen Bildung eine „Kultur der Menschenrechte“ verwirklichen? Mögliche Antworten darauf werden in der Publikation „Menschenrechte und frühkindliche Bildung in  Deutschland“ eingehend erörtert und an verschiedenen Praxisbeispielen aus den vergangenen Jahren konkretisiert. Das Denken und Handeln orientiert sich dabei an drei großen Säulen: Weiterlesen

Auf dem Weg nach Serbien: Kinderbücher zum Internationalen Kinderbuchtag

Foto: Susanne Brandt

Der Weg von Flensburg nach Pozega/Serbien ist weit. Da bleibt zu hoffen, dass das heute auf die Reise geschickte Buchpaket pünktlich zum Internationalen Kinderbuchtag des IBBY am 2. April sein Ziel erreicht: die Kinderbibliothek von Pozega/Serbien mit ihrer Bibliothekarin Daniela Skokovic, deren Engagement für die Leseförderung ich als bibliothekarische „Schwester“ im Sister Libraries Project kennen lernen durfte und noch heute mit großem Interesse und Respekt begleite.

Bücher aus Deutschland für Kinder in Serbien? Wie kann das gehen? Weiterlesen

„Ich wünschte…“ – Menschen, Medien, Musik und Visionen aus über 30 Nationen. Ein persönlicher Rückblick auf Leipzig im März 2013

Erwärmende Begegnung in einer winterlichen Stadt prägten für mich die vier Märztage in Leipzig, die sich diesmal um drei Ereignisse rankten: Kongress Bibliothek & Information, Internationale Konferenz „Prepare for Life“ der Stiftung Lesen und Buchmesse mit den Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis.
Zwei nicht besonders originell anmutende Fragen, die jedoch immer wieder einer Aktualisierung und vielleicht Neuorientierung bedürfen, hatte ich diesmal mit im Gepäck: Mit welchen Medien und Vermittlungswege erreichen wir welche Menschen?
Und was lässt sich darüber mit Nutzerforschung und Evaluation herausfinden?
Gewiss keine abschließenden Antworten, wohl aber wertvolle Denkanstöße, Einblicke und konkrete Ideen entwickelten sich dazu vor allem in interessanten Einzelgesprächen, im aktiven Austausch und in Vorträgen – von Frühförderung über Jugendbibliotheken bis hin zu Angeboten für alte Menschen.

Engagierte Frauen: Renate Zimmer und Wendy Cooling

Um nur einige Highlights herauszugreifen:
Prof. Renate Zimmer warb im Reigen der Eröffnungsvorträge zur Internationalen Konferenz für Offenheit, Spontanität und Phantasie, um mit und für Kinder authentische und lustvolle Sprachanlässe mit allen Sinnen und Bewegung zu entdecken. Anknüpfend an unsere seit Jahren währende Zusammenarbeit rund um das Projekt „Geschichten bewegen“ schlug sie damit zugleich eine Brücke zum zweiten Konferenztag, bei dem es wiederum mein Anliegen war, im internationalen Austausch zu bibliothekarischen Lesefrühförderprogrammen aus aller Welt an die Bedeutung von Poesie und Erzählkultur, verbunden mit Bewegung und Entdeckerlust zu erinnern. Denn – so wurde in der anschließenden Diskussion deutlich – neben Finanzierungsmodellen, Evaluation und Marketingstrategien braucht jedes Projekt zum Gelingen ein überzeugendes Maß an Charme, Leidenschaft und Visionen, damit der Funke überspringt.

Ein solches Plädoyer für die Kraft der Poesie und die Lust am Erzählen traf vor allem bei Wendy Cooling, der „Mutter“ der inzwischen weltweit verbreiteten Lesestartbewegung, auf offene Ohren und begeisterte Zustimmung. Die persönliche und warmherzige Begegnung mit dieser „English Lady“ war für mich eines der ganz besonderen Erlebnisse dieser Tage.

Farbiges und klingendes Europa – ein Brückenschlag von Süd nach Nord

Andere Inspirationen aus anderen Ländern schlossen sich an: So ergab sich mit Reinhard Ehgartner, dem Geschäftsführer des Österreichischen Bibliothekswerkes (www.biblio.at) ein interessanter Austausch zur Verbreitung und Förderung des Erzählens mit Kamishibai in Europa.

Und aus Italien kam der Impuls, musikalische und sprachliche Frühförderung durch interdisziplinäre Kooperationen stärker zu verknüpfen (http://www.natiperlamusica.it/npm/index.php/protagonisti/biblioteche).
Hier werden Leseförderung und musikalische Förderung in den ersten Lebensjahren eng miteinander verzahnt, so dass im Rahmen des Musikförderprogramms gezielt auf die Rolle der Bibliotheken verwiesen wird. Akteure des Lesestart-Programms in Bibliotheken werden auf diese Weise für musikalische Aspekte in der Sprachentwicklung sensibilisiert und Akteure der musikalischen Früherziehung lernen die unterstützenden und begleitenden Möglichkeiten der Bibliotheken kennen, die konkret folgende Aufgaben übernimmt: Weiterlesen

Die Seele ist wie ein Wald….Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei lädt ein zu Begegnungen

„Die Seele des Kindes ist ein Wald, in dem die Baumwipfel sich sanft wiegen, die Äste vermischen und die zitternden Blätter sich berühren. Manchmal streift ein Baum seinen Nachbarn oder spürt die Gegenwart von hundert oder tausend Bäumen, vom ganzen Wald. Wer in die fernliegende Zukunft zielt und die Kinder dabei überspringen will, wird sein Ziel verfehlen.” (Janusz Korczak)

Die Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei (Worphauser Landstr. 51 in 28865 Lilienthal, Tel: 04208/895610) ist ein Ort für alle, die sich für das Zusammenleben von Menschen interessieren.
Ein besonderer Schwerpunkt sind Kinder- und Jugendbücher, die sich mit sozialen Fragestellungen befassen.
Es gibt eine umfangreiche Sammlung an Büchern  zum Thema Geschwister, Geschwisterbeziehungen, speziell dann noch mal Geschwisterbeziehungen in Familien, in denen eins oder mehrere Kinder mit Behinderungen leben.
Die Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei ist eine Präsenzbücherei, in der sich alle aufhalten könnten, die Lust haben in diesen Büchern zu stöbern, zu lesen. In der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei sind viele Bücher zu finden zu den Themen
•    Familie
•    Geschwister allgemein
•    Geschwister von Kindern mit Behinderung, Beeinträchtigung, chronischen Erkrankungen und verkürzter Lebenserwartung
•    Behinderung
•    Pädagogik
•    Pflege- und Adoption
•    Gewalt
•    andere Kulturen
•    Glaube und Religion
•    Fragen zur Gentechnologie
•    Gefühle
•    Körper
•    Sexualität
•    Fragebücher Kinderphilosophie
•    Sterben, Trauer, Tod
•    Deutsche Geschichte
•    Kinder- Kinderrechte
•    Kinder psychisch kranker Eltern
•    soziale und aktuelle Fragestellungen der Gesellschaft

Es gibt eine ganze Regalwand nur mit Bilderbüchern, Ratebüchern, Wimmelbüchern. Ebenso gibt es ein ganzes Regal voller Anregungen zum kreativen Tun- für Familien, für PädagogInnen und alle, die an der Arbeit mit Kindern interessiert sind. Selbstverständlich gibt es Märchenbücher, Vorlesebücher, einfach auch sogenannte „Quatsch- und Schmunzelbücher“ und viele Kinder- und Jugendbücher der AutorInnen, die unserer Arbeit verbunden waren und sind: Kirsten Boie, Renate Welsh, Achim Bröger, Doris Meißner-Johannknecht, Gudrun Pausewang, Mirjam Pressler, Klaus Kordon, Josef Reding usw.

Weitere Informationen: www.geschwisterbuecherei.de

Buchtipp zum Thema:

Brandt, Susanne: Gedankenflüge ohne Illusion. Janusz Korczak als Impulsgeber für die dialogische Begegnung mit Kindern meim Lesen, Erzählen und Schreibe. Wetzlar, 2010