Leuchtturmliebe – und andere Geschichten vom Licht an den Meeren

BALI

Foto: S. Brandt

Leuchttürme sind Hoffnungszeichen. Ihr Lichtschein bleibt, wenn ringsum alles schwarz und stürmisch scheint. Sie wirken widerständig, verlässlich – und wissen zugleich Geschichten von Einsamkeit, Geduld und Sehnsucht zu erzählen. Denn wer in einem Leuchtturm wohnt, hat meistens keine Nachbarn und mitunter etwas Mühe, mit den Grenzen von kleinen Kammern und Vorräte zurecht zu kommen. Da müssen manche Wünsche und Träume auf die passende Wetterlage warten – oder anders gesagt: Sie dürfen sich Zeit lassen, um langsam an Form und Farbe zu gewinnen. Denn für Wünsche und Träume bietet der weite Blick nach draußen grenzenlos Raum.  Das beflügelt die Fantasie – und die ist bekanntlich das wichtigste Grundnahrungsmittel für jede Geschichte.Vielleicht ist deshalb die Zahl von Leuchtturmgeschichten so groß. Allein in der Kinderliteratur fallen einem schnell zwanzig oder mehr Geschichten und Gedichte ein, die von Leuchttürmen erzählen. Weiterlesen

Das besondere Buch: „Wasserwelten“ als Gesamtkunstwerk aus Farben, Papier und Poesie

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Copyright: Baobab

„Regen prasselt, lauter Donner, / alle Wege sind verschwommen. / In tiefen Gräben lärmen gestreifte Frösche, / als spielten sie Trommeln zum Tanz.“ Mehr als 2000 Jahre alt sind die im Ursprung tamilischen Naturimpressionen der klassischen Literatur, die die Bilder dieses besonderen Kinderkunstbuches begleiten. Die assoziativ damit korrespondierenden ganzseitigen Acrylbilder in leuchtenden Farben und feinen Linienstrukturen stammen von dem jungen nordindischen Zeichner  Rambharos Jha, der über die Volkskunst seiner Heimat zu ganz eigenen Ausdrucksformen gefunden hat. Was es dabei im Detail zu entdecken gibt, erläutert er zu jedem Motiv in kurz und klar formulierten, schon für Kinder verständlichen „Seh-Hilfen“. Weiterlesen

Zum Internationalen Tag des Kusses: Kinderbuch-Tipp „Frösche küssen“

518eZEd4DHL._AC_US160_Wie schön! Abermals ist eine deutsche Kinderbuch-Übersetzung des in Estland bereits bekannten Autors A. Kivirähk erschienen: Angesiedelt zwischen Bilderbuch und Geschichte zum Vor- und Selberlesen lebt das „Frösche küssen“ in starkem Maße von den sehr passenden, meist ganzseitigen Illustrationen der preisgekrönten estnischen Illustratorin A. Pikkov. Alles beginnt mit einem „Weihnachtsmann im Sommer“. Der verliert ausgerechnet die als Geschenke vorgesehenen Bücher und löst damit bei den Tieren, die diese finden, große Erwartungen aus. Denn glaubt man den Märchen, ist es ganz einfach, sich eine Prinzessin zu angeln und auf diese Weise selbst zu Ruhm und Ehre zu kommen. Aber….wer Bücher liest  – so könnte man daraus schließen – kommt nicht umhin, das Gelesene (richtig?) zu interpretieren.  Weiterlesen

Träumen, Begehren und Luftsprünge – eine Geschichte vom Losfliegen…

U_5901_1A_EIN_GARTEN_FUER_DEN_WAL.Q9_Umschlag WalTräumen, Luftsprünge wagen und die funkelnden Sterne am Himmel bestaunen – das alles kann der Wal im Ozean ganz wunderbar machen. Nur mit Besuch ist es manchmal schwierig. Es fehlt eine Bank auf seinem Rücken. Besser noch wäre ein ganzer Garten! Gedacht, getan: Grashüpfer, der die Tiere zu Land wie zu Wasser mit allem Nötigen versorgt, schafft alles herbei, was auf dem großen Walrücken Platz findet. Und bald kommen auch die ersten Gäste. Nur mit den Luftsprüngen wird es mit einem Garten auf dem Rücken jetzt schwierig. Die Sterne sehen – dazu müsste er sich umdrehen können und überhaupt: Auch die Träume verdunkeln sich, weil der Schlaf nun häufig gestört ist…Als dann irgendwann die Gäste seltener werden, gibt es kein Halten mehr: Weiterlesen

Buch-Tipp: Fluchtgeschichte eines Kindes – zum Weiterfragen

Uticha Marmon: Mein Freund Salim, Bamberg 2015 ISBN 978-3-7348-4010-4, ab 8 J.

Uticha Marmon: Mein Freund Salim, Bamberg 2015 ISBN 978-3-7348-4010-4, ab 8 J.

Das Thema ist hochaktuell und gerade hier im Norden an der Grenze zu Skandinavien keine seltene Realität: Unbegleitete Kinder auf der Flucht versuchen, zu ihren Familien zu kommen, die vielleicht schon die Grenze nach Dänemark oder Schweden überquert haben. Manche der Kinder werden noch in Deutschland aufgegriffen – und dort endet ihre Reise erstmal. Ob und wie eine Familienzusammenführung tatsächlich gelingt, die nach der geltenden UN-Kinderrechtskonvention eigentlich Vorrang haben sollte, ist ungewiss und häufig Gegenstand eines längeren Clearingverfahrens, das für die oft traumatisierten Mädchen und Jungen eine zusätzliche Belastung bedeuten kann.

Von einem solchen Kind, das in dieser Situation untertaucht und nur langsam vertraut wird mit zwei Geschwistern, die in der Nähe seines Verstecks wohnen, erzählt das Buch „Mein Freund Salim“. Weiterlesen