Zum Internationalen Kinderbuchtag: Bibliotheken als magische Orte

„Es war einmal eine … Bibliothek!“ –  so beginnt die Geschichte von der kleinen Luisa, erzählt von der brasilianischen Jugendbuchautorin Luciana Sandroni,  die sie eigens zum diesjährigen Internationale Kinderbuchtag 2016 für die Kinder der Welt verfasst hat. In Luciana Sandronis Botschaft kommen viele Märchenfiguren vor – aus Grimms und Andersens und aus brasilianischen Märchen. Sie alle wollen von Luisa mit nach Hause genommen werden. Und mit einem schweren Rucksack macht sich das Mädchen nach ihrem ersten Bibliotheksbesuch auf den Heimweg. „Bist du zu Hause?“, fragt die Mutter. „Wir sind zu Hause“, antwortet Luisa – und zeigt damit zugleich, dass man aus einer Bibliothek mehr „mitnehmen“ kann als das, was gedruckt zwischen den Buchdeckeln steht…

Aus der Janusz-Korczak-Kinderbücherei, Foto: Susanne Brandt

Aus der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei, Foto: Susanne Brandt

 

„Immer, wenn du ein Buch aus der Hand legst und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch sein angestrebtes Ziel erreicht.“ 

(Janusz Korczak)

 

 

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Zwischen Büchern geborgen – Impressionen aus der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei

BALI

Ein Buch, das Geschichten in sich trägt…

Seit wenigen Tagen steht ein „Buch“ der ganz besonderen Art auf meinem Schreibtisch –  handgefertigt und angenehm zu betasten aus weichem Holz. Zwischen den Seiten stecken Fotos und Karten, die Geschichten ahnen lassen, immer wieder anders, persönlich, nie so, dass damit zu viel preisgegeben wird: Bilder von lesenden Jugendlichen vor oder in der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei in Lilienthal bei Bremen.

Ich fühle mich dem Haus und der Arbeit, die dort durch die Begleitung von Marlies Winkelheide in geschützten Räumen für und mit Geschwistern von Menschen mit Behinderung möglich ist, seit längerem verbunden. Als Zeichen dieser Verbundenheit gehört nun dieses Buch zu den besonderen „Schätzen“ in meinem Arbeitszimmer. Die Jugendlichen einer Geschwistergruppe, für die dieser Ort von besonderer Bedeutung ist, haben es mir als Päckchen zukommen lassen, vielleicht als Symbol – so wie vieles, was dort mit Büchern und Dingen geschieht, über Symbole spricht, Sinn und Botschaften vermittelt für das, was manchmal schwer in eigene Worte zu fassen ist. Weiterlesen

Buch-Tipp: „Die verkrustete Erde atmet auf“. Die Magie von Tanz und Poesie in „Fräulein Esthers letzter Vorstellung“

Foto: Brandt, aus: „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“

Auf den ersten Blick wirkt das neue Janusz Korczak-Buch „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“ aus dem Gimpel  Verlag dunkel und rätselhaft. Erdige Töne, wenig Licht, aber dann: „…dann kommt Lutek mit seiner Geige und dieser Melodie…Plötzlich ist alles da…Fuß und Bein, Hand und Arm, Kopf und Brust…Sie tanzen ihren Tanz. Frei. Schwebend. Ohne mich. Ich schließe die Augen und sehe ihn…Seinen Adlerkopf, die roten Schwingen…Tief unter ihm – man erkennt sie kaum – unser Haus, die Mauer. Er fliegt weg. Weit, weit weg, ohne sich umzuschauen. Unter seinen Federn, ich sehe ihre Köpfe – Tola, Felunia, die anderen…“

Foto: Brandt, aus: „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“

Beim genauen Hinsehen – oder besser: beim Eintauchen in die verborgene Leuchtkraft dieses Buches scheint das Dunkel der Erde aufzubrechen. „Die verkrustete Erde atmet auf“, stellt Janusz Korczak beim Gießen der Blumen auf der Fensterbank fest.

Foto: Brandt, aus „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“

Es sind elementare Berührungen mit der Natur, es sind die immer wieder einander zugesprochenen Geschichten und es sind die Bewegungen, die durch die Magie des Tanzes in einem spürbar werden und die von der so außergewöhnlichen Poesie dieses Buches herrühren. Weiterlesen

Geschützte Räume und offene Landschaften zum Schreiben

Janusz-Korczak-Skulptur in der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei. Foto: Susanne Brandt

Pädagogisch-literarische Projekte mit Kindern und Jugendlichen und andere Impressionen und Erfahrungen rund um die Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei

Lesen und Schreiben ohne Wettbewerb und Leistungserwartung:  Wichtige Begleiter dabei sind die persönlichen Autorenhefte der schreibenden Kinder und Jugendlichen. Was diese über ihre Wünsche, Gefühle und Fragen notieren, bleibt in einem geschützten Raum. Jedes Lesen durch andere bedarf der Genehmigung durch den Autor oder die Autorin. Das war schon bei den Kindern in Janusz Korczaks Waisenhaus vor 70 Jahren so, und das gilt heute mit Respekt vor den Gefühlen und individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen nicht weniger. Weiterlesen