Aylin und das Mondlicht oder: Mit Geschichten, Gedichten und Spielen Begegnung erfahren

Ernst Oppler (1867-1929): Abend an der Ostsee

Ernst Oppler (1867-1929): Abend an der Ostsee

Aylin und das Mondlicht

Der Wind weht frisch an diesem Abend, deswegen zieht Aylin den Reißverschluss ihres Anoraks bis unter das Kinn. Sie tippelt ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Ihre Oma hat sich sogar schon Handschuhe angezogen. Als Aylin nach Omas Hand greift, merkt sie, dass sie sich wollig und weich anfühlen. Sie ist ein bisschen aufgeregt, denn schon lange hat sie sich auf den Abend gefreut, an dem sie mit ihrer Laterne laufen geht. Das haben Aylin und ihre Oma noch nie gemacht! In dem Land, aus dem sie vor einem Jahr hier hergekommen sind, gab es keine Laternenumzüge. Dort gab es andere Feste mit Lichtern und Kerzen.

Aylin freut sich, dass sie ihre Laterne für den Laternenumzug im Kindergarten selbst basteln konnte. Sie hat dabei an etwas gedacht, was sie gut kennt: den Mond. Auch dort, wo sie früher wohnte, war der Mond fast an jedem Abend am Himmel zu sehen. Sogar ihr Name hat etwas mit dem Mond zu tun.

Auch die anderen Kinder im Kindergarten konnten sich für ihre Laterne etwas ausdenken, was sie besonders gern mochten: Jussuf wollte unbedingt eine Fledermauslaterne basteln und bei Emmas Laterne sollte ein bunter Regenbogen aufleuchten. Am Ende sahen alle Laternen ganz verschieden aus…

So beginnt die Geschichte von einem Laternenlauf, bei dem Kinder aus verschiedenen Herkunftsländern die Faszination von Licht und Dunkelheit gemeinsam erleben und einander in überraschender Weise helfen können. Ich bin froh, dass ich mich mit diesem und zwei weiteren Beiträgen beteiligen konnte an dem Spiel- und Lernpaket des Kiga-Fachverlags unter dem Titel „Ich und du – wir gehören dazu“, das diese Tage aktuell mit einer Fülle von Praxisanregungen zu Themen wie diesen erschienen ist: Weiterlesen

Erzähler ohne Grenzen – Entwurf eines weltweiten Projektes

Geschichten unter Bäumen

Erzählen in der Natur, Foto: Susanne Brandt

In die Reihe der in “Waldworte” regelmäßig vorgestellten Initiativen, die sich weltweit für Kultur und Verständigung im Einklang mit der Umwelt einsetzen, möchte ich heute auf die “Erzähler ohne Grenzen” aufmerksam machen. Sie sind eine Ermutigung zum Erzählen, zum Zuhören und eine Einladung, voneinander zu lernen…

Ausführliche Informationen dazu gibt es hier: http://www.erzaehler-ohne-grenzen.de/   In der Selbstdarstellung der Initiative wird die Idee wie folgt beschrieben:

Gemeinsames Anliegen ist das Erzählen für Menschen in Not, in Krisengebieten, als Entwicklungshilfe, zum Trost, zur Heilung und zur Ermutigung. Erzählen wird hier verstanden, praktiziert und vermittelt als integrierende, heilende Kunst in Europa und der ganzen Welt. Erzählen von Märchen und Geschichten für Menschen in Notsituationen ist das Herz der Initiative. Methoden und Stoff- Kenntnisse werden an MultiplikatorInnen vermittelt, und an Menschen, die mit Kindern und/oder Erwachsenen in Krisengebieten und schwierigen Verhältnissen leben und arbeiten. Zusammenstellungen und Veröffentlichungen sowie Übersetzungen von heilenden Märchen und Geschichten aus aller Welt werden erarbeitet und gefördert.

Geschichten erzählen aus dem Herkunftsland von MigrantInnen Weiterlesen