Alltagsentdeckungen: Dem Wunder die Hand hinhalten

Neben den „Sonntagsmomenten“, die in diesem Blog in einer eigenen Kategorie zu finden sind, sollen hier ab und zu auch „Alltagsentdeckungen“ Raum finden – jene oft nur kleinen, aber manchmal lange nachklingenden Begegnungen und Begebenheiten „am Rande“ oder mittendrin im Getriebe der Arbeitswoche. Wie z.B. das unverhoffte gemeinsame Nachdenken über Poesie, wie ich es vor ein paar Tagen erleben konnte:

Foto und Rechte: Elke Riedel, www.elrie-art.de

Gemeinsam über Poesie nachdenken – eigentlich sollte es darum an diesem Nachmittag gar nicht gehen. Wohl aber um Sprache. Ja, das ist jede Woche etwas, was uns verbindet, was uns inzwischen mehr verbindet als trennt, auch wenn wir uns in verschiedenen Sprachen zuhause fühlen: er als Afghane im Persischen und ich im Deutschen. Eigentlich geht es jedes Mal um das Vertrautwerden mit der deutschen Sprache. Aber über das Deutschlernen nach Lektionen sind wir längst hinaus. Inzwischen geht es immer öfter um Feinheiten, um das, was unsere Sprachen auch emotional auszudrücken vermögen, was im Klang von Namen mitschwingt oder wie Eltern ihren Kindern die Welt erklären. Wie sich Distanz oder Nähe durch Sprache ausdrücken lässt oder mit welchen Wendungen Bilder beschrieben werden, ohne die vermutlich keine Sprache auskommt. Weiterlesen

„Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung…“

„Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt“ (Martin Buber).

Mit der begonnenen Reisezeit beginnt auch bei „Waldworte“ eine kleine Serie mit Buch-Tipps und Texten, die in unterschiedlicher Weise Einblick geben in ganz unterschiedliche Reiseerfahrungen von Menschen: freiwillige und unfreiwillige Reisen, imaginäre Reisen, stille Reisen und schrille Reisen….Immer wieder brechen Menschen auf, lassen sich auf das Andere ein, folgen einer Sehnsucht, werden enttäuscht und inspiriert, sammeln bislang nie gekannte Eindrücke und Erfahrungen, kehren verändert zurück….Dass wir von vielen Reisen der Vergangenheit wissen, ist nicht zuletzt den Briefen und Tagebüchern zu verdanken, die auf Reisen geschrieben wurden und werden. Solche Briefzeugnisse stehen auch im Mittelpunkt der ersten Lektüreempfehlung: Weiterlesen