“zwischen himmel und erde das weite suchen” – Notizblätter einer Reise

Die meisten Reisen haben ein Ziel. Aber das Ankommen an diesem Ziel muss nicht immer der vorrangige Zweck des Weges sein. Manchmal geht es eher um einen Orientierungspunkt im Verlauf einer gerundeten Folge von vielen Stationen.

Foto: Susanne Brandt, Rouen

Nach der Philosophie eines solchen Reisens in vielen kleinen Etappen reihen sich die Tage wie Perlen einer Kette aneinander, wobei jede Perle im Verlauf ihre eigene Form und Farbe offenbart. Und was auf den ersten Blick nicht gleich sichtbar wird: Durch die Perlen hindurch zieht sich eine Schnur aus mehreren Fasern und Fäden.

Die Stationen dieser Reise von der Ostsee an die Atlantikküste, die eher langsam über mehrere Orte und Landschaften in Deutschland, Holland, Belgien und Frankreich führte, dann durch die Bretagne und abermals in mehreren Etappen zurück Richtung Norden, lassen sich geografisch benennen:

Foto: Susanne Brandt, Kortrijk

Papenburg (Emsland) – Herzogenbosch und Nationalpark “De Loonse und Drunense Duinen” (Nordbraband) – St. Valery sur Somme (Picardie) – Rouen, Caens, Bayeux, Saint Aubin sur Mer (Normandie) – Lamballe,  Hillion an der Baie de Brieu, Quimper, Carnac, Vitre (Bretagne) – Chartres – Kortrijk (Flandern) – Papenburg (Emsland)

Die Fäden, die sich durch die Perlen und damit durch wechselnde Orte ziehen, tragen ebenfalls Namen. Sie sind von verbindender und vertiefender Bedeutung – skizziert auf diesen “Notizblättern” mit Bildern und Gedichten: Weiterlesen

Transparente Grenzen – eine Bilderreise durch Småland

Von der Natur mit ihren Geschichten, Farben und Lichtspielen

Wenn man anfängt, von Smålands Natur zu erzählen, so schwingen die Bilder und Geschichten der Märchentradition, der Literatur und der Glaskunst stets mit. Und wenn man mit den Geschichten oder mit der Glaskunst beginnt, so erzählt man immer auch von der Natur. Das eine greift ins andere, scheint überall gegenwärtig und untrennbar miteinander verwoben.

Wie und wo also den Anfang machen im Rückblick auf eine Spätsommerwoche in Småland?

Vielleicht mit der geheimnisvollen Atmosphäre des Wassers und der Vegetation, die man hier mit einer so außerordentlichen Intensität erfahren kann:

Toftasee im Morgennebel / Foto: Susanne Brandt

Kein Wunder, dass bei diesen facettenreichen Farben und Lichtverhältnissen, bei diesen Dunst- und Nebelzaubereien „Ronja-Räubertochter-Erinnerungen“ aufkommen, dass in dieser Landschaft so viele Märchen verbreitet worden sind und sich Künstler – bildende wie schreibende – immer wieder mit Grenzerfahrungen auseinandersetzen, von Todesnähe, Bewährung und Wegen durch das Ungewisse zu erzählen wissen. Weiterlesen