„Der Tag wird kommen…“ – Gedichte von Frauen aus Afghanistan bei „Free women writers“

Bei meinen Begegnung mit Geflüchteten aus Afghanistan ist die Situation von afghanischen Frauen immer mal wieder ein Thema. Wir tauschen dazu Erfahrungen, Hoffnungen und Gedanken aus – und wir erzählen einander von Nachrichten und Entwicklungen, die uns hier in Deutschland über die Medien oder über Erzählungen aus den Familien erreichen.

c free women writer / Cover: we are not alone

Seit einiger Zeit liefert ab und zu auch der Online-Blog von „Free women writers“ mit seinen interessanten Berichten, aber auch Gedichten und literarischen Geschichten in Englisch und Persisch interessante Impulse für unsere Gespräche. „Free women writers” – unter diesem Titel haben sich schreibende Frauen in und aus Afghanistan (die heute z.T. in den USA leben) zusammengefunden, um durch ihr Schreiben auf die Rechte der Frauen in Afghanistan und anderswo aufmerksam zu machen.

In ihren Gedichten und Geschichten thematisieren sie Gewalterfahrungen, den Schmerz unerfüllter Liebe und immer wieder den Hunger nach Bildung und Selbstbestimmung. Mit der Seite, zu der es im Netz eine persische und eine englische Version gibt, verbinden sie das Anliegen, als mutige Stimme überall auf der Welt gelesen und gehört zu werden. Weiterlesen

Zum Internationalen Frauentag: Ruth – eine alte Geschichte von Flucht und Neuanfang

Die Geschichte ist alt. Doch liest man das “Buch Ruth” in diesen Tagen, so wirkt vieles darin hochaktuell. Es ist eine Geschichte von Aufbruch, Solidarität und Gerechtigkeit. Und es ist eine zentrale Frauengeschichte, die Menschen verschiedener Kulturen und Religionen von Generation zu Generation weitererzählt haben.

c Verlag Don Bosco

Mir war und ist es deshalb ein Anliegen, für diese Geschichte gerade in dieser Zeit einen Erzählton zu finden, der das Geschehen lebendig in Erinnerung ruft – für Kinder. Oder auch für Menschen, die mit einfacher Sprache besser zurecht kommen als mit langen Texten. Erschienen ist sie vor wenigen Wochen als Bildkartensatz wie auch als Mini-Bilderbuch im Don Bosco Verlag.

An anderer Stelle wird anders davon erzählt – zum Beispiel so:

„ […] Die Geschichte des Buches Rut führt uns 2.500 Jahre zurück und könnte vielleicht so oder ähnlich heute in den Willkommenscafés der Geflüchteten in unserer Mitte erzählt werden; oder in unseren Familien, wenn Eltern oder Großeltern von Flucht und Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg berichten: Ein Paar aus Bethlehem sucht aus wirtschaftlicher Not eine neue Heimat im Nachbarland Moab. Integriert sich, findet eine neue Existenz und bleibt. Mann, Frau, zwei Söhne. Als der Mann stirbt, haben die Söhne moabitische Frauen geheiratet. Alles ist gut. Doch dann sterben auch die beiden Söhne und Noomi bleibt mit ihren beiden moabitischen Schwiegertöchtern Rut und Orpha zurück. Wie soll das Leben nun weitergehen? […] Weiterlesen

Heute auf dem Schreibtisch: Mit Buch und Stift die Welt verändern…

c Knesebeck Verlag

c Knesebeck Verlag

Ihre Geschichte ging um die Welt: Das Mädchen Malala Yousafzai hat sich schon als 12jährige zu Wort gemeldet und an Konferenzen teilgenommen. Sie erhielt mit 14 in Pakistan den nationalen Kinderfriedenspreis, geriet ins Visier der Taliban, wurde bei einem Anschlag schwer verletzt, war 2014 die jüngste Friedensnobelpreisträgerin und wurde für ihr Engagement mit vielen weiteren Ehrungen bedacht. Ihre Botschaft: „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“[ Für diesen Weg der Reform durch Bildung – besonders für das Recht auf Bildung von Mädchen und Frauen – setzt sie sich, heute in England lebend,  weiterhin ein: klug, mutig und inzwischen mit einer großen Anhängerschaft. Erstmals versucht dieses Buch, ihre Lebensgeschichte für Kinder zu erzählen. Zu leuchtenden Bildern erfahren die Lesenden etwas über ihre familiäre, kulturelle und religiöse Herkunft, über das Land, in dem sie aufgewachsen ist und über ihr Anliegen, für das sie sich einsetzt. Dem biografisch-erzählenden Teil schließt sich ein Infoteil mit Fotos und Dokumenten an. Ein wichtiger Beitrag zum Thema Menschenrechte und Friedensarbeit, an dem ergänzend zu den vielen Titeln über Schicksale von Geflohenen deutlich wird, dass Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen nicht nur Oper von Unrecht und Gewalt sind, sondern ebenso Botschafter für Recht und Frieden.

Susanne Brandt