Bilderbuch-Tipp: Von der Vielfalt des Lebens am gleichen Fluss

arcari Verlag

Beide leben am Fluss: Hier der Riese, dort der Bär. Am Anfang scheinen sich ihre Lebenskreise nicht zu berühren. Sie fangen Fische, um sich zu ernähren. Sie wissen um Gefahren. Sie ruhen sich aus und sie genießen das Leben. Sie suchen Schutz – und irgendwann auch Gemeinschaft. Mit ganz wenigen Worten zu ausdrucksstarken Farbradierungen von Susanne Smajic lernen die Betrachtenden erst die Lebensgewohnheiten des einen, dann des anderen kennen. Da gibt es durchaus Unterschiede, im Kern aber viele Gemeinsamkeiten: Der Riese wie der Bär haben gelernt, mit den gleichen elementaren Bedürfnissen wie Nahrung, Ruhe und Erholung, Schutz und Geborgenheit zu leben – sie haben jedoch unterschiedliche Gewohnheiten und Begabungen ausgebildet, um diese Bedürfnisse zu befriedigen.  Weiterlesen

„Der Fluss“: ein besonderes Buch – so bewegt und bewegend wie das Leben

c M. Roher, Verlag Jungbrunnen

c M. Roher, Verlag Jungbrunnen

„Wo fängst du an? Vielleicht, denke ich, vielleicht im Himmel“ – so beginnt ein kleines feines Bilderbuch für Menschen ab 5 Jahre, das es mit wenigen Worten und vielschichtigen Bildern schafft, die großen Fragen des Lebens zu berühren und das eigene Nachdenken darüber „in Fluss“ zu bringen. „Und wo endest du? Im Himmel vielleicht…und endest doch nie!“, heißt es auf der letzten Seite. Auch für das Buch selbst gilt: Das Nachdenken hört nicht auf, wenn man es zuklappt. Da wirkt etwas weiter… Als durchgängiges Element zieht sich ein Fluss in wechselvoller Weise von Seite zu Seite. Dass er als Bild für das Leben zu deuten ist, muss nicht erklärt werden. Das vermittelt sich nach und nach auf die eine oder andere Weise. Mit der Bewegung des Wassers ergibt sich Überraschendes, Beglückendes, aber auch Trauriges. Der Illustrationsstil ist grafisch, spielt mit Kollagen, Abstraktionen wie mit Details. Darin zum Ausdruck kommen Facetten des  Lebens in seiner ganzen Vielfalt und Gegensätzlichkeit. Immer mit auf Reisen: Weiterlesen

Zum Weltgesundheitstag: Mit Wind und Wasser im Lebensstrom

BALI

Elbstrom bei Hitzacker

Wind und Wasser

Immer im Fluss
beweglich bleiben
oft gegen den Wind

getragen vom Wasser
Vertrauen schöpfen
immer im Fluss

Susanne Brandt

Lyrik zum Weltgesundheitstag? Das Gedicht knüpft an das Gesundheitsmodell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky an, das seit den 1970er Jahren nicht nur der Medizin, sondern auch der Pädagogik, Sozial- und Kulturarbeit immer wieder Impulse zur Anwendung und Weiterentwicklung geliefert hat.

Vgl. in Brandt/Keller-Loibl: Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken, darin zur Salutogenese in der Bibliotherapie

Zum Hintergrund in Kürze:

Das Wort Salutogenese (lat. von salus = Unverletzheit, Heil, Glück und griech. génesis = Entstehung)  wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994)  geprägt. Bei dem Modell nach Antonovsky gibt es keine Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit, sondern ein Kontinuum zwischen den Polen Krankheit und Gesundheit.

Er entwickelte dazu die Metapher von einem Menschen, der im Fluss des Lebens permanent in Bewegung bleibt, um mit Wind und Strömungen zurecht zu kommen, sich in Gefahren begibt, wenn er an Steilklippen vorbei muss und sich dann wieder in einem seichten Flussauslauf wiederfindet. Weiterlesen