„Verfeinere unsere Seelen, damit das Auge unterscheiden kann“ – Impressionen und Gedanken zu den Geflüchteten und Helfenden in Flensburg, Teil 2

Wahrnehmen und in Worte fassen / Foto: Lothar Veit

Wahrnehmen und in Worte fassen / Foto: Lothar Veit

Vor zwei Wochen haben ich hier im Blog zum ersten Mal über meine Eindrücke und Erfahrungen in der Begegnung mit Geflüchteten und Helfenden in Flensburg wie unterwegs auf Reisen geschrieben. Damals war nicht absehbar, wie sich das dauerhafte Engagement der freiwillig Engagierten am Bahnhof wie an verschiedenen Orten der Stadt weiter entwickeln würde.

BFF_1508_HeaderOrange2-300x111-300x111Inzwischen habe ich viele Stunden in der Kleiderkammer aushelfen können und dabei auch heute wieder gemerkt, wie hier in der Stadt die Hilfe von ganz unterschiedlichen Menschen für ganz unterschiedliche Menschen Tag um Tag erstaunlich effektiv ineinandergreift: So ergab sich z.B. heute auf dem Weg zum Bahnhof, als ich noch ein paar Fladenbrote für die Essensausgabe besorgen wollte, ein interessantes Gespräch am Bäckertresen, Weiterlesen

„Anderen helfen, dass sie ihren Weg gehen können“ – Impressionen und Gedanken zu den Geflüchteten und Helfenden in Flensburg

Wege finden / Foto: Susanne Brandt

Wege finden / Foto: Susanne Brandt

Am Flensburger Bahnhof ist seit einigen Tagen vieles anders als sonst. Menschen, die auf der Flucht sind – Tausende, die auf die Weiterreise nach Skandinavien warten – machen in Flensburg Station, bleiben für Stunden, Tage, Nächte, vielleicht auch für länger, für immer. Wir wissen es nicht. Wir erleben nur, dass sie erschöpft sind, dass sie Grundbedürfnisse haben: Wasser und Nahrung, wärmere Kleidung für den kühlen nordeuropäischen Herbst, ein Mindestmaß an Hygiene und die Sehnsucht nach Kontakt und Orientierung – per Handy wie in der persönlichen Begegnung mit Menschen, die ihnen freundlich begegnen.

Ein beeindruckendes Netzwerk an ehrenamtlicher Hilfe hat sich hier in kürzester Zeit entwickelt: Menschen verschiedener Generationen und Nationen packen gemeinsam an, um das bereitzustellen, was jetzt wirklich gebraucht wird – mit praktischer Hilfe vor Ort wie mit allem, was unzählige Helfende von zu Hause herbei schaffen. Dank Facebook klappt die Kommunikation vom Bahnhof in die Stadt. Hilferufe werden sofort von vielen gelesen und in kurzer Zeit erfüllt – ein Hand-in-Hand, wie ich es so noch nie erlebt habe.

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Wechsel-Spiel 2015: Musisch-kulturelles Erleben weltweit fördern

Das ganze Jahr über habe ich Freude daran, musisch-kulturelle Erlebnisse mit Menschen durch Bücher, Vorträge, Seminare und ehrenamtliches Engagement anzuregen und mitzugestalten. Dass dabei aus Buchverkäufen auch Einnahmen entstehen (in 2014 besonders durch das Kamishibai-Erzähltheaterbuch und die Freundschaftsgeschichte von „Benno Bär“, beide Don Bosco Verlag), versetzt mich in die glückliche Lage, mit einem Teil der Erlöse auch anderswo ausgewählte Projekte mittels Spenden gezielt zu unterstützen, die wiederum das musisch-kulturelle Erleben mit Menschen in anderen Teilen der Welt ermöglichen.

Bücherbus-2

Copyright: Pan y arte

„Wechsel-Spiel“ nenne ich das: Von dem, was hier sozusagen „spielerisch“ erwirtschaftet werden kann, kommt ein Teil musisch-kulturellen Projekten anderswo zugute. Das große Engagement vieler Menschen und die nachhaltige Wirksamkeit, die dort in der Begegnung, Betreuung und Förderung von Kindern durch gemeinsame musisch-kulturelle Erlebnisse ihren Ausdruck finden, werden mir wiederum zum „Herzensanliegen“, Ansporn und zur Motivation für neue Projekte, Bücher und Angebote hierzulande…So entsteht ein lebendiger Kreislauf des musisch-kulturellem Engagements – ein „Wechsel-Spiel“ zwischen weit voneinander entfernten Regionen der Welt. Weiterlesen