Was haben Geschichten mit Gestrüpp zu tun?

Die Zusammenhänge zwischen Naturerleben, Sprache und Geschichten werden bei „Waldworte“ immer wieder unter verschiedenen Aspekten beleuchtet und an praktischen wie literarischen Beispielen aus verschiedenen Handlungsfeldern der Natur- und Spracherfahrung dargestellt. Als Hintergrund hierzu sei heute folgender Grundlagen-Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Gebhard (Universität Hamburg) empfohlen, der verdeutlicht, wie das freie Naturerleben von Kindern Einfluss nimmt auf die Fähigkeit des symbolischen Denkens und der Fantasiebildung, damit sinnstiftend wirkt und so eine elementare Voraussetzung entstehen lässt zum Erzählen und Verstehen von Geschichten mit ihrem Symbol- und Fantasiegehalt (auch wenn Gehbard diesen Bezug hier nicht ausführlich beschreibt). Der Fachaufsatz leistet einen inspirierenden Beitrag zum Weiterdenken im Kontext einer natur- und bewegungsorientierten Sprach- und Erzählförderung bei Kindern im Vor- und Grundschulalter

Zur Bedeutung von Naturerfahrungen in der Kindheit:

http://www.wildnisschule-waldkauz.de/Texte/ArtikelGebhard.pdf

Kinder als Geschichtenerfinder. Janusz Korczaks Schachtelgeschichte in der Praxis

Erzählen draußen oder drinnen: Mit ganz einfachen Mitteln lassen sich inspirierende Geschichten zum Mitmachen interessant gestalten und mit der Umwelt der Kinder verbinden – vor mehr als 80 Jahren ebenso wie heute. Ein Praxisbeispiel, in Flensburg erprobt:

Schachtelgeschichten

Schachtelgeschichten, inspiriert von Janusz Korczak, Foto: www.geschwisterbuecherei.de


Sieben Schachteln – Sieben Kinder

Eine Mitmach-Geschichte frei nach einer Vorlage von Janusz Korczak*

„In einem kleinen armen Städtchen lebte ein Rebbe. Er unterrichtete im Cheder zehn arme Jungen. Arme Kinder haben kein Spielzeug, denn die Eltern können sich das nicht leisten. Die Kinder machen sich ihr Spielzeug selbst.“

So beginnt Korczaks Geschichte von den „Zehn Zündholzschachteln“, die der Rebbe seinen Schülern schenkte – dem Ruhigen, dem Faulen, dem einen für seinen Fleiß und dem anderen, um ihn zum Lernen zu ermuntern. Und in der Geschichte heißt es dann weiter:

„Nachher betrachtete jeder die Schachteln der anderen und prüfte, ob seine nicht schlechter war als die seines Kameraden. Aber nein, alle waren gleich. Über jedes Ding und über jede Angelegenheit kann man viel oder wenig sagen. Über diese zehn Schachteln könnte man ein dickes Buch schreiben…!“

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