Bilderbuch-Tipp: Wie „Luftigrüße“ die Fantasie beflügeln…

c Bohem Verlag

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Ein weiteres schönes Beispiel für ein Bilderbuch, das ohne Worte eine poetische Geschichte zu erzählen weiß – mit den geheimnisvollen erdfarbenen Bildern der jungen Slowenischen Künstlerin Maja Kastelic: Die Stadt liegt im Dämmerlicht, als sich ein kleiner Junge auf den Weg durch die Straßen macht. Eine Katze weckt sein Interesse. Und eine offene Tür, aus der Licht fällt. Solche Türen entwickeln sich zum wiederkehrenden Motiv in dem Buch: Türen, die in unbekannte Räume führen, begleiten den Jungen bei seiner stillen Entdeckungsreise und während er ein fremdes Haus erkundet, fliegen ihm bemalte Blätter gleichsam vor die Füße und locken ihn weiter, der Spur aus Papier folgend. Am Ende führt sein Weg bis zum Dachboden, wo er ein Mädchen trifft, das aus den Blättern Papierflieger faltet (das Buch verrät auch, wie das geht). Beide stehen schließlich auf einem Balkon über den Dächern der Stadt und schicken ihre gemalten und gefalteten Botschaften in die Welt. Bestimmt werden die „Luftigrüße“ irgendwo gefunden…und legen vielleicht schon bald eine neue Spur in unbekannte Welten. Eine kreative Umsetzung und fantasievolle Fortsetzung der Geschichte mit den Ideen der Kinder liegt auf der Hand….

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Buch-Tipp: Tokkis Reise

So ist das, wenn der Bücherfrühling vor der Tür steht: Jeden Tag kommen überraschende Neuerscheinungen ans Licht – und ein Buch-Tipp folgt dem anderen…

c Tulipan Verlag

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Das Bilderbuch von „Tokkis Reise“ spielt mit der alten Kettenmärchenform des Tauschhandels (vgl. „Hans im Glück“) und macht mit originellen Wendungen und Wortschöpfungen doch ganz etwas Neues daraus. Originell ist allein schon die Perspektive. Der Blick richtet sich nicht von der Erde auf ferne Galaxien, sondern genau umgekehrt: Für den kleinen Außerirdischen Tokki zeigt sich die Erde als ein fremder Planet, auf dem er mit seinem defekten Raumschiff notlanden muss. Dabei sollte er für seine Mutter eigentlich nur etwas Milch von der Mondkuh besorgen! Ob ihm nun ausgerechnet auf der Erde jemand seinen kaputten Schwups-Kompensator ersetzen kann? Weiterlesen

Vollmond, Meer & Wunderwesen – Bilderbücher zum genauen Hinschauen

Wohin führt die Treppe? Foto: Susanne Brandt

Liegt es daran, dass diese Tage ein so geheimnisvoll leuchtender Mond am Himmel steht?

Oder habe ich deshalb so viel Sympathie für Einar Turkowskis „Mondblume“, weil ein Garten, der sich seine Geheimnisse nicht nehmen lässt, der geliebt, aber nicht gezähmt werden will und mit seinen Treppen und Winkeln, Sonderlingen und Geheimnissen doch eine Menge Ähnlichkeit mit meinem Garten hat?

Auf jeden Fall hat der Besuch der Ausstellung mit Werken der Schleswig-Holsteiner Kinderbuchillustratoren Jens Rassmus, Eva Muggenthaler und Einar Turkowski im Nordseemuseum Husum http://www.museumsverbund-nordfriesland.de/nordseemuseum/5-0-Sonderausstellungen.html (dankenswerter Weise verlängert bis zum 31. August!) viel dazu beigetragten, sich wieder neu faszinieren zu lassen von den skurrilen Welten dieser Künstler. Und die filigranen und mit großer Geduld erschaffenen Bleistift-Welten des Einar Turkowski haben es mir dabei besonders angetan. Weiterlesen

Was haben Geschichten mit Gestrüpp zu tun?

Die Zusammenhänge zwischen Naturerleben, Sprache und Geschichten werden bei „Waldworte“ immer wieder unter verschiedenen Aspekten beleuchtet und an praktischen wie literarischen Beispielen aus verschiedenen Handlungsfeldern der Natur- und Spracherfahrung dargestellt. Als Hintergrund hierzu sei heute folgender Grundlagen-Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Gebhard (Universität Hamburg) empfohlen, der verdeutlicht, wie das freie Naturerleben von Kindern Einfluss nimmt auf die Fähigkeit des symbolischen Denkens und der Fantasiebildung, damit sinnstiftend wirkt und so eine elementare Voraussetzung entstehen lässt zum Erzählen und Verstehen von Geschichten mit ihrem Symbol- und Fantasiegehalt (auch wenn Gehbard diesen Bezug hier nicht ausführlich beschreibt). Der Fachaufsatz leistet einen inspirierenden Beitrag zum Weiterdenken im Kontext einer natur- und bewegungsorientierten Sprach- und Erzählförderung bei Kindern im Vor- und Grundschulalter

Zur Bedeutung von Naturerfahrungen in der Kindheit:

http://www.wildnisschule-waldkauz.de/Texte/ArtikelGebhard.pdf

Kinder als Geschichtenerfinder. Janusz Korczaks Schachtelgeschichte in der Praxis

Erzählen draußen oder drinnen: Mit ganz einfachen Mitteln lassen sich inspirierende Geschichten zum Mitmachen interessant gestalten und mit der Umwelt der Kinder verbinden – vor mehr als 80 Jahren ebenso wie heute. Ein Praxisbeispiel, in Flensburg erprobt:

Schachtelgeschichten

Schachtelgeschichten, inspiriert von Janusz Korczak, Foto: www.geschwisterbuecherei.de


Sieben Schachteln – Sieben Kinder

Eine Mitmach-Geschichte frei nach einer Vorlage von Janusz Korczak*

„In einem kleinen armen Städtchen lebte ein Rebbe. Er unterrichtete im Cheder zehn arme Jungen. Arme Kinder haben kein Spielzeug, denn die Eltern können sich das nicht leisten. Die Kinder machen sich ihr Spielzeug selbst.“

So beginnt Korczaks Geschichte von den „Zehn Zündholzschachteln“, die der Rebbe seinen Schülern schenkte – dem Ruhigen, dem Faulen, dem einen für seinen Fleiß und dem anderen, um ihn zum Lernen zu ermuntern. Und in der Geschichte heißt es dann weiter:

„Nachher betrachtete jeder die Schachteln der anderen und prüfte, ob seine nicht schlechter war als die seines Kameraden. Aber nein, alle waren gleich. Über jedes Ding und über jede Angelegenheit kann man viel oder wenig sagen. Über diese zehn Schachteln könnte man ein dickes Buch schreiben…!“

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